Ein Großbrand, eine schwarze Rauchwolke und zahlreiche weitere Feuer: Vor dem Landgericht Bamberg geht es um eine mutmaßliche Brandserie im Landkreis Haßberge. Der Beschuldigte, ein 26-jähriger Feuerwehrmann, hat am ersten Verhandlungstag fast alle Vorwürfe gestanden. Lediglich einen Brandfall habe er nicht zugegeben, teilte ein Gerichtssprecher mit. Insgesamt wirft die Staatsanwaltschaft ihm acht Taten vor.
Stimmen sollen ihn zu Brandstiftungen gedrängt haben
Nach Angaben des Gerichtssprechers soll der Mann die Brände gelegt haben, weil er "imperativen Stimmen, die ihm dies befohlen haben, nachgegeben" habe.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der deutsche Staatsbürger zum Zeitpunkt der Taten an paranoider Schizophrenie litt und deshalb nicht schuldfähig war. Sie strebt deshalb seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Im Sicherungsverfahren geht es vor allem darum, ob von dem Beschuldigten eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht und ob eine dauerhafte Unterbringung notwendig ist.
10.000 Reifen brennen nahe Schloss Eyrichshof
Besonders große Aufmerksamkeit erregte ein Brand Ende Januar in einer Scheune nahe Schloss Eyrichshof bei Ebern im Landkreis Haßberge. Der Beschuldigte soll das Feuer in den frühen Morgenstunden gelegt haben.
In der Scheune waren nach Angaben des Landgerichts rund 15.000 Reifen gelagert. Etwa 10.000 davon brannten zusammen mit dem Gebäude ab. Die Polizei schätzte den Schaden kurz nach dem Feuer auf rund 500.000 Euro.
Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand die Scheune bereits in Vollbrand. Rund 100 Feuerwehrleute waren an den Löscharbeiten beteiligt. Ein Feuerwehrmann wurde dabei leicht verletzt, weil er Rauch eingeatmet hatte.
Bevölkerung vor Rauch gewarnt
Wegen der großen Hitze und der brennenden Reifen entwickelte sich eine dichte, tiefschwarze Rauchwolke. Sie zog sich über Stunden über das Gebiet rund um Schloss Eyrichshof und in Richtung der umliegenden Ortschaften.
Die Bevölkerung wurde per Warnmeldung aufgefordert, das Gebiet zu meiden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen abzuschalten. Wegen der Gefahr von Umweltschäden ließen die Einsatzkräfte das Reifenlager unter ständiger Beobachtung kontrolliert abbrennen.
Brandermittler fanden rasch Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung. Der 26-Jährige wurde noch am Tag des Feuers festgenommen. Eine Ermittlungsrichterin ordnete zunächst Untersuchungshaft an.
Psychiatrisches Gutachten soll folgen
Neben dem Großbrand soll der Beschuldigte weitere Scheunen, Mülltonnen und im Freien gelagertes Holz angezündet haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache vorsätzliche Brandstiftung, versuchte Brandstiftung und gemeinschädliche Sachbeschädigung vor.
Im Verfahren sollen mehr als 20 Zeugen gehört werden. Am nächsten Verhandlungstag soll ein Psychiater sein Gutachten vorstellen. Für das Sicherungsverfahren sind drei Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird nach derzeitiger Planung am 20. Oktober gerechnet.
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