Die vollgelaufene Baugrube in der Nürnberger Südstadt.
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"Lago di Aufseß" – so haben Anwohner eine vollgelaufene Baugrube in der Nürnberger Südstadt getauft.
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"Lago di Aufseß" – so haben Anwohner eine vollgelaufene Baugrube in der Nürnberger Südstadt getauft.

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"Lago di Aufseß" in Nürnberg soll verschwinden

"Lago di Aufseß" in Nürnberg soll verschwinden

Sie ist sogar auf Google Maps zu finden, Nürnbergs berühmte, mit Wasser vollgelaufene Baugrube. Anwohner hatten sie sarkastisch "Lago di Aufseß" getauft. Doch in Wahrheit störten Mücken und Ratten die Idylle. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Die mit Wasser vollgelaufene Baugrube am Aufseßplatz in der Nürnberger Südstadt soll bald verschwinden. Sie hat als "Lago di Aufseß" überregionale Berühmtheit erlangt.

Genervte Anwohner tauften Baugrube "Lago di Aufseß"

Nürnbergs Baubürgermeister Nasser Ahmed (SPD) teilte am Freitag mit, dass der Bauträger plane, mit den Arbeiten am sogenannten "Schocken-Carré" in den kommenden Wochen zu starten. Das Projekt am zentralen Platz in der Südstadt war lange Zeit auf Eis gelegen und die Baugrube mit Wasser vollgelaufen. Genervte Anwohner hatten ihr den Namen "Lago di Aufseß" verliehen, der sogar auf Kartendiensten im Internet zu finden war.

Anwohner beschwerten sich über Mücken- und Rattenplage

Die Online-Kommentare sind größtenteils sarkastisch. Sie erstreckten sich von "Tolles Naturbad" über "Naherholung galore" bis zu "Kein kostenloses W-LAN am See, da muss die Stadt nachbessern".

Vor Ort stören sich die Anwohner nicht nur an der Optik der vollgelaufenen Baugrube, hatte Miron John, Sprecher des Solidaritätsnetzwerks Ende Juli im BR-Gespräch gesagt. Auch berichtete er von einer "regelrechten Mückenplage", sowie von Müll, Ratten und Gestank. Angelockt würden die Tiere von dem vielen Wasser, so John weiter.

Zankapfel im Kommunalwahlkampf

Auch im Kommunalwahlkampf in diesem Frühjahr kam die Baugrube groß raus. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besuchte den "Lago" – als Wahlkampfhilfe für seinen Parteifreund Marcus König, den Nürnberger Oberbürgermeister. Söder kündigte an, dass die staatliche Baugesellschaft Bayernheim einsteigen und rund 140 Millionen Euro in den Bau von 200 Wohnungen investieren werde. Damals wurde die Ankündigung vom SPD-Kandidaten Nasser Ahmed kritisch beäugt – der heute Baubürgermeister in der schwarz-roten Rathaus-Kooperation ist.

200 Mitwohnungen, Familienzentrum und mehr geplant

Auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nun 200 Mietwohnungen entstehen, davon nach aktuellem Planungsstand 126 öffentlich geförderte Wohnungen mit günstigen Mieten, heißt es in der Mitteilung.

Außerdem sind ein großer Supermarkt, ein Familienzentrum mit 75 Kindergartenplätzen, eine Erziehungsberatungsstelle und eine Arztpraxis geplant. Der Baubürgermeister geht davon aus, dass das "Schocken-Carré" im Jahr 2029 fertiggestellt sein wird.

Erinnerung an einen großen Namen

Der Name "Schocken-Carré" erinnert übrigens an die Geschichte des Standorts. Das Kaufhaus der jüdischen Gebrüder Schocken war vor dem Zweiten Weltkrieg eines der größten in Bayern. Es wurde nach dem Krieg zunächst zum Kaufhaus "Merkur", dann zu "Horten" und später zum "Kaufhof". Der stand zuletzt zehn Jahre lange leer, wurde dann abgerissen – und die Baugrube lief voll Wasser.

Dieser Artikel ist erstmals am 18. Septmber 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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