Die sogenannten "Vibrotrucks" sollen im Untergrund nach Erdwärme suchen
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Geothermie-Projekt der N-Ergie
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Erdwärme für Nürnberg? Spezial-Trucks loten Untergrund aus

Erdwärme für Nürnberg? Spezial-Trucks loten Untergrund aus

Anders als Sonnenenergie und Windkraft liefert Erdwärme Energie rund um die Uhr. Der Nürnberger Versorger N-Ergie startet ein großes Geothermie-Projekt, um die Potenziale auszuloten – und könnte für unruhige Nächte sorgen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Können Häuser und Wohnungen in Nürnberg künftig auch mit Erdwärme geheizt werden? Eine Frage, die sich der Nürnberger Versorger N-Ergie nicht nur mit Blick auf den Klimaschutz stellt – sondern auch, um die Energieabhängigkeit aus dem Ausland zu reduzieren. Doch wie gut eignet sich der Untergrund tief unter der Franken-Metropole für eine geothermische Nutzung? Das will die N-Ergie mit Hilfe von Spezialfahrzeugen ausloten.

Im Herbst beginnen Messungen mit Spezial-Lkw

Im Frühjahr 2024 hat die N-Ergie spezielle Luftaufnahmen erstellen lassen. Die daraus gewonnenen Daten sollen nun mit Schalluntersuchungen abgeglichen werden, die mehrere tausend Meter tief in die Erde gehen. Dafür fahren Spezial-Lkw, sogenannte "Vibro-Trucks", entlang festgelegter Routen durch Nürnberg. Im Herbst sollen die Messungen starten.

Wo soll nach Erdwärme gebohrt werden?

Dominik Maier muss festlegen, wo sich Geothermie-Bohrungen lohnen. Dafür muss der Projektleiter wissen, welche Gesteinsschichten unter der Stadt verborgen sind. Das sollen die sogenannten "Vibro-Trucks" ans Licht bringen. Mehrere der 25 Tonnen schweren Spezial-Lkw sollen ab Herbst auf sechs festgelegten Routen in und um Nürnberg unterwegs sein – von Zirndorf und Oberasbach über das Nürnberger Stadtzentrum bis nach Wendelstein.

"Vibro-Trucks" schicken Schallwellen in die Erde

Die "Vibro-Trucks" schicken mit auf den Boden aufgelegten Platten Schallwellen im Frequenzbereich zwischen sechs und 120 Hertz in die Erde – mehrere tausend Meter tief. Die zurückgeworfenen Reflektionen werden an der Erdoberfläche von sogenannten Geophonen aufgenommen. Alle 20 Meter soll gemessen werden. Bei einer Messstrecke von über 110 Kilometern ergeben sich knapp 5.000 Messungen.

Schallvibrationen laut, aber keine Gefahr für Gebäude

Wenn die "Vibro-Trucks" Schallwellen in den Boden schicken, ist das im Umfeld als "leichte Vibration" spürbar, erklärt Dominik Maier. Anwohner müssten sich aber keine Sorgen um mögliche Schäden an ihren Häusern und Wohnungen machen, betont Marthe Tscheliesnig von der österreichischen Spezialfirma Geops, die von der N-Ergie mit der Planung der Geothermie-Untersuchung beauftragt wurde. Es gebe eine Art "Sicherheitsmechanismus", bei dem die Vibrationen rund um nahegelegene Gebäude gemessen würden. Die Messung werde schon deutlich unter dem festgelegten DIN-Grenzwert abgebrochen, so Tscheliesnig.

Infoveranstaltungen für Anwohner

Mit Infoveranstaltungen will die N-Ergie vor Start der Bodenuntersuchung Bedenken ausräumen. Unter www.erdwaerme-franken.de [externer Link] wurde zudem eine eigene Webseite eingerichtet.

Spürbar werden die Schallmessungen für die Nürnberger Bevölkerung nicht nur durch Vibrationen: Die "Vibro-Trucks" werden in den vier bis fünf Wochen, in denen sie in und um Nürnberg unterwegs sind, vor allem nachts fahren. Dadurch soll der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt werden. Der Nachteil: Anwohner könnten wegen der sehr lauten Spezial-Lkw kurzzeitig um ihren Schlaf gebracht werden, so die N-Ergie.

N-Ergie sieht Potenzial für Geothermie-Nutzung

Doch der Aufwand könnte sich lohnen. Ob der Nürnberger Untergrund warm genug ist für eine Geothermie-Nutzung, steht laut der N-Ergie außer Frage. Je 100 Meter Tiefe steigen die Temperaturen im Schnitt um drei Grad Celsius an. Die Frage sei mit Blick auf die Gesteinsschichten vielmehr, ob eine Nutzung der Erdwärme wirtschaftlich sinnvoll ist. Bis zum Frühjahr 2027 will der Nürnberger Versorger dazu eine Aussage treffen können. Falls eine Geothermieanlage gebaut werden sollte, könnte die – so die Prognose – bis zu 20 Megawatt liefern. Das würde reichen, um ein Viertel des benötigten städtischen Fernwärme-Bedarfs zu decken.

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