(Symbolbild) Eine Grundschülerin schreibt auf einem Arbeitsblatt.
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Bildungsmonitor: Bayern weiter auf Platz zwei

Bildungsmonitor: Bayern weiter auf Platz zwei

Bayerns Bildungssystem schneidet im bundesweiten Vergleich sehr gut ab. Zumindest laut dem neuen Bildungsmonitor, einem Ranking im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Doch in einem Bereich besteht Nachholbedarf.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Das bayerische Bildungssystem liefert weiter – zumindest im Vergleich zu anderen Bundesländern. So sehen es die Autoren des "Bildungsmonitor 2026" (externer Link). Darin werten Wissenschaftler des Instituts der Deutschen Wirtschaft verschiedene Statistiken aus. Und ranken die Bildungssysteme der Länder danach, welchen Beitrag sie zu Wohlstand und Wirtschaftswachstum beitragen. Bayern steht darin wie schon die vergangenen Jahre auf Platz zwei, hinter Sachsen. Zentrale Herausforderungen bleiben aber bestehen.

Hier glänzt Bayern

Bundesweit an der Spitze steht Bayern bei der beruflichen Bildung. In keinem anderen Bundesland gibt es ein so großes Angebot an Ausbildungsstellen. Und auch bei den Fortbildungen liegt der Freistaat ganz vorn. Außerdem hat Bayern die niedrigste Quote an Schulabbrechern in ganz Deutschland. 2024 haben in ganz Deutschland 7,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. In Bayern waren es 5,9 Prozent.

Baustelle Ganztagsbetreuung

Eine zentrale Schwäche sehen die Autoren des Bildungsmonitors dagegen beim Ausbau von Ganztagsangeboten. In Bayern werden wesentlich weniger Kinder und Jugendliche tagsüber betreut als im Bundesdurchschnitt, auch wenn die Angebote zunehmen. So geht in Bayern nur rund ein Drittel der Kindergartenkinder in die Ganztagsbetreuung. In ganz Deutschland ist es dagegen knapp die Hälfte. Ganztagsbetreuung ist aus Sicht der Autoren aber ein zentraler Hebel für Chancengerechtigkeit: Kinder aus bildungsfernen Familien könnten hier gezielt gefördert werden.

Kultusministerin: Weiter investieren

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) will sich auf den guten Ergebnissen nicht ausruhen. "Wir werden auch weiterhin kraftvoll in Bildung investieren mit zahlreichen Maßnahmen, insbesondere mit (…) einer Modernisierung der Lehrkräfteausbildung, aber auch mit zusätzlichen Stellen." Auch beim Thema Ganztag wolle man noch besser werden.

Lehrerpräsidentin: "Situation nicht spitze"

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, sagt im Gespräch mit BR24: "Die Situation an den Schulen ist nicht spitze." Im Berufsalltag werde deutlich, "dass manchen Kindern die Förderung fehlt." Es brauche mehr Ganztagsbetreuung in Bayern, um Bildungsungleichheiten anzugehen. Außerdem kritisiert die Lehrervertreterin das Stellenmoratorium an Bayerns Schulen. Im neuen Schuljahr gibt es mehr Schülerinnen und Schüler, die Zahl der Lehrkräfte bleibt aber gleich.

Leistungen nehmen in ganz Deutschland ab

Insgesamt sehen die Autoren des Bildungsmonitors eine Verschlechterung des Bildungssystems in ganz Deutschland über alle Schularten hinweg. Verglichen mit dem Jahr 2013 seien die Leistungen von Schülerinnen und Schülern zurückgegangen. Darauf deuten auch die schlechtesten jemals erhobenen Ergebnisse für Deutschland in der jüngsten PISA-Studie hin.

Besonders schlecht schneiden im Ranking des Bildungsmonitors Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen auf dem letzten Platz ab. Bessere Bewertungen erhalten neben Sachsen und Bayern dagegen Hamburg und Baden-Württemberg.

Chancengleichheit in Deutschland

Mit Blick auf ganz Deutschland sehen die Wissenschaftler die Chancengerechtigkeit als zentrale Herausforderung. "Die Kompetenzen und Abschlüsse von Schülerinnen und Schülern sind nach wie vor eng mit dem sozioökonomischen Hintergrund verknüpft", heißt es in der Studie. Ungleiche Bildungsbiografien beginnen demnach schon im Kleinkindalter. So lesen Eltern mit höherem Bildungsabschluss ihren Kindern deutlich häufiger vor als Eltern mit niedrigerem Abschluss.

Schulabbrecher nehmen zu

Besonders alarmierend ist aus Sicht der Autoren, dass die Schere im Bildungssystem immer weiter auseinandergeht. Einerseits studieren mehr Menschen, andererseits verlassen immer mehr Jugendliche die Schule ohne Abschluss. 2024 hatte rund ein Fünftel (20,4 Prozent) der 25- bis 64-Jährigen keinen Schulabschluss. Dieser Wert war 2015 auf knapp ein Sechstel (16,2 Prozent) gesunken. Besonders ausländische und bildungsferne Jugendliche sind betroffen.

Kritik an Ausrichtung der Studie

Am Bildungsmonitor gibt es aber auch grundlegende Kritik. Gewerkschaften und der Deutsche Lehrerverband kritisieren die Ausrichtung der Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, einer arbeitgebernahen Lobbyorganisation. Denn sie misst die Bildungssysteme rein an bildungsökonomischen Kriterien, also an ihrem Beitrag zum Wirtschaftswachstum. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann meint ganz allgemein: "Wir brauchen nicht noch 20 Studien, um zu wissen, was Kinder eigentlich brauchen. (…) Wir Lehrerinnen und Lehrer brauchen die Chance, jedes einzelne Kind zu fördern."

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