Die Feldspitzmaus gilt als Überträger des Bornavirus.
Die Feldspitzmaus gilt als Überträger des Bornavirus.
Bild
Die Feldspitzmaus gilt als Überträger des Bornavirus.
Bildrechte: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Jürgen Vogt-Mössingen
Schlagwörter
Bildrechte: picture-alliance / OKAPIA KG, Germany | Jürgen Vogt-Mössingen
Audiobeitrag

Die Feldspitzmaus gilt als Überträger des Bornavirus.

Audiobeitrag
>

Person aus dem Unterallgäu stirbt nach Infektion mit Bornavirus

Person aus dem Unterallgäu stirbt nach Infektion mit Bornavirus

Im Raum Bad Wörishofen ist ein Mensch an den Folgen einer seltenen Bornavirus-Infektion gestorben. Das Gesundheitsamt klärt den Infektionsweg, betont aber: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Ein alter Schuppen, ein Holzstapel im Garten, Spuren von Mäusen in einer Ecke: Solche Orte können nach einem seltenen Bornavirus-Fall im Unterallgäu Fragen auslösen. Im Landkreis Unterallgäu hat sich eine Person aus dem Raum Bad Wörishofen mit dem Virus infiziert und ist an den Folgen gestorben. Das teilte das Gesundheitsamt des Landkreises mit. Wo und wie sich die Person angesteckt hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Zum Geschlecht und Alter der Person macht die Behörde keine Angaben und verweist auf den Datenschutz.

Infektionen mit dem Borna-Virus sind nach Angaben des Gesundheitsamts außerordentlich selten. In Deutschland werden demnach jährlich etwa zwei bis sieben Fälle bekannt, rund 90 Prozent davon in Bayern. Für die allermeisten Menschen ist das Risiko damit sehr gering. Kommt es jedoch zu einer Erkrankung, verläuft sie in der Regel lebensbedrohlich.

Zu Beginn können Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf entwickelt sich laut Gesundheitsamt eine Gehirnentzündung. Betroffene können ins Koma fallen. Das Gesundheitsamt steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Feldspitzmäuse gelten als Bornavirus-Überträger

Übertragen wird das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand durch Feldspitzmäuse. Gemeint sind kleine wildlebende Tiere, nicht Haustiere oder zahme Mäuse. Eine Ansteckung ist laut Gesundheitsamt bei Kontakt mit infizierten Feldspitzmäusen oder deren Ausscheidungen möglich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Auch eine Übertragung von anderen infizierten Tieren auf den Menschen gilt nach Angaben des Gesundheitsamts als unwahrscheinlich. Für Haustierhalter bedeutet das: Der Hundespaziergang allein ist nach den vorliegenden Informationen kein Anlass zur Sorge. Wichtig bleibt aber, Tiere von toten Mäusen fernzuhalten und solche Funde nicht mit bloßen Händen zu entfernen. Entscheidend ist vor allem, direkten Kontakt mit wildlebenden Mäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden.

Schutz im Alltag: Kontakt vermeiden

Das Gesundheitsamt rät dazu, Feldspitzmäuse und ihre Ausscheidungen nicht direkt zu berühren. Wer tote Tiere entfernen muss, sollte Einweghandschuhe tragen. Danach sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Kinder sollten tote Tiere grundsätzlich nicht anfassen.

Besondere Vorsicht ist dort sinnvoll, wo Mäuse leben oder Spuren hinterlassen können. Das können etwa Schuppen, alte Ställe, Dachböden oder andere wenig genutzte Bereiche sein. Wer dort arbeitet, sollte nach Empfehlung des Gesundheitsamts Einweghandschuhe und eine Feinstaubmaske tragen. Außerdem sollte möglichst vermieden werden, Staub mit möglichen Ausscheidungen aufzuwirbeln.

Der konkrete Fall aus dem Raum Bad Wörishofen wird weiter untersucht. Das Gesundheitsamt ist derzeit mit der Klärung des Infektionswegs befasst.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!