Paula, Anni und Riana gehören zu den Neuburger Klinik-Clowns.
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Einzigartiges Wahlfach: Die Neuburger Klinikclowns

Einzigartiges Wahlfach: Die Neuburger Klinikclowns

Alle zwei Wochen besuchen Schülerinnen und Schüler der Realschule Neuburg junge Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Die Idee dazu hatte vor acht Jahren ihre Lehrerin Melanie Kappl. Sie schuf so ein wohl bayernweit einzigartiges Wahlfach.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Heute ist es wieder soweit. Eine Gruppe von zehn Schülerinnen und Schülern der staatlichen Realschule in Neuburg an der Donau macht sich gemeinsam mit Lehrerin Melanie Kappl zu Fuß auf den Weg in die nahe gelegene Ameos Klinik. Auch die 14-jährige Paula ist dabei. Sie gehört seit zwei Jahren zum Team der Neuburger Klinik-Clowns. "Erst war es für mich eine freiwillige AG", erzählt sie. "Aber als es später darum ging, in der achten Klasse ein Wahlfach auszusuchen, da habe ich mir gar nichts anderes mehr vorstellen können."

Engagement fordert Mut und Sensibilität

Bevor die Schülerinnen und Schüler heute die Kinder- und Jugendstation betreten, gibt Lehrerin Melanie Kappl letzte Hinweise: Leise sein, Hände desinfizieren und die roten Clowns-Nasen aufsetzen. Aber eigentlich wüssten sie das schon alles selbst, fügt die Lehrerin lachend hinzu. Sie seien sehr gewissenhaft, wenn es um ihr Engagement als Klinik-Clowns gehe.

Paula bildet heute mit Riana und Anni ein Team. Bevor sie gleich ins erste Patientenzimmer starten, wirft Paula einen prüfenden Blick in ihre Tasche. Hat sie alles dabei, was sie gleich brauchen könnte? Das Aufregende sei, sagt die Vierzehnjährige, dass sie nie wüssten, in welchem Alter das Kind sei, dass sie besuchen. Deshalb hätten sie zum Beispiel verschiedene Kuscheltiere dabei. Aber auch Zauber-Utensilien, kleine Geschicklichkeitsspiele und Malsachen. Dann klopft Paula an der ersten Tür: "Hallo. Dürfen wir reinkommen?"

Von der Idee zum Wahlfach

Was man als Klinik-Clown macht, lernen die Teenager von ihrer Lehrerin Melanie Kappl. Eigentlich lehrt sie Biologie und Sport und ist Beratungslehrerin. Aber seit acht Jahren unterrichtet sie auch "Bespaßen", so nennen es ihre Schülerinnen und Schüler. "Vor acht Jahren hörten die erwachsenen Klinik-Clowns hier an der Klinik auf", erzählt sie. "Dann gab es einen Aufruf. Und die Frage stand im Raum: Wie geht es weiter?"

Melanie Kappl ließ sich selbst zum Klinik-Clown ausbilden. Aber dann kam ihr die Idee: "Wie cool wäre es, das mit Schülerinnen und Schülern aus meiner Schule zu machen?" Sie bekommt grünes Licht von der Schulleitung. Und von Beginn an sind die Klinik-Clowns nicht nur ein Projekt an der Schule, das Kindern aller Jahrgangsstufen offen steht, sondern auch ein Wahlfach in der 8. Klasse. Und das ist wohl bayernweit einzigartig.

Jeder Einsatz als Klinik-Clown birgt Überraschungen

Sich auf unterschiedlichste Situationen einstellen und mit den Schicksalen anderer Kinder konfrontiert werden: Das sind die Herausforderungen, denen sich die Klinik-Clowns stellen. Heute bilden die zehn Clowns drei Teams. Jedes geht selbständig in die Patientenzimmer.

Paula, Anni und Riana begegnen hinter ihrer ersten Tür an diesem Tag einem vierjährigen Buben und seiner Mutter. Der Junge hat Probleme beim Atmen, ist verkabelt. Paula schenkt ihm ein Kuscheltier. Riana zaubert mit ihm und Anni schießt mit ihrer Polaroid-Kamera noch ein Erinnerungsfoto für den kleinen Patienten.

Ein paar Minuten sind die Schülerinnen bei dem Jungen im Zimmer. Für ihn und seine Mutter Nora ein bisschen Ablenkung im Krankenhaus-Alltag. "Ich finde es sehr lieb, was die Klinik-Clowns machen", sagt Nora. Ihrem Sohn habe es richtig gut gefallen.

Die Klinik-Clowns wachsen an ihren Herausforderungen

Und auch die Schülerinnen merken, dass sie durch ihr Engagement persönlich reifen. "Am Anfang habe ich mich nicht mal getraut, an den Türen zu klopfen", erzählt Paula. "Mittlerweile habe ich Selbstvertrauen gewonnen und bin nicht mehr so schüchtern." Und Riana hat das Witze erzählen für sich entdeckt. Sie mache jetzt auch im Alltag viel häufiger Witze, sagt sie. Das mache doch einfach alles leichter, statt immer das Negative zu sehen.

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