Infolge des über Wochen trockenen Wetters führen viele Flüsse in Bayern derzeit weniger Wasser. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamts für Umwelt (LfU) wies insbesondere für die Donau zuletzt sehr niedrige Wasserstände aus. Das hat Konsequenzen für die Schifffahrt.
Güterschiffe transportieren weniger Waren
Güterschiffe sind auf der Donau zurzeit mit deutlich weniger Ladung unterwegs. Wegen des Niedrigwassers müssen die Schiffe leichter sein, um nicht auf Grund zu laufen. Die Auswirkungen sind enorm: Manche Güterschiffe mit einem regulären Fassungsvermögen von 2.000 Tonnen könnten aktuell nur 300 bis 500 Tonnen laden, berichtete eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK in Nürnberg.
Die übrige Fracht werde in Häfen zwischengelagert. Für das Abladen von Gütern stünden in den Bayernhafen-Standorten Regensburg und Passau Umschlag- und Lagerkapazitäten zur Verfügung, so die Sprecherin.
Nadelöhr für Schifffahrt: Nicht ausgebaute Donau
Auf dem Main, dem Main-Donau-Kanal und den ausgebauten Teilen der Donau werde der Wasserstand durch Staustufen reguliert, erläuterte die Sprecherin weiter. Zum Nadelöhr für die Güterschifffahrt wird insofern der nicht ausgebaute Donauabschnitt zwischen Straubing und Vilshofen in Niederbayern. Schiffe müssen ihren Tiefgang täglich aktuell dem jeweiligen Wasserstand anpassen.
Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen war jahrzehntelang heftig umstritten. Ursprünglich war eine Kanalisierung geplant, doch Umweltschützer kämpften vehement gegen neue Staustufen auf der rund 69 Kilometer langen Strecke. Später wurde ein naturnaher Ausbau ohne weitere Stauwerke beschlossen. Die Fahrrinne soll künftig durchgehend tiefer sein. Dafür werden sogenannte Buhnen und andere das Gewässer regulierende Bauwerke errichtet.
Ausflugsschiffe stehen still
Auch für die Personenschifffahrt ist die Lage problematisch: Niedrigwasser bedeutet für sie teils Stillstand. Der Donaudurchbruch zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg - ein Anziehungspunkt für Touristen und Ausflügler - könne seit 6. Juli nicht befahren werden, wie Andreas Schweiger von den Vereinigten Schifffahrtsunternehmen Kelheim sagte. Demnach seien normalerweise drei Schiffe auf dem Abschnitt unterwegs.
Gerade in den vergangenen Jahren gebe es starke Schwankungen bei der Befahrbarkeit durch Niedrigwasser, aber auch durch Hochwasser, so Schweiger. Für den Donaudurchbruch brauche es einen Pegelstand von mindestens 2,30 Metern, um mit den Ausflugsschiffen passieren zu können. In den letzten zwei Wochen sei dieser Wert teils um knapp 50 Zentimeter unterschritten gewesen.
Teils Kurzarbeit für Schiffsbedienstete
Die drei Betriebe Schweiger, Steibl und Stadler, die sich zu den Vereinigten Schifffahrtsunternehmen Kelheim zusammengeschlossen haben, müssten in solchen Phasen einen Teil ihrer insgesamt etwa 100 Mitarbeitenden in Kurzarbeit schicken. "Wir schauen früh, mittags und abends auf die Pegelstände. Eigentlich immerzu." Am Wochenende sollen die Ausflugsfahrten wieder möglich sein, so die Erwartung von Schweiger.
Donaupegel niedriger als im Vorjahr
Generell unterliegen die Wasserstände aufgrund verschiedener Faktoren wie Niederschlag oder Schneeschmelze natürlichen Schwankungen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich nach Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Donau MDK deutliche Unterschiede: Beispielsweise lag der Mittelwasserstand am 15. Juli 2026 am Pegel Pfelling im Landkreis Straubing-Bogen bei 222 Zentimetern. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres - zwischen 1. und 15. Juli 2025 - lag der niedrigste Mittelwert bei 242 Zentimetern.
Am Pegel Passau/Donau lagen die Wasserstände im Juli 2026 zeitweise unter 400 Zentimetern. Im Zeitraum vom 1. bis 15. Juli 2025 wurde diese Marke hingegen an keinem Tag unterschritten, wie die Statistik zeigt.
Mit Informationen der dpa
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