Es ist der wichtigste Tunnel der Stadt Landshut, der die historische Altstadt seit einem Vierteljahrhundert zur autofreien Fußgängerzone macht: der Josef-Deimer-Tunnel. Namensgeber ist der Mann, der sich besonders und gegen viele Widerstände für das Projekt eingesetzt hatte: Josef Deimer. Vergangene Woche war der Kommunalpolitiker, der 35 Jahre lang Oberbürgermeister der Stadt war, im Alter von 90 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Seitdem ist die Trauer in Landshut groß. Ab heute können die Bürgerinnen und Bürger im Rathaus Abschied nehmen.
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Kondolenzbuch im Rathaus
Unterwegs in der Landshuter Altstadt mit dem Trauerbild von Josef Deimer: Bei einer Umfrage kennen ihn viele: "Ein sehr, sehr guter Mensch als Bürgermeister", schwärmt eine Dame, "er hat zugehört". Was er für seine Heimatstadt Landshut gemacht und bewegt hat, schätzen die Menschen noch immer. "Ich wünsche ihm alles Gute, da wo er jetzt ist", sagt ein Landshuter. Und eine andere Frau: "Weil er wirklich für die Stadt gearbeitet hat."
Im Rathaus wurde am Montag das Kondolenzbuch ausgelegt. Enge Weggefährten von Josef Deimer und seine Angehörigen schrieben sich als erstes ein. Ein würdevoller Abschied, das ist der Stadt Landshut wichtig. Denn: 35 Jahre lang war Deimer als Oberbürgermeister immer für alle da, sagt der amtierende OB Thomas Haslinger (CSU). "Weil er unglaublich nah bei den Menschen war, jeden einzelnen ernst genommen hat, egal wie klein oder groß die Anliegen waren." Es gäbe viele Dinge, da könne sich jeder Oberbürgermeister ein Vorbild an Josef Deimer nehmen, so Haslinger. Ihm selbst gehe es genauso.
Bürgernah und mit Liebe zur Stadt
Auch Bürgerinnen und Bürger können sich jetzt in das Kondolenzbuch im Rathaus eintragen und sich von Deimer verabschieden. Es liegt bis Freitag (21.8.) im Rathausfoyer aus. Dort wurden auch zahlreiche Fotos aus der Amtszeit Josef Deimers aufgestellt.
Der Alt-OB war am allerliebsten "zuhause" in Landshut. 2007 sagte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk:
"All zu lang halte ich es anderswo nicht aus. Ich habe ein sehr inniges Verhältnis zu unserer Stadt. Ich liebe sie."
Er war ein beliebter Oberbürgermeister und knapp 30 Jahre lang auch Vorsitzender des Bayerischen Städtetags. Die Menschen schätzten vor allem seine Bürgernähe. Für seine Überzeugungen stand Deimer auch gegen Größen in seiner eigenen Partei ein, wie etwa Franz Josef Strauß.
Vom jüngsten zum dienstältesten OB in Bayern
1969 wurde Deimer mit damals gerade 33 Jahren zum jüngsten bayerischen Oberbürgermeister gewählt. Am 1. Januar 1970 trat er das Amt an, das er erst Ende 2004 wieder abgab, als dann dienstältester OB im Freistaat. Selbst Bürger, die ihn nicht persönlich kannten, nannten ihn "Dick" Deimer. Ein Spitzname, den er von seinem früh verstorbenen Bruder Richard geerbt hatte.
Eine Trauerfeier, zu der wohl auch der Ministerpräsident kommen will, ist für Ende September geplant. Ein genauer Termin steht laut Stadt noch nicht fest. Markus Söder bezeichnete Deimer aber bereits als "einen der prägendsten Kommunalpolitiker in der Geschichte des Freistaats".
Zum Anhören: Landshut trauert um Josef Deimer
Trauerbild von Josef Deimer vor dem Rathaus Landshut.
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