Mit einer 70-Meter-Teleskop-Arbeitsbühne fahren die Handwerker über die Schlucht zum Denkmal von Max II.
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Denkmal in Steilwand: Restaurierung in schwindelerregender Höhe

Denkmal in Steilwand: Restaurierung in schwindelerregender Höhe

Das in die Jahre gekommene Denkmal von König Max II. thront in einer Steilwand über dem Lech. Damit die Restauratoren die Büste erreichen, gibt es nur eine Möglichkeit: Mit einer Teleskop-Arbeitsbühne müssen sie über die Schlucht gehoben werden.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Marinus Bair und Valentin Kamm legen am Parkplatz beim Lechfall ihre Sicherungsgurte an. Vor ihnen geht es 25 Meter runter in die Schlucht. Gegenüber in der senkrechten Steilwand des Marienfelsens thront sie: Die restaurierungsbedürftige Büste König Max II. – in einer Nische mitten im Fels. Mit einer Teleskop-Hebebühne wollen der Steinmetz und der Spengler jetzt etwa 25 Meter weit über den Abgrund fahren, um die Büste wieder auf Vordermann zu bringen.

Büste von König Max II. ist in die Jahre gekommen

Am 26. Juni 1866 wurde die Büste im Marienfelsen direkt neben dem Lechfall in Füssen enthüllt – im Beisein von Königin Marie. Zwei Jahre nach dem Tod von Max II. setzte die Stadt dem Vater Ludwigs II. und dem Erbauer von Schloss Hohenschwangau als erste bayerische Stadt ein Denkmal. Und genau dieses ist in die Jahre gekommen.

Bisher konnten die Handwerker die Büste nur mit dem Fernglas begutachten. Welche Schäden sie genau erwarten wissen sie noch nicht. "Das ist reine Spekulation, aber man hat ja Erfahrungswerte, wo man gewisse Sachen eingrenzen kann und genau so wissen wir's erst, wenn wir vor Ort sind", sagt Bair.

Handwerker schweben 25 Meter über der Schlucht

Im Korb der Hebebühne fahren Bair und Kamm über den Abgrund. Die Touristen auf dem Maxsteg beim Lechfall staunen nicht schlecht, als die Handwerker quer über die Schlucht zum Denkmal in der Felswand schweben. Unten rauscht der Lech, oben grinst Spengler Valentin Kamm: "Das ist schon ganz lässig. Wir haben ja eh einen Beruf, wo man in der Höhe ist. Aber so über den Lechfall drüber raus, das ist eine einmalige Geschichte."

Bevor die beiden das Denkmal in Augenschein nehmen können, müssen sie erst den Weg frei machen: Mehrere Äste einer Kiefer müssen aus dem Weg - mit Astschere und Säge. Und dann können sie schauen, wie es um Max II. steht. Wind, Wetter und Wurzeln haben der Büste zugesetzt: Sie ist verfärbt, der Steinsockel weist Risse und Abplatzungen auf, die Steintafel darüber ist nicht mehr lesbar, die Verankerung der Bronzetafel darunter rostet.

25 Meter über dem Abgrund legen die beiden routiniert, aber behutsam Hand an. Hektik ist hier fehl am Platz. Jeder Handgriff muss sitzen: "Werkzeug sollte jetzt keins runterfallen oder irgendwelche Blechteile. Wir müssen alles anbinden, dass da uns auch nichts verloren geht", sagt Kamm.

Zum Audio: Restaurierung in schwindelerregender Höhe

Die Handwerker stehen auf einer Hebebühne, um die Büste von Max II. zu sanieren.
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Die Handwerker (Marinus Bair, Alexander Bopp, Valentin Kamm) stehen auf einer Hebebühne, um die Büste von Max II. zu sanieren.

Schmutzablagerungen machen Marmorbüste "ausdrucksstark"

Max II. lässt das alles kalt. Streng blickt der Monarch in die Ferne, während die Männer in der Hebebühne um ihn herum werkeln. Die Marmorbüste ist in erstaunlich gutem Zustand. Allerdings strahlt sie nach 160 Jahren längst nicht mehr in reinstem Weiß. Max hat eine gewisse graue Patina angesetzt. Das soll aber auch so bleiben, sagt Steinmetz Marinus Bair. Die Kontraste und Konturen kommen so viel besser zur Geltung. "Durch die Schmutzablagerungen wird das Porträt eigentlich dann erst so ausdrucksstark, wie es jetzt ist und das versuchen wir auch irgendwie so zu erhalten. Man muss schon einmal drüber, aber ganz vorsichtig und dezent, dass die Wirkung noch so toll bleibt, wie es jetzt ist. Also das macht es dann erst so richtig lebendig und ausdrucksstark."

Sanierung kostet bis zu 30.000 Euro

Fünf Tage haben die Restauratoren Zeit, um den alten Max aufzuhübschen. Das Denkmal soll wieder so zur Geltung kommen wie vor 160 Jahren: "Würdig einem König und der Stadt und ihrem Magistrat, ihren Bürgern angemessen." Die Sanierung des Max II.-Denkmals am Lechfall kostet nach Angaben der Stadt Füssen bis zu 30.000 Euro.

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