Unbekannte haben mutmaßlich mit Tierblut gefüllte Luftballons an die Moschee der türkischen Gemeinde in Memmingen geworfen und dort einen Schweinekopf hinterlassen. Den Schweinekopf steckten die Täter auf den auf einer Mauer angebrachten Halbmond im Eingangsbereich der Moschee, wie das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten berichtete. Die Tat ereignete sich am frühen Freitagmorgen – vermutlich im Rahmen der "Freinacht" zum 1. Mai.
Gebäude gesäubert, Staatsschutz ermittelt
Die Stadt und Feuerwehr entfernten die Schmiererei am Freitagvormittag. Wie die Generalstaatsanwaltschaft München mitteilt, gehen die Behörden von einem islamfeindlichen Motiv aus und ermitteln zusammen mit dem Fachkommissariat Staatsschutz der Kripo Memmingen – wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und Sachbeschädigung.
Die Moschee gehört der türkisch-islamischen DITIB-Gemeinde Memmingen. Auf ihrem WhatsApp-Kanal schreibt die Gemeinde, dass sie die Tat als "Angriff auf die Werte des friedlichen Miteinanders" verstehe. Man lasse sich nicht einschüchtern und wolle ein Ort der Begegnung und des Friedens bleiben. Memmingens Oberbürgermeister, Jan Rothenbacher (SPD), sprach auf Instagram von einer "ungeheuerlichen Respektlosigkeit".
Übergriffe und Diskriminierung gegen Muslime auf Höchststand
2024 war die Zahl antimuslimischer Vorfälle in Deutschland auf einem neuen Höchststand gestiegen. 3.080 Übergriffe und Diskriminierungen erfasste die Claim-Allianz. Das war eine Zunahme von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.926). Im Vergleich zu 2022 haben sich die Vorfälle sogar mehr als verdreifacht.
Mit Informationen von dpa
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