Wenn Bürgermeister Reinhard Schwarz (CSU) über seine Heimatgemeinde Trausnitz im Landkreis Schwandorf spricht, gerät der 56-Jährige regelrecht ins Schwärmen. Seien es die Grundschule, der Kindergarten, die Jugendherberge oder die zahlreichen Wanderwege in der idyllischen Natur, die den Ort umgibt: Für ihn gibt es einfach kein schöneres Fleckchen Erde.
Per Urwahl zum Bürgermeister-Job
Mehr als 20 Jahre ist Schwarz bereits im Gemeinderat aktiv, seit 2024 ist er 1. Bürgermeister des 900 Seelen-Ortes. Dabei wollte er das Ehrenamt zunächst gar nicht haben. Nachdem sein Vorgänger zurückgetreten war, gab es zunächst keinen einzigen Kandidaten für die Nachfolge. Ein Problem, mit dem viele Gemeinden in Bayern mittlerweile konfrontiert sind.
Und so musste per Urwahl entschieden werden: Die Bürgerinnen und Bürger konnten Namen für mögliche Kandidaten einfach aufschreiben. Am Ende kam es zu einer Stichwahl, bei der Reinhard Schwarz die meisten Stimmen erhielt. "Wenn das Vertrauen so groß ist in der Gemeinde, dass man so bestätigt wird, dann steht man ja irgendwie in der Pflicht (...) und darum hab ich dann das Amt übernommen," so Reinhard Schwarz im Gespräch mit BR24.
Trausnitzer sind dankbar für ihren Bürgermeister
Und in Trausnitz sind sie froh, dass sie weiterhin einen Bürgermeister haben. Mit Schwarz' Arbeit sind die meisten im Ort sehr zufrieden. Als einen "Mann, der handelt", bezeichnet ihn eine Bürgerin, ein anderer lobt besonders die Ehrlichkeit, auf die man sich bei Reinhard Schwarz immer verlassen könne.
Der Bürgermeister wider Willen stammt aus der Mitte der Bürgerinnen und Bürger, kennt so gut wie jeden persönlich, war jahrelang auch bei der Feuerwehr aktiv. So könne er den Menschen in Trausnitz auf Augenhöhe begegnen. Das sei ihm extrem wichtig, sagt er.
Deshalb nehme er sich auch immer wieder Zeit für Sprechstunden, in denen er das persönliche Gespräch sucht und sich die Anliegen der Gemeindemitglieder anhört. Und das, obwohl der 56-Jährige neben dem Bürgermeisterjob noch Vollzeit in einer Glasfertigung in Schicht arbeitet. 16-Stunden-Tage seien durch die Doppelbelastung normal, sagt Schwarz.
Noch bis 2032 im Amt
"Es ist hart, aber wenn man ein Amt übernommen hat, dann jammert man nicht immer, das will ich nicht. (...) Ich bin gewählt worden und ich habe schöne Zeiten als Bürgermeister, und es gibt auch harte Zeiten, aber ich stehe für die Arbeit, die ich übernommen habe, und die will ich bestens erledigen", sagt er im Gespräch mit BR24. Wer gewählt sei, müsse alles geben. Und auch wenn es auf Umwegen geschah, sagt Schwarz voller Überzeugung: "Ich bin stolz, Bürgermeister dieser Gemeinde zu sein."
Noch bis 2032 wird Reinhard Schwarz auf jeden Fall im Amt bleiben: Weil er erst vor zwei Jahren Bürgermeister wurde, überspringt er die jetzige Kommunalwahl. Ob er in sechs Jahren noch einmal kandidieren wird? Das Trausnitzer Urgestein schließt es zumindest nicht aus.
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