Nach dem schweren Busunglück auf der A96 bei Igling im Landkreis Landsberg am Lech sind inzwischen alle 17 Schwerverletzten außer Lebensgefahr. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Montag mit. 13 weitere Passagiere wurden bei dem Unfall am Sonntagmorgen leicht verletzt. Zwei Menschen kamen ums Leben.
Bei den Todesopfern handelt es sich um einen 58 Jahre alten Mann und eine 27 Jahre alte Frau. Beide waren philippinische Staatsangehörige und lebten in Italien. Sie starben noch an der Unfallstelle.
Reisegruppe war auf dem Weg zum Oktoberfest
Der Reisebus war am Sonntag gegen 6 Uhr zwischen den Anschlussstellen Buchloe-Ost und Landsberg-West unterwegs, als er ohne Beteiligung eines anderen Fahrzeugs nach rechts von der Fahrbahn abkam und auf die Seite kippte. An Bord waren eine 33-köpfige philippinische Reisegruppe sowie zwei italienische Busfahrer. Die Gruppe war von Mailand auf dem Weg zum Münchner Oktoberfest.
Die beiden Busfahrer blieben nach Angaben der Polizei weitgehend unverletzt. Bis zum Sonntagabend versorgte das Bayerische Rote Kreuz nach eigenen Angaben rund 20 Betroffene in Landsberg. Einige Reisende kehrten laut BRK bereits am Nachmittag nach Italien zurück, andere blieben in der Region, um in der Nähe ihrer verletzten Angehörigen zu sein. Das BRK stellte frische Kleidung und weitere benötigte Dinge bereit. Für Betreuung, Versorgung, Behandlung und Krisenintervention waren rund 70 ehrenamtliche Katastrophenschutzkräfte alarmiert. Zusammen mit dem Rettungsdienst waren laut BRK etwa 150 Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen im Einsatz.
Am Montag ist eine philippinische Regierungsdelegation aus Frankfurt nach Landsberg gereist. Das bestätigte die Delegation auf Anfrage vom BR. Die Vertreter wollen sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und mit Verletzten sprechen. In Italien leben nach offiziellen Daten des Statistikamtes ISTAT und des Arbeitsministeriums über 150.000 registrierte Menschen von den Philippinen und bilden eine der größten Migrantengemeinschaften des Landes.
Die Regierungsdelegation zeigte sich zutiefst bestürzt und sprach den Familien der Toten ihr Beileid aus. Man sei zutiefst bestürzt und stehe in engem Kontakt mit einigen der betroffenen philippinischen Staatsangehörigen und deren Angehörigen, teilte das Generalkonsulat auf seiner Webseite mit. "Das Konsulat ist bereit, den Betroffenen und ihren Familien konsularische Hilfe und Unterstützung zu leisten."
Gutachter soll Unfallursache klären
Gegen den 40 Jahre alten Fahrer, der zum Unfallzeitpunkt am Steuer saß, wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte bereits gestern ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben. Es soll klären, wie es zu dem Unglück kam.
Nach dem Unfall waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, darunter mehrere Feuerwehren und neun Rettungshubschrauber. Die A96 wurde zunächst in beide Richtungen gesperrt und anschließend schrittweise wieder freigegeben. Kurz nach 14 Uhr konnte der Verkehr wieder ungehindert fließen.
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