Die Hitze macht dem Bodensee zu schaffen: Im Uferbereich entstehen Blaualgen, also giftige Cyanobakterien.
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Die Hitze macht dem Bodensee zu schaffen: Im Uferbereich entstehen Blaualgen, also giftige Cyanobakterien.
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Bodensee im Hitzesommer: Wasserstand fällt jeden Tag weiter

Bodensee im Hitzesommer: Wasserstand fällt jeden Tag weiter

Der Bodensee verliert Wasser – jeden Tag zwei, drei Zentimeter. Für diese Jahreszeit sind die Pegel historisch niedrig. An den Ufern ist das sichtbar, auch in den Häfen, wo Boote nicht anlegen können. Grundsätzlich aber ist der See in gutem Zustand.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Kurz vor der Lindauer Insel erhebt sich eine Sandbank knapp unter der Wasseroberfläche. Ein Bootsvermieter hat eine Leiter in den Bodensee gestellt und eine rote Fahne daran befestigt. Das Provisorium soll Bootsfahrer warnen, dass sie nicht auf Grund laufen. Denn das Wasser soll dort gerade mal 20 Zentimeter tief sein. In der Nähe im Hafen können Besitzer größerer Boote inzwischen nicht mehr in Ufernähe an den Stegen anlegen. Dort ist es ebenfalls zu flach.

Für diese Jahreszeit außergewöhnlich

Für diese Jahreszeit ist das außergewöhnlich: Normalerweise liegt der Pegel im Sommer rund 1,20 bis 1,30 Meter höher (Mittelwasser). Mit Einsetzen der Schneeschmelze in den Bergen erreicht der Bodensee im Juni/Juli seinen Wasserhöchststand. Vor allem der Rhein speist durch Niederschläge im Alpenraum den Bodensee. Doch es fehlt an Schmelzwasser und an Regen. Der Hauptzufluss und andere Flüsse wie Argen und Schussen bringen zurzeit vergleichsweise wenig Wasser mit in den See: Gerade sind es rund 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Zugleich fließen 180 Kubikmeter auf der Westseite bei Stein am Rhein wieder aus dem See heraus (Stand: 28.07.2026). Macht ein Minus, das den Seespiegel jeden Tag um zwei, drei Zentimeter sinken lässt.

Wasserstand sinkt kontinuierlich

Auch ein paar teils sehr heftige Gewitter mit Starkregen in den vergangenen zwei Wochen haben daran kaum etwas geändert. Zudem ist es heiß und viel Wasser verdunstet. Die Folge: Der Wasserstand sinkt kontinuierlich und ist historisch niedrig. Seit Mitte Juni liegt er unter den bisher gemessenen Minimalwerten. Seit Mitte Juli ist der Referenzpegel in Konstanz von 3,10 Meter auf jetzt 2,89 Meter (Stand: 31.07.2026) gefallen, Tendenz: weiter sinkend.

Segelschule: Künftig eher flache Schiffe nutzen

Das macht sich besonders auch am Untersee im Westen des Bodensees bemerkbar, wo es ohnehin nicht so tief ist wie am Obersee. Passagierschiffe können etwa die Anlegestelle Mannenbach nicht anfahren.

Auch in den Häfen wird es immer flacher: In Radolfzell hatten bereits Mitte des Monats viele Besitzer ihre Boote aus dem Yachthafen genommen und die Saison beendet. Größere Motorboote und Segelschiffe mit viel Tiefgang können Liegeplätze in Ufernähe am Sporthafen Herrenbruck in Reichenau nicht mehr ansteuern, weil es zu flach ist. Mit Blick auf solche Schiffe sagt Kolja Packard von der Segelschule Insel Reichenau: "Sie sind vielleicht nicht ganz natürlich für dieses Revier." Da sei ein Umdenken gefordert.

Giftige Algen bilden sich im Wasser

Durch die Hitze erwärmt sich das Wasser auch immer schneller. Wo es flach ist und es wenig Bewegung gibt, wie etwa im Hafen zwischen Lindauer Insel und Festland, bilden sich vermehrt giftige Algen. Dort rät das Gesundheitsamt weiter davon ab, ins Wasser zu gehen. Proben hatten den Verdacht auf Cyanobakterien bestätigt: Blaualgen. Deren Giftstoffe können bei Menschen Hautreizungen oder Durchfall verursachen. Vor allem für Hunde sind sie gefährlich. Auch in der Nähe in Langenargen und Eriskirch hatte es bereits Befunde wegen der Algenbildung gegeben. Das Landratsamt im Bodenseekreis konnte dort inzwischen aber wieder Entwarnung geben.

Wasser im Bodensee wird immer wärmer

Auch wird das Wasser im See in 250 Meter Tiefe immer wärmer. Das beobachten Wissenschaftler schon lange. Das hat Folgen: Der Bodensee durchmischt seit einigen Jahren nicht mehr so gut wie früher. Normalerweise kommen durch Stürme im Frühjahr eigentlich Nährstoffe vom Grund nach oben und lebenswichtiger Sauerstoff von der Wasseroberfläche in die Tiefe. Durch das wärmer werdende Wasser funktioniert diese Zirkulation nicht mehr so zuverlässig.

Wasserqualität seit 1980er Jahren stetig verbessert

Was dem See in dieser Situation helfe, so Piet Spaak, Leiter des internationalen Forschungsprojekts "SeeWandel-Klima", sei seine gute Wasserqualität. Die wird seit den 1980er Jahren stetig besser. Und das stimmt den Forscher trotz der aktuellen Situation positiv. Er sagt: "An sich geht es dem See gut."

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