Jeden Tag rückt die bayerische Polizei zu zahllosen Einsätzen in ganz Bayern aus. Einige davon sind 2025 besonders aufwendig und heikel gewesen – manche Polizeimeldungen aus dem vergangenen Jahr hatten hingegen auch einen weniger ernsten Hintergrund. Schräg, eigenartig, einfach besonders sind diese Einsätze, zu denen die Beamten des Freistaats im vergangenen Jahr gerufen wurden. Wir haben die besten dieser Geschichten aus dem Jahr 2025 gesammelt.
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Ein echtes Schnäppchen?
Ein Mann aus Weilheim verkaufte am 13. September auf einem Flohmarkt den Brettspiel-Klassiker "Risiko" – für 5 Euro. Was ihm erst im Nachhinein einfällt: Im Plastikeinsatz der Schachtel des Spiels hatte er sein erspartes Bargeld versteckt – kein Kleingeld, sondern eine fünfstellige Summe.
Der verzweifelte Verkäufer wandte sich an die Polizei. Die unterstützte ihn und hoffte auf einen ehrlichen Käufer. Dabei versprach sie einen "nicht unerheblichen" Finderlohn, sollte der sich bei der Polizeiinspektion Weilheim zu erkennen geben. Leider ohne Erfolg.
Selfie mit Folgen
Beim Versuch, ein Poser-Foto vor Winterkulisse zu machen, ist ein 26-Jähriger mit seinem Auto eisbaden gegangen. Der Tourist brach am 13. Januar mit einem Mietwagen in den zugefrorenen Hopfensee bei Füssen im Landkreis Ostallgäu teilweise ein.
Laut Polizei wollte der junge Mann das gute Wetter für ein Fotoshooting nutzen: Im Uferbereich war er rückwärts auf die Eisfläche gefahren, wobei die hinteren Räder einbrachen. Da er das Auto allein nicht mehr aus dem See bekam, rückte ein Abschleppdienst an und zog den Wagen heraus. Für den 26-Jährigen kam laut Polizei zu den Abschleppkosten ein Bußgeld hinzu.
Grenzkonflikt wegen einer Kuh
"Diplomatische Verwerfungen" wegen eines "unerlaubten Grenzübertritts" – das stand am 29. Januar in einem Bericht der Polizei aus dem Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der Hintergrund: Weil eine Kuh auf der falschen Weide graste, gerieten zwei Landwirte aneinander. Der Besitzer der Kuh nahm daraufhin wohl dem Besitzer der Weide das Handy weg und versteckte es in einem Stall.
Die Polizei schlichtete den Streit und ermittelte gegen den Besitzer der Kuh wegen Diebstahls. Die Kuh selbst hatte wohl keine ernsthaften Konsequenzen wegen ihres "Grenzübertritts" zu befürchten. "Ob das Gras im fremden Weideland grüner ist oder schlichtweg besser schmeckt, darüber gab die sehr entspannt wirkende Kuh keine Auskunft", teilte die Polizei abschließend mit.
Die 100-Jährige, die aus dem Fenster stieg …
… und gefunden wurde! Am 13. Mai, am bayerischen Sicherheitstag, entdeckte jemand eine herrenlose Schildkröte in der Coburger Innenstadt. Er übergab sie der örtlichen Polizei, die einen Infostand in der Altstadt aufgebaut hatte. "Mit detektivischem Gespür und gezielten Befragungen" machte sich die Polizei sogleich auf die Suche nach den Eigentümern.
Die waren schnell gefunden. Ein Glück: Schildkröte "Guggi" lebt seit dem Jahr 1925 bei der gleichen Coburger Familie. Damals habe der Schwiegervater der aktuellen Besitzerin das Tier zu seiner Einschulung erhalten. Seitdem lebe "Guggi" glücklich und zufrieden im selben Haushalt. Das Tier ist also mindestens 100 Jahre alt.
Kinderspiel?
Fahrerflucht mit besonderem Zeugen: In Traunstein sah am 3. Juli ein Dreijähriger, wie ein Auto ein parkendes Fahrzeug beschädigte und danach die Unfallstelle verließ. Das kleine Kind spielte seinem Vater danach den ganzen Unfall detailliert mit seinen Spielzeugautos nach.
Weil der Junge den Vorfall und den Fahrzeugtyp so genau beschreiben konnte, fand die Polizei das Fluchtfahrzeug schnell – der Unfall konnte aufgeklärt werden. Die Polizeibeamten waren "beeindruckt", wie auch die Jüngsten in der Gesellschaft bei der Aufklärung von Straftaten mithelfen können. Unabhängig vom Alter könne jeder einen Unterschied machen, so die Polizei.
James Bond in Bayern
Eine Szene wie im Action-Film: Am 6. Juli wechselte ein Aston Martin mit britischer Zulassung wie James Bond das hintere Kennzeichen während der Fahrt, auf der A8 kurz nach der österreichischen Grenze. Das bemerkte zufällig ausgerechnet ein Polizist. Bei Übersee wurde der Wagen dann von der Verkehrspolizei gestoppt.
Es stellte sich heraus: Mit einer Funkfernbedienung konnte der britische Fahrer das Kennzeichen einfach drehen. Ohne 00-Status bedeutete das allerdings: Ermittlungen wegen Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauchs. In "Goldfinger" konnte James Bond mit seinem Aston Martin übrigens zwischen drei Kennzeichen wechseln.
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