Eine Familie, die selbst seit Generationen auf das Nürnberger Melanchton-Gymnasium geht, besichtigt die Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Schule.
Eine Familie, die selbst seit Generationen auf das Nürnberger Melanchton-Gymnasium geht, besichtigt die Ausstellung zum 150-jährigen Jubiläum der Schule.
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Das Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg wird in diesem Jahr 500 Jahre alt.
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Das Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg wird in diesem Jahr 500 Jahre alt.

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"Einmal Melanchthon, immer Melanchthon": Schule prägt Familien

"Einmal Melanchthon, immer Melanchthon": Schule prägt Familien

Das Melanchthon-Gymnasium wurde 1526 von Philipp Melanchthon gegründet, einem Zeitgenossen von Albrecht Dürer. In diesem Jahr feiert das humanistische Gymnasium sein 500. Jubiläum und wird immer noch von mehreren Generationen einer Familie besucht.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Familie Neukam aus Nürnberg ist eine der Familien, die dem Melanchthon-Gymnasium seit Jahrzehnten verbunden ist. Der heute 81-jährige Fritz Neukam war hier schon als Schüler und später als Lehrer. Im September wechselt seine 10-jährige Enkelin Lisa auf die traditionsreiche Schule, die in diesem Jahr ihren 500. Geburtstag feiert. Gegründet wurde sie 1526 von Philipp Melanchthon als eine protestantische Schule der Frühen Neuzeit, die bis heute ununterbrochen Schüler in humanistischer Bildung unterrichtet.

Drei Generationen auf einer Schule

Für manche Familien gilt dabei bis heute "einmal Melanchthon, immer Melanchthon" – so auch für die Familie Neukam. Mit Enkelin Lisa kommt das sechste Familienmitglied auf die Schule. 1954 machte ihr Opa Fritz den Anfang und berichtet von den Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre: "So viele Gymnasien gab es nicht, es war überall eng, das Willstätter-Gymnasium war zum Teil zerstört, so dass wir 56 Schüler waren, die haben in kein Klassenzimmer gepasst, also wurden wir im Physiksaal unterrichtet."

Großeltern lernten sich in der Schule kennen

Fritz Neukam – dessen Bruder ebenfalls auf der Schule war – hatte anfangs zu kämpfen mit den klassischen Sprachen, Griechisch und Latein, die hier bis heute alle Schüler verpflichtend lernen müssen. Um diese besser zu unterrichten, entschloss er sich, selbst Lehrer zu werden – und lernte in den 60er Jahren, als er im Studium an die Schule zurückkehrte, seine Ehefrau Katja kennen: "Er hat Praktikum bei uns in der Klasse gemacht, und er war dann mit im Schullandheim und im Skilager, und so ist das dann entstanden."

Schule hatte auch schwierige Zeiten

Gegründet wurde die Schule 1526 im damaligen Egidienkloster und war deshalb lange als Egidiengymnasium bekannt. Seit 1933 trägt sie den Namen ihres Gründers Philipp Melanchthon, einem Zeitgenossen Albrecht Dürers, der Melanchthon auch malte. Dieses Porträt hängt bis heute im Büro des Schulleiters, Christoph Reichardt.

Weil es im 16. Jahrhundert noch kein Abitur als Zugangsvoraussetzung für die Universitäten gab, hatte es die neue Schule am Anfang nicht leicht, erklärt Reichardt: "Es war so, dass es anfangs stark schwankende Schülerzahlen gab. Und eine Zeitlang wurde die Schule auch nach Altdorf verlagert, weil man gedacht hat, in der Stadt Nürnberg hat man zu viele Ablenkungen und das Großstadtleben ist für die Schüler nicht unbedingt zuträglich."

Humanistische Bildung bis heute

Seit 1911 ist die Schule in einem Jugendstilbau an der Sulzbacher Straße untergebracht. Johannes Neukam musste damals zusammen mit seiner Schwester auf die Schule, an der sein Vater inzwischen Lehrer war. Aber er hat es nicht bereut, denn die Schule sei eher klein und familiär: "Und wenn ich in die heutige Zeit schaue, ist es aus meiner Sicht immer noch wichtig, dass man sich mit Philosophie, Demokratie, Bildung, Denken beschäftigt." Denn die Schule legt mit ihrer humanistische Bildung viel Wert auf europäische Kulturgeschichte, Philosophie und die klassischen Sprachen.

Latein, um Harry Potter zu übersetzen

Anders als ihr Vater Johannes, hat sich seine Tochter Lisa ganz freiwillig für den Besuch dieser Schule entschlossen. Denn Lisa ist fasziniert von den alten Kulturtechniken und den klassischen Sprachen: "Ich lese sehr gerne Harry Potter, da sind die Zaubersprüche auch auf Latein, und das ist witzig, dass ich das dann übersetzen kann."

Der Geist früherer Jahrhunderte weht an allen Ecken und Enden durch das Schulhaus. Alle in der Familie Neukam freuen sich, dass die Enkelin die Familientradition fortsetzt, denn die Schule ist bis heute etwas Besonderes sagt ihr Opa Fritz: "Man sprach da immer spöttisch vom 'Geist des Melanchthon': Gesehen habe ich ihn nie, aber gespürt hat man den schon."

Eine Familie sitzt auf einer Bank und liest in einem Jubiläumsheft.
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Alle in der Familie Neukam haben das Nürnberger Melanchthon Gymnasium besucht.

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