Der neue Eichstätter Bischof Christian Würtz bei der Bekanntgabe am Dienstag.
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Bischof Würtz: "Die Kirche muss sich immer reformieren"

Bischof Würtz: "Die Kirche muss sich immer reformieren"

Der neue Eichstätter Bischof Christian Würtz warnt davor, dass sich die katholische Kirche in Flügelkämpfen verliert. Möglichen Reformen steht der 55-Jährige offen gegenüber – will sie aber nicht um jeden Preis.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Glauben Zweifeln Leben am .

Am Dienstag hat Papst Leo XIV. den Freiburger Weihbischof Christian Würtz zum neuen Bischof von Eichstätt ernannt: Ein Mann von außen wird nun die Geschicke des Bistums Eichstätt lenken, in einer Zeit, in der in der katholischen Kirche um Reformen gerungen wird.

Im Interview mit dem BR-Magazin "Glauben Zweifeln Leben" am Sonntagvormittag auf Bayern 2 sprach Würtz nun über notwendige Veränderungen, den Pflichtzölibat und darüber, wie er junge Menschen erreichen will.

Würtz will unterschiedliche Strömungen zusammenhalten

"Die Kirche muss sich immer reformieren. Wenn wir stehen bleiben und sich gar nichts ändert, dann bringt das die Kirche auch nicht voran", so Würtz im BR-Interview. Gleichzeitig sieht es Würtz als seine Aufgabe als Ortsbischof, die unterschiedlichen Strömungen in der Kirche zusammenzuhalten. Er setze auf Einheit.

Als Freiburger Weihbischof hatte sich Würtz in der großen Reformdebatte der katholischen Kirche als vorsichtiger Reformer gezeigt. So stimmte er beim sogenannten Synodalen Weg, dem Reformprozess der katholischen Kirche, etwa für kontrovers diskutierte Veränderungen, etwa Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare und mehr Mitsprache von Laien.

Neuer Bischof will offene, sorgfältige Debatte zum Zölibat

Sein Vorgänger als Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, lehnte die Reformvorschläge ab. Würtz will daraus keinen Gegensatz machen: "Dass man sich nicht in Flügelkämpfe verliert, sondern dass man immer schaut, was ist das Verbindende und das Zentrale. Das ist auch eine wichtige Sache bei der Synodalität, dieses Aufeinanderhören, das Miteinander, unterwegs sein, voneinander lernen, seine Meinung nicht von vornherein gleich absolut setzen."

Sein Credo: Reformen ja – aber nicht um jeden Preis. Beim Pflichtzölibat spricht Würtz sich für eine offene, sorgfältige Debatte aus. Man müsse genau abwägen, was Aufgabe und Gewinn einer möglichen Änderung wären. Bei Zukunftsthemen wie der Klimadebatte oder der Frage zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) sieht Würtz die Kirche als einen Ort, an dem junge Menschen ihre Stimme einbringen und Gesellschaft wie Kirche mitgestalten können.

Ein voller Dom für den neuen Bischof

Bei seiner Ernennung war Würtz nach eigener Aussage das erste Mal überhaupt in Eichstätt. "Ich vermute mal, dass die allermeisten, als sie den Namen Christian Würz gehört haben, gar nichts damit anfangen konnten", sagt der neue Eichstätter Bischof. "Aber es war dann für mich schon sehr schön zu erleben, dass der Dom so voll war, dass die Menschen dann auch ja spontan applaudiert haben, und ich bin ja dann direkt im Anschluss an die Verkündigung der Ernennung auch auf dem Vorplatz des Domes gewesen und habe da vielen Menschen begegnet."

Schon nach dem Abitur war für Christian Würtz Theologie eine Option, er entschied sich dann aber doch erstmal für Jura: "Dann hab ich Jura erstmal fertig gemacht und hab gedacht, jetzt probiere ich mal noch Theologie und ich kann auch heute wirklich sagen, ich hab es keinen Tag bereut, es war dann die richtige Entscheidung."

Christian Würtz übernimmt das Bistum Eichstätt nach dem Finanzskandal, zu dem im Mai die Urteile gesprochen wurden. "Ich bin sehr froh, dass das jetzt auch schon vorher abgeschlossen ist." Er habe zwar am Dienstag schon die Finanzdirektorin getroffen, "wahrscheinlich müssen wir wie in allen Diözesen Deutschlands auch sparen, auch in Eichstätt, das ist mir schon auch bewusst", sagt Würtz im BR-Interview. "Es ist vielleicht manchmal gar nicht verkehrt, wenn jemand von außen kommt, weil er an vieles sehr unbefangen rangehen kann."

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