(Symbolbild) Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der in seinen Händen drei Gläser Aperol balanciert.
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(Symbolbild) Dieses Getränk soll wieder mehr Menschen für die Kirche begeistern: Aperol Spritz.
Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | Helmut Meyer zur Capellen
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"Holy Aperoly" - Kann Aperol die Kirche retten?

"Holy Aperoly" - Kann Aperol die Kirche retten?

Eine evangelische Pfarrerin aus Kaufbeuren geht neue Wege, um Menschen für die Kirche zu begeistern und in ihr zu halten. Sie organisiert eine Aperol-Andacht. Kann das funktionieren? Und was hat das mit Kirche zu tun?

Über dieses Thema berichtet: Die Frühaufdreher am .

Was Dorothée Stürzbecher-Schalück veranstaltet, klingt nach einem Junggesellenabschied: "Holy Aperoly". In Wirklichkeit steckt dahinter eine Aperol-Spritz-Andacht. Diese hat sich die evangelische Pfarrerin ausgedacht, um der Welle an Kirchenaustritten etwas entgegenzusetzen. Denn im vergangenen Jahr sind in Bayern mehr als 40.000 Menschen aus der evangelischen Landeskirche ausgetreten. Die Kirche versucht seit geraumer Zeit viel, um sie zu halten. Jetzt also mit Aperol? Und wie funktioniert die Idee?

Zur Andacht ins Gartenlokal statt in die Kirche

Zur Andacht lädt Stürzbecher-Schalück in ein Gartenlokal in einem Park in Kaufbeuren. Das ist für sie Teil des Charmes ihrer Idee: "Viele Menschen trauen sich nicht über die Kirchenstufen. Und da ist es netter, wenn man sich draußen trifft, in einer Outdoor-Bar, mit dem Lieblingsgetränk in der Hand." Wenn dann alle im Liegestuhl sitzen, kommt es dann doch - das klassische Prozedere: "Musik, beten und ein kleiner Mini-Gottesdienst." Nur eben im Park und nicht zwischen Kirchenmauern. Dadurch sei das Ganze viel näher an den Menschen dran, so Stürzbecher-Schalück.

Bereits drei "Holy Aperoly"-Andachten

Die ungewöhnliche Idee kam Stürzbecher-Schalück gemeinsam mit einer Kollegin auf einer Fortbildung. Natürlich bei einem Aperol. "Wir dachten, wir müssen was machen, worauf die Leute wirklich Bock haben." Und so probierte sie die Andacht einfach mal aus.

Bereits drei Mal hat sie "Holy Aperoly" abgehalten. Bisher mit großem Erfolg. Neben Menschen, die ihre Gottesdienste ohnehin besuchen, waren auch viele dabei, die seit sehr langer Zeit nicht mehr in der Kirche waren, erzählt sie. "Viele meinten: 'So habe ich Kirche noch gar nicht erlebt.'" Und das Schöne sei, dass die Menschen nicht direkt nach der Andacht verschwinden würden, wie das bei normalen Gottesdiensten der Fall sei.

Muss es wirklich Alkohol sein?

Natürlich gibt es auch Kritik an den "Holy Aperoly"-Andachten: Muss es wirklich Alkohol sein? Und muss Aperol wirklich in den Titel? Eine Nutzerin kommentiert auf Instagram, mit Alkohol zu locken finde sie "nicht sehr positiv." Aber Stürzbecher-Schalück stellt die Gegenfrage: "Warum nicht? Es ist halt catchy und provoziert ein bisschen. Und da bleiben die Leute erstmal stehen." Außerdem gebe es alkoholfreie Varianten. Auch Jesus habe viele Gespräche bei Essen und Trinken geführt. "Das Evangelium verliert nicht an Tiefe, nur weil die Umgebung anders ist."

Auch für ihre nächste Andacht am 16. Juli hat sich Stürzbecher-Schalück wieder etwas Besonderes ausgedacht. Sie gibt der Andacht das Thema "Du bist gut genug" und spielt damit auf den viralen Hit von Blumengarten, KitschKrieg und Shirin David an. Das Lied handelt davon, Anforderungen nicht gerecht zu werden und dadurch in Selbstzweifel zu geraten. Damit würde es den Kern religiöser Fragen treffen, sagt die evangelische Pfarrerin: "Die christliche Botschaft lautet seit 2.000 Jahren, dass dein Wert nicht davon abhängt, was du leistest."

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