Feiernde Menschenmenge mit erhobenen Händen auf einem Musikfestival.
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Nach einem Auftritt bei einem Festival in München kritisiert eine DJane die Drogenkontrolle der Polizei. (Symbolbild)
Bildrechte: colourbox.com/Monkey Business Images
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Nach einem Auftritt bei einem Festival in München kritisiert eine DJane die Drogenkontrolle der Polizei. (Symbolbild)

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"Entwürdigend" – DJane kritisiert Drogenkontrolle der Polizei

"Entwürdigend" – DJane kritisiert Drogenkontrolle der Polizei

Hannah Laing ist in der Techno-Szene eine bekannte Größe. Allein in diesem Jahr legte die schottische DJane schon in Los Angeles, Montreal und Rotterdam auf. Nach einem Auftritt in München empört sich die 31-Jährige über das Vorgehen der Polizei.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

"Entwürdigend", "beschämend", "demütigend", so beschreibt Hannah Laing auf Instagram, wie sie sich, nach einem Auftritt auf dem "Isle of Summer"-Festival am 9. Mai, von der Münchner Polizei behandelt gefühlt habe. Weil sich lange Schlangen gebildet hatten, habe sie gemeinsam mit ihrer Cousine eine Mobiltoilette benutzt. Danach wurden sie von vier Polizeibeamten in Zivil erwartet. Sie habe das zunächst für einen Witz gehalten. Dann seien sie und ihre Cousine mit fixierten Händen durch die Besuchergruppen zu einem Zelt geführt worden: "so it felt seriously humilating". Es habe sich zutiefst demütigend angefühlt, so die DJane.

Drogenverdacht: Ausziehen bis auf die Unterwäsche

Dort hätten Polizistinnen den beiden Frauen erklärt, dass sie aufgrund des gemeinsamen Toilettengangs unter dem Verdacht stünden, Drogen konsumiert zu haben. Nach Angaben von Hannah Laing wurde sie von einer Beamtin abschließend abgesucht, auch im Intimbereich unter der Unterwäsche: "I felt extremely degraded and embarrassed." Sie habe sich sehr erniedrigt und beschämt gefühlt.

Auch ihre Cousine sei auf diese Weise behandelt worden. Diese habe deshalb angefangen zu weinen.

Hannah Laing: Vorgehen "unverhältnismäßig"

Weiter erklärt Hannah Laing in ihrem Post, dass es wichtig sei, dass Festivals Drogenrichtlinien haben. Aber eine solche Behandlung sei "disproportionate" – also unverhältnismäßig gewesen und sollte auf keiner Veranstaltung als normal betrachtet werden.

Verbotshinweis nur auf deutsch

An der Mobiltoilette war sichtbar ein Verbotshinweis angebracht – allerdings nur auf deutsch: "Wer zu zweit (oder mehr) in eine Kabine geht, erhält einen Platzverweis und wird der Veranstaltung verwiesen." Und: "Jeder Verstoß gegen das BTMG (Betäubungsmittelgesetz) wird zur Anzeige gebracht." Das Problem: Hannah Laing ist Schottin und konnte den Text deshalb nicht verstehen. Zunächst hatte die Bild-Zeitung über den Vorfall berichtet [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt].

Polizei äußert Bedauern

Zu dem konkreten Fall äußert sich das Münchner Polizeipräsidium mit dem Hinweis auf Datenschutz und Einsatztaktik auf BR-Anfrage nicht. In einer allgemein gehaltenen Stellungnahme bedauert es das Präsidium aber "ausdrücklich, wenn Maßnahmen als demütigend empfunden werden". Man lege großen Wert auf einen respektvollen Umgang mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Den konkreten Einsatzablauf will die Polizei prüfen und nachbereiten.

Gemeinsamer Toilettengang laut Polizei verdächtig

Kontrollen nach der gemeinsame Nutzung von Toilettenkabinen begründet die Polizei damit, dass sich dadurch ein Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ergebe. Mit anderen Worten: Festivalbesucher könnten zu zweit auf Toilette gehen, um dort ungesehen Drogengeschäften nachzugehen.

Auch Durchsuchung von Intimzonen rechtlich zulässig

In seiner Stellungnahme verweist das Polizeipräsidium allgemein darauf, dass Drogenkontrollen im Einzelfall auch bis zur Entkleidung führen könnten. Auch die Sichtung von Intimzonen sei dabei rechtlich grundsätzlich zulässig. Zuletzt hatte das Vorgehen der Polizei bei einer Drogenrazzia in einem Augsburger Club Anfang Februar für heftige Kritik gesorgt.

Keine Polizeiangaben zu festgestellten Drogen

Mit Hinweis auf den Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht macht die Polizei keine Angaben dazu, ob bei Hannah Laing oder ihrer Cousine Rauschgift gefunden wurde. Auf Instagram bestreitet die 31-Jährige, Drogen auf der Toilette konsumiert zu haben. Das habe sie den Beamten vor Ort auch erklärt – durchsucht wurde sie trotzdem. Eine Antwort der Polizei auf die BR-Nachfrage, wie viele Besucher des "Isle of Summer"-Festivals wegen möglichen Drogenbesitzes kontrolliert wurden und mit welchem Ergebnis, steht noch aus.

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