Großer Schreck beim Schwimmen in den Morgenstunden. Im Waldsee in der Gemeinde Schechen ist ein Schwimmer von einem Biber gebissen worden. Das teilte das Landratsamt Rosenheim mit. Es sei der erste bekannte Fall im Landkreis. Der Mann war am Montagmorgen gegen 7 Uhr zum Schwimmen gegangen und dabei gebissen worden. Im Anschluss musste er im Klinikum Rosenheim behandelt werden.
Biber wollte Revier oder Nachwuchs verteidigen
Vertreter der Gemeinde und ein Biberberater haben den Unfallort inzwischen genauer untersucht. Der Biberberater vermutet, dass der Biber seine Burg oder seinen Nachwuchs verteidigen wollte. Auf seine Empfehlung hin wurden nun Hinweisschilder am Waldsee aufgestellt, die Schwimmer darum bitten, Abstand zur Biberburg und zu den Tieren zu halten.
Diese Hinweisschilder hat die Gemeinde Schechen bereits am Waldsee aufgestellt.
Da Warnschilder allein ähnliche Vorfälle nicht verhindern könnten, hat die Gemeinde Schechen außerdem die Entnahme des Bibers beantragt, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.
Landratsamt prüft Entnahme
Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Rosenheim prüfe nun den Antrag. Weil der See in einem naturschutzrechtlich besonders geschützten Gebiete liegt, wird auch die höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern eingebunden.
Laut Landratsamt ist der Waldsee ein Badesee, der von Schwimmern gerne auch in den Morgen- und Abendstunden genutzt wird. Der Natursee liegt im Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet "Innauen und Leitenwälder", das Teil des europaweiten Biotopverbunds "Natura 2000" ist. Das Gebiet gilt als wichtiger Wanderkorridor für Tier- und Pflanzenarten zwischen Alpen und Donau.
Seltene Vorfälle in Bayern
Insgesamt kommt es selten vor, dass Menschen von Bibern verletzt werden. Im Juli 2024 fügte ein Biber in München einer Frau beim Baden in der Würm eine 10 cm lange Bisswunde am Oberschenkel zu. 2015 wurde ein Spaziergänger an der Würm in Starnberg beim Spaziergehen von einem Biber angegriffen und erlitt eine tiefe Wunde an der Wade.
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