Archiv: Zwei Jagdflugzeuge vom Typ F-16 (2.v.r. und 3.v.r.) der israelischen Luftwaffe (IAF), drei Eurofighter der Bundeswehr und ein Learjet der israelischen Luftwaffe fliegen zum Gedenken an das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in Formation über den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck.
Archiv: Zwei Jagdflugzeuge vom Typ F-16 (2.v.r. und 3.v.r.) der israelischen Luftwaffe (IAF), drei Eurofighter der Bundeswehr und ein Learjet der israelischen Luftwaffe fliegen zum Gedenken an das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in Formation über den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck.
Bild
Luftwaffe will wieder Soldaten in Fürstenfeldbruck ausbilden
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe
Schlagwörter
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe
Audiobeitrag

Luftwaffe will wieder Soldaten in Fürstenfeldbruck ausbilden

Audiobeitrag
>

Jetzt doch: Bundeswehr hält an Standort Fürstenfeldbruck fest

Jetzt doch: Bundeswehr hält an Standort Fürstenfeldbruck fest

Die Bundeswehr bleibt am Standort Fürstenfeldbruck. Ein neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe soll auf dem geschichtsträchtigen Areal stationiert werden. Die Stadt hatte eigentlich schon andere Pläne für das Gelände.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Im oberbayerischen Fürstenfeldbruck soll ein neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe stationiert werden. "Mit dieser Entscheidung gehen wir einen weiteren Schritt für den kontinuierlichen Aufwuchs der Streitkräfte", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach Angaben seines Hauses. Damit rückt die Bundeswehr von ihrer bisherigen Entscheidung ab, den Standort Fürstenfeldbruck aufzugeben.

Kurzfristig zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten schaffen

Das neue Ausbildungsbataillon ist eine direkte Folge des Plans, die Bundeswehr personell deutlich stärker als bisher aufzustellen. "Mit der steigenden Anzahl von Rekrutinnen und Rekruten und der weiteren Umsetzung des neuen Wehrdienstes steigt unser Bedarf an Ausbildungskapazitäten deutlich", hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Ziel sei es, die bereits vorhandenen Potenziale bei den Liegenschaften kurzfristig zu decken. 

Mit der Stationierung des Luftwaffenausbildungsbataillons 2 (LwAusbBtl 2) in Fürstenfeldbruck könnten kurzfristig zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten in einem ballungsraumnahen Bereich bereitgestellt und vielen potenziellen Wehrdienstleistenden ein möglichst heimatnaher Einstellungsort ermöglicht werden. Fürstenfeldbruck liegt rund 30 Kilometer westlich von München. Ein weiteres Luftwaffenausbildungsbataillon befindet sich in Germersheim in Rheinland-Pfalz.

Stadt wollte Wohnungen auf dem Areal bauen

"Jeder Soldat mehr, jede Investition der Bundeswehr ist gut für Bayern. Wir begrüßen es", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu der Entscheidung. Jetzt müsse die Bundeswehr gestärkt und ausgebaut werden.

Ursprünglich sollte der Bundeswehrstandort zum 31. Dezember 2030 aufgegeben werden. Die Stadt Fürstenfeldbruck hatte daraufhin ein Wohnquartier für bis zu 4.000 Menschen und Flächen für 3.000 Arbeitsplätze geplant. Nach einer internationalen Ausschreibung entwarf ein Planungsbüro aus Kopenhagen ein neues Stadtquartier. Die Stadt wollte auch die bestehenden Sportanlagen auf dem Gelände nutzen, darunter ein Schwimmbad. Doch dann hatte die Bundeswehr angekündigt, das Areal aufgrund von Eigenbedarf und veränderter Sicherheitslage selbst zu behalten. Die Stadt hoffte zuletzt noch, zumindest Teilflächen nutzen zu können.

Fast 100-jährige Geschichte der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck

Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck kann auf eine lange, wenn auch wechselvolle Geschichte zurückblicken. 1934 begannen die Arbeiten, die Indienststellung erfolgte 1937. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier das US-Militär stationiert, 1956 begann die Ausbildung der ersten deutschen Jet-Piloten der neuen Luftwaffe. 2006 folgte schließlich die Einstellung des militärischen Flugbetriebes. Nach dem Beschluss der Aufgabe des Standortes 2011 war er zwischenzeitlich eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Schauplatz des Olympia-Attentats von 1972

Bekannt geworden ist Fürstenfeldbruck auch wegen des Olympia-Attentats am 5. September 1972, dem Anschlag einer palästinensischen Terrororganisation auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen. Zwei Israelis wurden ermordet, neun andere zunächst als Geiseln genommen.

Die Entführer waren mit ihren Geiseln nach stundenlangen Verhandlungen in Hubschraubern vom Olympischen Dorf zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gebracht worden, um dort mit einem bereitgestellten Passagierflugzeug auszufliegen. Es kam zu einem stundenlangen Schusswechsel mit der Polizei vor Ort. Die neun Geiseln wurden von den Terroristen mit Schusssalven im Hubschrauber ermordet, auch eine Handgranate wurde gezündet. Neben den Israelis starb auch der Polizist Anton Fliegerbauer. Ebenso wurden fünf der acht Terroristen in Fürstenfeldbruck getötet. Die Polizei nahm die verbleibenden drei Geiselnehmer fest.

Mit Informationen von dpa und AFP

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!