Ehemaliger Deutschrapper Bushido bekommt bei Bürgermeisterwahl in Grünwald drei Stimmen.
Ehemaliger Deutschrapper Bushido bekommt bei Bürgermeisterwahl in Grünwald drei Stimmen.
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Der ehemalige Rapper Bushido hatte sich zwar nicht zur Wahl gestellt, bekam bei der Bürgermeisterwahl in Grünwald aber trotzdem drei Stimmen.
Bildrechte: picture alliance / PIC ONE | Ben Kriemann
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Der ehemalige Rapper Bushido hatte sich zwar nicht zur Wahl gestellt, bekam bei der Bürgermeisterwahl in Grünwald aber trotzdem drei Stimmen.

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Bushido hängt Rummenigge bei Bürgermeisterwahl ab

Bushido hängt Rummenigge bei Bürgermeisterwahl ab

Mit nur einem Kandidaten gab es bei der Bürgermeisterwahl in Grünwald wenig Hoffnung auf eine Überraschung. Einige Wählerinnen und Wähler wollten sich mit der Auswahl offenbar nicht zufriedengeben und wurden kreativ.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Mit einer großen Überraschung hatten die Wählerinnen und Wähler bei der Bürgermeisterwahl im Münchner Vorort Grünwald vermutlich nicht gerechnet: Neben dem amtierenden Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) hatte sich keine andere Kandidatin und kein anderer Kandidat zur Wahl aufstellen lassen. Das Ergebnis war – wie zu erwarten – eindeutig: Mit 84 Prozent sicherte sich der 64-Jährige Neusiedl eine fünfte Amtszeit.

Für einen kuriosen Moment sorgte das Wahlergebnis (externer Link) dann aber doch noch – neben dem Kommunalpolitiker wurden allerhand prominente Namen auf den Wahlzetteln notiert.

846 "wählerbenannte Kandidaturen" in Grünwald

Das bayerische Gemeindewahlgesetz erlaubt es, dass Personen, die sich nicht zur Wahl gestellt hatten, gewählt werden dürfen, wenn es keine oder nur eine Wahloption gibt. Mit Neusiedl als einzigen Kandidaten war das in Grünwald der Fall.

So hatten die Wählerinnen und Wähler nicht nur die Möglichkeit, ihr Kreuz bei Neusiedl zu setzen, sondern auch einen eigenen Vorschlag zu notieren. Von den 5.287 abgegebenen, gültigen Stimmen entfielen 846 auf diese "wählerbenannten Kandidaturen" – immerhin 16 Prozent. Unter ihnen auch Anis Ferchichi, der bürgerliche Name des ehemaligen Deutsch-Rappers Bushido.

Von Dubai nach Grünwald

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, so der vollständige Name des 47-Jährigen, hatte erst vor kurzem unter großem medialen Aufsehen seinen bisherigen Wohnort Dubai verlassen und war mit seiner Frau und acht Kindern in den Nobelvorort Grünwald gezogen. Dort scheint es nun laut den Wahlergebnissen drei Personen zu geben, die an das politische Talent des ehemaligen Skandalrappers glauben und am vergangenen Sonntag seinen Namen auf dem Wahlschein notierten.

Ferchichi wuchs im Berliner Stadtteil Tempelhof auf und machte sich in der Rapszene und über diese hinaus mit provokanten Auftritten und Texten einen Namen. In der breiten Öffentlichkeit wurde Ferchichi durch eine Nähe zur organisierten Kriminalität und Gerichtsprozesse mit der Berliner Großfamilie Abou-Chaker bekannt. 2024 kündigte Ferchichi sein Karriereenede an.

Bushido hängt Weidel und Rummenigge ab

Der ehemalige Rapper kommt dem vakanten Büro des Grünwalder Bürgermeisters mit einem Stimmenanteil von rund 0,1 Prozent nicht wirklich nahe, kann sich mit seinem Wahlergebnis aber dennoch von einigen anderen bekannten Namen absetzen. Knapp hinter Ferchichi landete die in der Schweiz lebende AfD-Politikerin Alice Weidel mit zwei Stimmen. Die einstige Fußball-Größe Karl-Heinz Rummenigge konnte eine Stimme einsammeln.

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