Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität
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Opfer eines Cyberangriffs: Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität
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Opfer eines Cyberangriffs: Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität

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Cyberangriff auf LMU: Alle Studierenden aus 50 Jahren betroffen

Cyberangriff auf LMU: Alle Studierenden aus 50 Jahren betroffen

Das Datenschutzproblem an Münchens Ludwig-Maximilians-Universität weitet sich aus. Letzten Erkenntnissen zufolge sind sämtliche Zulassungsdaten betroffen; mithin alle Studierenden der vergangenen 50 Jahre. Das betroffene IT-System wurde abgeschaltet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Vor knapp zwei Wochen – also kurz vor Beginn des neuen Wintersemesters – hatte die LMU einen Hackerangriff gemeldet: Cyberkriminelle seien in das IT-System der Hochschule eingedrungen, das Ausmaß des Schadens unklar. Wenig später war von 50.000 betroffenen Datensätzen die Rede. Inzwischen zeichnen sich die wahren Dimensionen des Datenlecks ab.

Welche Daten gehackt sein dürften

Betroffen ist der Datenbestand im Zulassungssystem, in dem aktuelle und ehemalige Studenten erfasst sind. Betroffen seien damit "Immatrikulationsdaten, die ca. 50 Jahre zurückgehen. Hinsichtlich der Betroffenen ist von ca. 600.000 Datensätzen auszugehen" – so die Universität. Nach neuesten forensischen Erkenntnissen war der gesamte Datenbestand im Zulassungssystem betroffen, in dem sämtliche Daten der Studierenden verarbeitet werden, wie die LMU mitteilte.

Von 2005 an seien darunter auch Bankdaten. Je nach Einzelfall könnten zudem Krankenversicherungs- und BAföG-Nummern, Angaben zum Studienverlauf und Beurlaubungsgründe, die teils sensible Daten nach Artikel 9 der Datenschutz-Grundverordnung enthalten können, betroffen sein. Nicht jede Kategorie betreffe demnach jeden Menschen. Nach LMU-Angaben nicht betroffen: Passwörter, Prüfungsinformationen und Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen.

Verpflichtende Aufbewahrungsfrist

Die LMU weist darauf hin, dass sie als öffentliche Institution verpflichtet sei, Daten langfristig zu speichern – etwa für eine spätere Rentenberechnung. Sie orientiert sich dabei an der im Hochschulwesen üblichen Aufbewahrungsfrist von rund 50 Jahren.

Informationen für Betroffene

Diejenigen Betroffenen, von denen im System aktuelle E-Mail-Adressen vorlagen, wurden laut LMU-Sprecherin Anja-Maria Meister direkt informiert. Zwischenzeitlich wurden das angegriffene IT-System und einige andere Angebote heruntergefahren, die Daten wurden gesichert. Hinweise für Betroffene oder Studierende, die aktuell Probleme mit dem Einloggen in Web-Angebote der Universität haben, stellt die Universität hier zur Verfügung [externer Link].

Urheber der Attacke bislang unbekannt

Forderungen eines Angreifers seien bisher nicht an die LMU gestellt worden, teilte LMU-Sprecherin Anja-Maria Meister mit. Wie der Hacker ins System gelangte und wie lange er Zugriff hatte, seien demnach Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Diese klärt die LMU nach eigenen Angaben mit externen Experten, der Datenschutzaufsichtsbehörde und den zuständigen Behörden.

Es gebe weiterhin keine Anhaltspunkte, dass Daten veröffentlicht oder missbräuchlich verwendet wurden, so die LMU. Ausschließen könne man das aber nicht. Gemeinsam mit externen Experten beobachte die Hochschule das Darknet. Bei Hinweisen würden Betroffene unverzüglich informiert. Die LMU rät zu besonderer Vorsicht bei E-Mails mit Anhängen oder Links und bei verdächtigen Anrufen oder Nachrichten mit Universitäts-Bezug. 

Vorlesungsverzeichnis geht wieder online

Die Uni fährt vorsorglich abgeschaltete Systeme nach eigenen Angaben wieder hoch. Das Online-Vorlesungsverzeichnis LSF soll ab Mittwoch schrittweise wieder erreichbar sein. Aus Sicherheitsgründen sei der Zugang aber nur im Uni-Netz oder per VPN möglich. Die Systeme für Feedback- und Prüfungsprozesse EvaSys und EvaExam stehen den Angaben zufolge seit Montag wieder zur Verfügung.

Neue Studierende können sich seit dem 22. September wieder immatrikulieren, die Fristen wurden laut LMU-Angaben verlängert. Bestehende Immatrikulationen bleiben demnach gültig. Ab Dezember soll das neue System CampusOnline digitale Bewerbungen und Immatrikulationen auf Cloud-Basis ermöglichen.

Mit Informationen von dpa

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