Aufregung im Landkreis Erding: In der Nähe des Münchner Flughafens ist möglicherweise eine freilaufende Raubkatze unterwegs. "Nach erster fachlicher Einschätzung könnte es sich um einen Puma handeln", sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Erding. Die Behörde ruft die Bevölkerung zur Vorsicht auf, die Polizei hat eine größere Suchaktion gestartet. In der Nacht wurden auch Wärmebildkameras eingesetzt – bislang gibt es keine neue Spur.
- Zum aktuellen Artikel: Rätsel um Puma-Sichtung bei Erding: Polizei sucht weiter
Jäger filmte mutmaßliches Raubtier – ist es ein Puma?
Laut Landratsamt ist die mutmaßliche Raubkatze im Notzinger Moos in der Gemeinde Oberding gesichtet worden – nur wenige Kilometer vom Airport München entfernt. Woher das Tier stammen könnte, ist nach Angaben der Pressesprecherin völlig unklar. Es gebe zwar einen Zirkus in der Region – der habe allerdings keinen Puma.
Am späten Dienstagabend hatte ein Jäger den Angaben zufolge mit seinem Nachtsichtgerät das verdächtige Tier gesehen. Er erstellte auch Videoaufnahmen, die danach ausgewertet wurden. "Die gefertigten Bildaufnahmen wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt, der davon ausgeht, dass es sich bei dem Tier um einen Puma handeln könnte", berichtete die Polizei. Das Video wurde dem BR aus Jägerkreisen zur Verfügung gestellt.
Polizei suchte mit Drohnen und Hubschrauber
Einsatzkräfte versuchten, in dem weitläufigen Waldgebiet Hinweise auf den Aufenthaltsort des Tieres zu finden. Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers sowie zusätzlicher Drohnen wurde das Areal von oben abgesucht. Außerdem waren etliche Polizisten vor Ort. Diese hätten nach Hinterlassenschaften oder gerissenen Tieren gesucht, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Abend. Die personelle Suche sei zum Einbruch der Dunkelheit gegen 19.00 Uhr beendet worden, sagte ein Polizeisprecher.
Suche mit Wärmebildkamera ohne Ergebnis – Suchhunde im Einsatz
In der Nacht auf Donnerstag wurde das Gebiet im Notzingermoos in der oberbayerischen Gemeinde Oberding mit Wärmebildtechnik aus der Luft nach dem mutmaßlichen Puma abgesucht, was nach Angaben der Polizei keine neuen Erkenntnisse erbrachte.
Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte, schlug ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes Alarm, weil er am Besucherhügel des Flughafens ein verdächtiges Tier auf einem Kamerabild gesehen hatte. Ein Hubschrauber wurde zur näheren Untersuchung geschickt, fand aber keine Großkatze. Das dort gesehene Tier sei wohl nur eine Hauskatze gewesen, hieß es.
Inzwischen setzt die Polizei auf Hunde. Zwei Hundeführer mit ihren Schäferhunden sind momentan im Einsatz – insbesondere um etwaige Beute oder Beuteteile zu finden, wie die Polizei mitteilte. Die Betreiber eines Zirkusses, der im nahegelegenen Hallbergmoos seine Zelte aufgeschlagen hat, bekräftigten auf Instagram, dass bei ihnen kein Puma ausgebüxt sei. Sie hätten gar keine Raubkatzen. Das Landratsamt Erding berät am Vormittag über das weitere Vorgehen.
"Lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen"
Das Landratsamt appelliert an die Bevölkerung, vorsichtig zu sein. Zugleich betonte die Sprecherin der Behörde, dass man keine Panik auslösen wolle. "Wir möchten nicht, dass es zu unnötiger Panik kommt. Wir möchten aber die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass man ein bisschen wachsamer seine Umgebung betrachtet."
Wer das Tier sehe oder andere Erkenntnisse über den Aufenthaltsort habe, soll sich sofort bei der Polizei in Erding melden. Keinesfalls solle man sich dem Tier nähern. Die Menschen in der Region wurden aufgerufen, Hunde vorsorglich an die Leine zu nehmen. "Und lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen", informierte das Landratsamt auf Facebook.
Zum Nachschauen: BR24live – Pressekonferenz zur möglichen Raubkatzensichtung
Polizei sucht mutmaßlichen Puma in Bayern
Kreisjäger-Chef rät nach möglicher Puma-Sichtung zu Ruhe
Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft rät zur Ruhe. "Bitte nicht aktiv nach dem Tier suchen und stattdessen die Behörden ihre Arbeit machen lassen", sagte Thomas Schreder der Deutschen Presse-Agentur. "Nachts würde ich das Gebiet auch für Spaziergänge erst mal eher meiden. Hunde sollte man auch tagsüber nicht frei laufen lassen." Panik sei sicher nicht angebracht, betonte Schreder. "Aber wenn es ein Puma sein sollte, ist das eben auch kein ungefährliches Tier."
In mehreren vergangenen Fällen in Deutschland hatten sich vermeintliche Raubkatzen-Sichtungen als harmlos herausgestellt. 2023 suchten Polizei und Jäger in Kleinmachnow bei Berlin rund 30 Stunden nach einer Löwin – am Ende war es höchstwahrscheinlich ein Wildschwein. 2025 sorgte ein vermeintlicher Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt für eine große Suche; ein Experte hielt das Tier später für eine Hauskatze. Mehrfach entpuppten sich vermeintliche Raubtiere zudem als Stofftiere, etwa in Cuxhaven und Frankfurt.
Zum Hören: Suche nach Raubkatze nahe Münchner Flughafen
07.10.2026, Bayern, Oberding: Agrarflächen, Wald und ein Hochstand sind im Notzingermoos südlich vom Flughafen München zu sehen
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