Die Brauerei Oettingen von außen, im Vordergrund Lkw des Unternehmens
Die Brauerei Oettingen von außen, im Vordergrund Lkw des Unternehmens
Bild
Das Unternehmen will eigenen Angaben nach ein "in Deutschland verwurzeltes Familienunternehmen" bleiben.
Bildrechte: BR
Schlagwörter
Bildrechte: BR
Audiobeitrag

Das Unternehmen will eigenen Angaben nach ein "in Deutschland verwurzeltes Familienunternehmen" bleiben.

Audiobeitrag
>

Brauerei Oettinger will Geschäft im Ausland ausbauen

Brauerei Oettinger will Geschäft im Ausland ausbauen

Die Oettinger Brauerei will ihr Geschäft im Ausland ausbauen. Dies habe aber keine steuerlichen Gründe, wie das Unternehmen mitteilt. Anlass sei unter anderem der sinkende Bierkonsum in Deutschland. Arbeitsplätze sollen dabei nicht verlagert werden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die Brauerei Oettinger mit Sitz im schwäbischen Oettingen will den Absatz im Ausland steigern. Das hat das Unternehmen auf BR-Anfrage bestätigt. Man wolle das Geschäft im Ausland ausbauen, neu sei das aber nicht. Grund sei unter anderem der gesunkene Bierkonsum in Deutschland. Deshalb sei das Unternehmen bereits seit längerer Zeit international tätig und weite dieses Geschäft stetig aus. Die Ausrichtung auf Auslandsmärkte sei "Teil einer langfristig angelegten Unternehmensstrategie". Unterdessen prüften die Gesellschafterinnen "rechtlich zulässige Strukturen", um das Auslandsgeschäft entsprechend zu organisieren.

"Keine Verlagerung von Arbeitsplätzen"

Damit sei "keine Verlagerung von Wertschöpfung oder Arbeitsplätzen aus Deutschland verbunden", so Oettinger in seiner Stellungnahme weiter. Der Unternehmenssitz von Oettinger bleibe in Deutschland, das Unternehmen bleibe ein "in Deutschland verwurzeltes Familienunternehmen".

Vergangenes Jahr wurde bereits bekannt, dass Oettinger die Bierproduktion in Braunschweig einstellt. Über 120 Beschäftigte verloren ihren Job.

"Steuersitz der Oettinger Brauerei GmbH ist und bleibt in Deutschland"

Dass die Brauerei ihr Geschäft im Ausland ausbauen will, hat eigenen Angaben zufolge keine steuerlichen Gründe. Der Steuersitz "ist und bleibt in Deutschland", heißt es von der Brauerei. Das Unternehmen widerspricht damit der Bild-Zeitung [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. Die Brauerei werde alle steuerlichen Verpflichtungen "selbstverständlich" und "vollumfänglich" in Deutschland erfüllen.

Die Zeitung hatte über die Osterfeiertage berichtet, die Brauerei Oettinger wolle bei der internationalen Expansion Steuern sparen, indem das Auslandsgeschäft des Unternehmens über eine neue Vertriebsfirma im Schweizer Kanton Zug, bekannt auch als "Steueroase", organisiert werden solle. Die Bild-Zeitung habe Zugang zu über 130.000 vertraulichen Dokumenten, aus denen diese Pläne hervorgingen.

Sprechchöre gegen ehemaligen Geschäftsführer

Oettinger gehört mit einer Jahresproduktion von rund sechs Millionen Hektolitern zu den größten Getränkeherstellern Deutschlands. Das 1731 gegründete Familienunternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 700 Mitarbeitende.

Seit dem 1. April hat der schwäbische Getränkehersteller mit Thilo R. Pomykala einen neuen Geschäftsführer. Er folgt auf Stefan Blaschak. Dieser wollte Oettinger fit für die Zukunft machen, etwa mit diversen antialkoholischen Getränken. Unter Stefan Blaschak streikten im August 2025 rund 200 Beschäftigte, die unter anderem einen Führungswechsel forderten. Das Unternehmen betont unterdessen, der Weggang Blaschaks sei bereits bei dessen Amtsantritt 2023 vereinbart worden und stehe in keinem Zusammenhang mit den Protesten.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!