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Hohe Benzinpreise: Kommt die Trendwende?

Hohe Benzinpreise: Kommt die Trendwende?

Am Dienstag war Sprit den zwölften Tag in Folge teurer. Die Preise am heutigen Mittwoch deuten dagegen in die andere Richtung. Prognosen sind schwierig – doch zwei Tatsachen sprechen für ein jedenfalls vorläufiges Ende der Preisrekorde.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags verteuerten sich Superbenzin der Sorte E10 und Diesel um je 1,7 Cent pro Liter, wie der ADAC mitteilte. Im Tagesverlauf des Mittwochs waren die beiden Sorten aber tendenziell billiger. Hält dieser Trend an, könnte es den ersten Preisrückgang im Tagesdurchschnitt seit Kriegsbeginn geben. 

Um 7.15, 8.30, 10.30 und 14.30 Uhr waren die vom ADAC erhobenen bundesweiten Durchschnittspreise am Mittwoch jeweils mehrere Cent niedriger als am Dienstag. Sollte es nicht zum Abend hin noch einen unerwartet starken Anstieg geben, spricht das für sinkende Preise auch im Tagesschnitt. Die Spritpreise haben sich zuletzt allerdings von ihren normalen Bewegungsmustern entfernt – Prognosen sind daher schwierig geworden. 

Bundesregierung gibt Teil der Ölreserve frei

Ein Argument für niedrigere Preise: Deutschland gibt einen Teil seiner nationalen Ölreserven frei. Die Bundesregierung komme damit einer Bitte der Internationalen Energie-Agentur (IEA) nach, teilte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit. Die IEA hatte den Mitgliedsstaaten – darunter Deutschland – empfohlen, bis zu 400 Millionen Barrel Rohöl freizugeben. Das übertrifft die bisherige Höchstmenge von 182 Millionen Barrel zu Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich.

Rohölpreis deutlich unter Hoch vom Montag

Für einen wieder sinkenden Spritpreis spricht auch, dass der Ölpreis nach einem Hoch am Montag zeitweise 120 Euro derzeit wieder deutlich niedriger ist. Der Ölpreis ist in normalen Zeiten der zentrale Treiber für Veränderungen der Spritpreise. Allerdings: Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mit zuletzt 92,44 Dollar wieder gut fünf Prozent mehr als am Vortag.

Im Visier: die Straße von Hormus

Zuletzt meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO), ein "unbekanntes Geschoss" habe ein Frachtschiff in der Meerenge von Hormus getroffen und einen Brand ausgelöst. Zudem sei im Persischen Golf vor der Küste Dubais ein Massengutfrachter von einem ebenfalls "unbekannten Geschoss" getroffen worden: Nachrichten, auf die die Energiemärkte derzeit sehr nervös reagieren.

Für die Zukunft ausschlaggebend dürfte sein, ob die Weltgemeinschaft der iranischen Sperre der Straße von Hormus mehr entgegenzusetzen hat als vollmundige Ankündigungen aus dem Weißen Haus.

Erinnerungen an die Energiekrise nach Russlands Überfall auf die Ukraine

Seit Kriegsbeginn im Iran hat der Spritpreis stark zugelegt. Vor allem Diesel verteuerte sich. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter 2,188 Euro und damit 44,2 Cent mehr als am letzten Tag vor den Angriffen. Super E10 verteuerte sich seither um 26,7 Cent auf 2,045 Euro. Die Spritpreise bewegen sich derzeit zwar auf ähnlichem Niveau wie in den ersten Monaten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022. Von den Rekorden kurz nach dem damaligen Kriegsausbruch sind sie aber noch zehn bis 15 Cent entfernt.

Grafik: So viel kostet Kraftstoff in Deutschland

Mit Informationen der dpa

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