In der Kategorie "Bester Film" gewann das Drama "Amrum" nach dem Roman von Hark Bohm. Regisseur Faith Akin, der mit "Amrum" in 2025 auch zum Cannes Filmfestival eingeladen war, erzählt hier die Kindheitserinnerungen des jungen Nanning, der auf der Insel Amrum die letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs erlebt.
Regisseur Fatih Akin mit "Amrum"-Hauptdarsteller Jasper Billerbeck.
Leonie Benesch und Rainer Bock beste Darsteller
Leonie Benesch ("Das Lehrerzimmer", "September 5") wurde als beste Darstellerin für "Heldin" ausgezeichnet. Benesch spielt eine Krankenpflegerin, der Film begleitet sie einen Tag lang bei ihrer sowohl physisch als auch psychisch fordernden Spätschicht in einem Schweizer Krankenhaus. Benesch war wegen Krankheit nicht nach München zur Verleihung gereist.
Leonie Benesch als überforderter Krankenschwester in "Heldin" (Filmszene).
Rainer Bock gewann als bester Darsteller in "Karla" als Richter, der in den Sechziger Jahren ein junges Mädchen unterstützt, die ihren Vater wegen sexuellen Missbrauchs anklagt. Die BR-Koproduktion "Karla", das Spielfilmdebüt von Christina Tournatzés, sicherte sich gleichzeitig den Drehbuchpreis. Bock war sichtlich gerührt, als das Maskottchen seines Lieblings-Fußballvereins auf die Bühne kam, um ihm seinen Pierrot zu überreichen.
In seiner Dankesrede appellierte Bock an die Politik: "Streicht keine offene Stellen in Jugendämtern und Jugendfürsorge-Einrichtungen, tut das bitte nicht!"
Karla (Elise Krieps) und Richter Lamy (Rainer Bock) sitzen sich in Lamys Büro gegenüber in "Karla" (Filmszene).
Regie-Preis für "In die Sonne schauen"
Der Preis für die beste Regie ging am Mascha Schilinski für "In die Sonne schauen". Es ist erst ihr zweiter Spielfilm. Das historische Drama ist eine Reise durch die Epochen an einem Vierseithof in der Altmark. Über 100 Jahre begleitet Schilinkski hier verschiedene Familien, ihre Emotionen, ihre Ängste und Hoffnungen.
Eine junge Frau und der Traum von einem anderen Leben: "In die Sonne schauen" (Filmszene)
Der Film - mehr Mosaik aus Stimmungen als ein stringentes Drama - war 2025 bereits im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes zu sehen, gewann dort den Jury-Preis und wurde im Laufe des Jahres 2025 noch mehrfach international ausgezeichnet.
Insgesamt vier Auszeichnungen für den BR
Der BR kann sich über insgesamt vier Bayerische Filmpreise freuen. Neben den zwei Auszeichnungen für "Karla" ging der Newcomer-Regiepreis an Michael Kofler für die BR-Koproduktion "Zweitland". Das Drama behandelt die Terrorwelle 1961, die Südtirol erschütterte.
Zudem wurden Til Schindler und Heike Hanold-Lynch in der Kategorie "Entdeckung" für ihre schauspielerischen Leistungen im Film "Scham" ausgezeichnet. Die beiden Darsteller hatten bis direkt vor der Verkündung im Saal kein Ahnung, dass sie Preisträger waren. Sichtlich erstaunt kamen sie auf die Bühne, um ihre Pierrots in Empfang zu nehmen.
Kein Bayerischer Filmpreis ohne ihn: Michael "Bully" Herbig.
Kein Bayerischer Filmpreis ohne Michael "Bully" Herbig
Michael Bully Herbig bekam heuer seinen zehnten Bayerischen Filmpreis. Der unangefochtene Vorreiter in Sachen "Pierrots" wurde für den erfolgsreichsten Film des Jahres 2025 ausgezeichnet. Das "Kanu des Manitu" haben sich mehr als sechs Millionen Kinobesucher angeschaut. Das war nicht nur für Bully selbst ein "echtes Geschenk", wie er vorab erzählte.
Auch die Kinobetreiber waren erfreut über den Erfolg der Komödie. "Wir sagen 'Danke Bully!' ", bringt es beispielsweise Markus Schmölz aus Fürstenfeldbruck auf den Punkt. Die Kinobetreiber hätten allesamt erlebt, dass Leute ins Kino gekommen sind, die schon Jahre nicht mehr da waren.
Bei seiner Dankesrede brach Michael "Bully" Herbig eine Lanze für das Kino: "Bitte Leute, geht ins Kino. Ihr verpasst auf diesen kleinen Bildschirmen mindestens zwei Drittel vom ganzen Film. Geht ins Kino, die Kinobetreiber brauchen das!"
Schauspieler Florian David Fitz erhält den Ehrenpreis.
Ehrenpreis für Florian David Fitz
Den Preis des Ministerpräsidenten bekommt dieses Mal der Münchner Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Florian David Fitz. Er war überrascht, als er die Nachricht aus der Staatskanzlei bekommen hat, erzählt er einige Tage vor der Preisverleihung. "Erst hab ich gedacht, ich hab mein Parkticket nicht bezahlt oder irgendein Scheiß ist passiert, weil da das bayerische Wappen drauf war. Häh, bin ich jetzt schon so alt?, war mein zweiter Gedanke und mein dritter: ich hab ja noch nie die CSU gewählt. Nicht, dass der Markus das einfach nicht weiß."
Humor und Tragik in vielen Filmen vereint
Markus Söder würdigt Florian David Fitz als Künstler mit "enormer kreativer Kraft", der mit Humor, Herz und Tiefgang Millionen Menschen erreiche und zugleich gesellschaftliche Verantwortung übernehme. Fitz habe mit Filmen wie "Vincent will Meer", "Willkommen bei den Hartmanns", "Der Vorname" und "Oskars Kleid" die deutsche Filmkultur nachhaltig geprägt.
Fitz dankte in seiner Rede in erster Linie "den Leuten da draußen": "Ich glaube, ich muss heute mal 'Danke' sagen. Und zwar an die ganzen Leute da draußen, die rausgehen und Politik wirklich noch machen. Denn ich bin faul, ich gehe wählen und erwarte, dass Demokratie dann für mich gemacht wird."
Der Bayerische Filmpreis ist mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 Euro dotiert.
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