Selten, aber lebensgefährlich: In Schwaben ist jetzt ein weiterer Todesfall durch das Bornavirus bestätigt worden. Im Stadtgebiet Augsburg ist die betroffene Person nach Angaben der Stadt den Folgen der Infektion erlegen. Erst Ende April war eine Person in Bad Wörishofen im Zuge einer Erkrankung durch das Bornavirus gestorben. Das Virus kommt in der Feldspitzmaus vor – ein kleines, spitznasiges Tier, das den Erreger über Speichel, Urin und Kot ausscheiden kann.
Kein Mensch-zu-Mensch-Kontakt – aber keine gezielte Therapie
Nach aktuellem Wissensstand wird das Bornavirus nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Ein enger Kontakt zu erkrankten Personen gilt deshalb nicht als Ansteckungsquelle. Gleichzeitig gibt es bislang weder einen Frühtest noch eine spezifische Therapie.
Typische Symptome sind starke Verwirrtheit, Sprachstörungen, ein geistiger Abbau und epileptische Anfälle. Ausgelöst werden sie durch schwere Gehirnentzündungen, wie Professor Dr. Markus Naumann, Direktor der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Augsburg, erklärt. Fachleute warnen deshalb, das Virus trotz der insgesamt geringen Fallzahlen nicht zu unterschätzen.
So sollen Bürger mit toten Tieren umgehen
Expertinnen und Experten raten dringend, keine lebenden oder toten Spitzmäuse mit bloßen Händen anzufassen. Wer ein totes Tier entdeckt, sollte Handschuhe und möglichst eine FFP2-Maske tragen. Vor dem Aufheben sollen das Tier und mögliche Ausscheidungen mit Reinigungsmittel besprüht werden, damit kein belasteter Staub aufgewirbelt wird. Anschließend wird empfohlen, die Maus mit einer Plastiktüte aufzunehmen, gut zu verschließen und über den Restmüll zu entsorgen.
Die Stadt Augsburg weist außerdem darauf hin, dass draußen stehendes Haustierfutter oder offene Komposthaufen Spitzmäuse anlocken können. Beides sollte daher vermieden oder so gesichert werden, dass Wildtiere möglichst keinen Zugang haben.
Vorsicht auch bei Igeln und Bibern
Das Friedrich-Loeffler-Institut hat das Borna Disease Virus 1 (BoDV‑1) inzwischen auch bei mehreren erkrankten Igeln und bei einem Biber aus Bayern nachgewiesen. Deshalb raten Fachleute dazu, auch bei diesen Wildtieren vorsichtig zu sein und tote Tiere nicht ungeschützt anzufassen.
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