Einbürgerungstest und deutsche Reisepässe
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Staatsanwaltschaft und Polizei in Nürnberg ermittelt gegen einige Personen, die für Geld stellvertretend Einbürgerungstest gemacht haben sollen.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Fernando Gutierrez-Juarez
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Staatsanwaltschaft und Polizei in Nürnberg ermittelt gegen einige Personen, die für Geld stellvertretend Einbürgerungstest gemacht haben sollen.

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Betrug bei Deutsch- und Einbürgerungstests fliegt auf

Betrug bei Deutsch- und Einbürgerungstests fliegt auf

Nürnberger Ermittler haben einen Betrug bei Sprachtests für Ausländer aufgedeckt. Zwei mutmaßliche Täter aus Bayern und Nordrhein-Westfalen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. Ermittelt werde in ganz Deutschland.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In Nürnberg ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft zu einem mutmaßlich großangelegten Betrug rund um Deutsch- und Einbürgerungstests. Laut einer gemeinsamen Mitteilung geht es um mehrere Tatverdächtige, die für andere Personen Prüfungen abgelegt haben sollen.

Die Ermittler haben seit Oktober 2025 mehrere Fälle aufgedeckt und zwei Tatverdächtige festgenommen. Weitere Ermittlungen könnten demnach zu einer hohen zweistelligen Zahl weiterer Verfahren im gesamten Bundesgebiet führen.

Lukratives Geschäft mit falschen Zertifikaten

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren frühere Verfahren wegen gefälschter Sprachzertifikate. Diese führten im Oktober zu einem sogenannten Vermittler, einem 39 Jahre alten Iraker, der in Nürnberg agieren soll. Ihm wird vorgeworfen, keine gefälschten Zertifikate mehr zu organisieren, sondern "Stellvertreter" einzusetzen. Diese sollen mit gefälschten Dokumenten unter fremden Namen Prüfungen ablegen.

Die so erschlichenen Zertifikate würden die Auftraggeber anschließend für Aufenthalts- oder Einbürgerungsverfahren oder Führerscheine nutzen. Dafür zahlen sie zwischen 2.500 und 6.000 Euro.

So einen Schwindel entdeckte laut der Mitteilung eine weitere ermittelnde Dienststelle im Dezember: Dabei konnten in einem Prüfungsraum in Nordrhein-Westfalen zehn Personen festgestellt werden, die gerade dabei waren, die Prüfung unter falschen Personalien als "Stellvertreter" abzulegen.

Zwei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft

Im Januar 2026 nahmen Beamte einen 22-jährigen Deutschen während einer sogenannten Stellvertreterprüfung fest. Die folgenden Durchsuchungen in Nürnberg und Hamm führten zur Sicherstellung von Datenträgern, gefälschten Dokumenten, Bargeld und Betäubungsmitteln.

Der 22-Jährige und der 39-jährige mutmaßliche Vermittler sitzen in Untersuchungshaft. Die als Stellvertreter agierenden Personen soll der Vermittler überwiegend in Nordrhein-Westfalen rekrutiert haben.

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