Das BMW-Montagewerk für Hochvoltbatterien in Straßkirchen von oben.
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BMW-Werk Straßkirchen: In 30 Monaten vom Acker zum Milliardenbau

BMW-Werk Straßkirchen: In 30 Monaten vom Acker zum Milliardenbau

Anfangs umstritten, dann in kürzester Zeit genehmigt und gebaut: Das Montagewerk für Hochvoltbatterien in Straßkirchen für mehr als eine Milliarde Euro soll BMWs Wettbewerbsfähigkeit im E-Auto-Markt sichern. Ob das gelingen kann?

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Das Wort "stolz" gebrauchen BMW-Verantwortliche mit Blick auf das Hochvoltbatteriemontagewerk in Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen in diesen Tagen fast schon inflationär. Stolz auf die Baugeschwindigkeit, stolz auf den Technologievorsprung, wie sie sagen. Und tatsächlich hat es vom Baubeginn bis zur offiziellen Eröffnung nur 30 Monate gedauert.

Neuaufbau von Industrie "auch in Bayern möglich"

In der 150.000 Quadratmeter großen Halle wird nun die neue Generation an Hochvoltbatterien montiert, die BMW für seine neue E-Auto-Klasse benötigt. Dass der Autobauer im niederbayerischen Straßkirchen investiert, liegt vor allem an der günstigen Lage in der Nähe zu den Fahrzeugwerken in Dingolfing, Regensburg und München, wo die mehrere hundert Kilo schweren Batterien in den Fahrzeugen verbaut werden.

"Der Standort Deutschland hat enorme Vorteile, auch was die Mitarbeiter und die Qualifikation anbelangt", ergänzt BMWs Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Trotz aller Energie- und Personalkostendiskussionen zeige dies, "dass der Neuaufbau von Industrieproduktion in Deutschland und auch in Bayern möglich ist".

Im Video: BR24 vor Ort - Ist das Milliardenwerk der Schlüssel für BMWs E-Zukunft?

Im neuen BMW-Werk im niederbayerischen Straßkirchen werden Hochvoltbatterien gefertigt.
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Im neuen BMW-Werk im niederbayerischen Straßkirchen werden Hochvoltbatterien gefertigt.

Initiative wehrt sich gegen BMW-Pläne

Im September 2023 ist an der Bundesstraße 8 kurz hinter der Ortsdurchfahrt Straßkirchen noch plattes Ackerland. Im Dorf selbst wird viel diskutiert. Eine riesige Halle quasi vor dem eigenen Gartenzaun – das kommt nicht in Frage, sagen die einen. Viel zu wertvoll sei der Gäuboden für die Landwirtschaft. Außerdem würden jetzt schon täglich unzählige Lastwagen durch den Ort rollen.

Die anderen verweisen auf schließende Werke anderer Branchen in der Nähe, man brauche Arbeitsplätze in der Region. Am Ende stehen ein Bürger- und ein Ratsbegehren. Jeweils über 70 Prozent der Abstimmenden entscheiden pro BMW.

Hohe Baugeschwindigkeit in Straßkirchen

Dazu kommt das schnellste Genehmigungsverfahren Deutschlands – in unter einem Jahr wurden alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt. Gut sechs Monate nach der Bürgerentscheidung rollen dann schon die Bagger. BMW hat den vorzeitigen Baubeginn erwirkt. In etwa 100 Tagen werden 1.066 Betonstützen aufgestellt.

Anfang Februar 2025 ist der Hallenkomplex fertiggestellt. Wenige Monate später ziehen dann auch schon die Produktionsanlagen für die Batteriemontage ein. Diverse Lieferanten liefern diverse Anlagenteile. Es folgen Schulungen für die Mitarbeiter und der Testbetrieb. Ein Großteil der künftig 1.600 Mitarbeiter kommt von anderen BMW-Standorten. Viele von ihnen überwachen die automatisierten Anlagen und greifen bei technischen Fehlern ein.

Fünf Schritte der Batteriemontage

Die einzelnen Batteriezellen für die Hochvoltspeicher baut BMW nicht selbst, sondern kauft sie in China ein. Für Professor Markus Lienkamp von der Technischen Universität München eine nachvollziehbare Strategie. "In China ist das Herstellen etwa ein Drittel billiger", erklärt der E-Mobilitätsexperte, "BMW sagt ganz genau, wie die Zelle in China gefertigt werden soll, nimmt den Kostenvorteil mit".

In Straßkirchen werden die Zellen hintereinander in Reihen angeordnet. Im zweiten Schritt wird das Zellkontaktiersystem angeschweißt. Dann wird der Zellcluster ins Gehäuse eingesetzt und zur Stabilisierung mit Schaum gefüllt, der aushärtet. Schließlich wird der Energymaster, also die intelligente Steuerungseinheit des Batteriepacks, montiert.

Über eine Milliarde Euro Kosten

Das Werk in Niederbayern ist eines von fünf Hochvoltbatteriemontagewerken weltweit, die BMW in der Nähe seiner Fahrzeugproduktionsstätten gebaut hat. Allein der Straßkirchener Bau kostet über eine Milliarde Euro. "Sie müssen bei strategischen Überlegungen und Investitionen immer abwägen", sagt Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Es gäbe immer Risiken, dass Veränderungen eintreten. "Sollte die Elektromobilität dann noch stärker und weiter zulegen, dann sind wir auch in der Lage, nachzuinvestieren und weiter Geld in die Hand zu nehmen."

Investition in die Zukunft

Experten gehen davon aus, dass die Hersteller in der EU wegen rechtlicher Vorgaben 2030 etwa 50 Prozent E-Autos produzieren müssen. "Insoweit ist so ein Werk wie in Straßkirchen keine Wette auf die Zukunft, sondern eine dringend erforderliche Investition in die Zukunft", schätzt Professor Lienkamp das Vorgehen BMWs ein. Und das trotz der hohen Energie- und Produktionskosten und den massiven Stellenkürzungen in Deutschland.

Im Video: BMW-Werk - Batteriefertigung in Straßkirchen gestartet

Im neuen Werk produziert BMW Hochvoltbatterien der neuesten Generation.
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Im neuen Werk produziert BMW Hochvoltbatterien der neuesten Generation.

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