In Bezug auf das Ehrenamt ist die Sache für Manfred Weber klar. "Wir werden es stärken müssen", sagte der EVP-Chef am Mittwochabend in der Münchner Runde im BR Fernsehen. Hierfür erwog der Politiker, ob man jemandem, der sich bei den Maltesern engagiert, zum Beispiel einen begünstigten Zugang zu einem Studienplatz verschaffen könnte. Ebenso denkbar wäre, Ehrenamtlern bei Beruf oder Rente Vorteile zu verschaffen.
In Bezug auf Bayern verwies Weber darauf, dass Ehrenamtliche im Freistaat schon jetzt belohnt würden. Denn wer eine Bayerische Ehrenamtskarte besitzt, erhält seit 2011 Vergünstigungen bei Eintrittspreisen in staatlichen Museen, Burgen und Schlössern und Rabatte in Schwimmbädern, Apotheken oder Friseursalons.
Warum das Ehrenamt laut Manfred Weber gefördert werden muss
Laut dem EVP-Chef gehe es nun noch mehr darum, "dass es auch anerkannt wird in der Gesellschaft, wenn ich mich dort engagiere." In der Münchner Runde bekräftigte Weber die hohe Bedeutung von ehrenamtlichen Vereinen und kritisierte deren Verschwinden und die damit verbundene Blasenbildung in der Gesellschaft.
Warum Weber das Ehrenamt so wichtig findet: "Da ist der Abiturient neben einem Handwerker und neben einem Unternehmer, da engagieren sich Menschen aus verschiedenen Gruppen." Heutzutage würde er jedoch beobachten, dass viele Menschen lieber ins Fitnessstudio gehen, statt in den Sportverein, wo sie sich jedoch wieder nur in ihrer eigenen Blase aufhielten.
Katrin Göring-Eckardt spricht von "bürgerschaftlichem Engagement"
Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt verwies darüber hinaus auf ein grundsätzlicheres "bürgerschaftliches Engagement". Das sei genauso wichtig wie das Ehrenamt. In der Münchner Runde sagte Göring-Eckardt, dass man heutzutage nämlich nicht mehr sein ganzes Leben lang ein einziges Ehrenamt ausführen würde.
Die Bundestagsabgeordnete beobachtet nach eigenen Angaben ebenso Menschen, die sich in unterschiedlichen Projekten kurzfristig für ein Projekt engagieren würden, beispielsweise den Erhalt einer Dorfkirche. Auch diese Menschen verdienten laut Göring-Eckardt politische Unterstützung.
Göring-Eckardt will Feuerwehr entbürokratisieren
In Sachen Ehrenamt stimmte Göring-Eckardt Manfred Weber jedoch bei einem Beispiel zu: der freiwilligen Feuerwehr. Deren Arbeit müsse man würdigen und "dafür sorgen, dass sie das Gerät haben und dass sie nicht in der Bürokratie ertrinken." Laut Göring-Eckardt darf man nicht den politischen Fehler machen, sich darauf zu verlassen, dass die Feuerwehr schon einfach da sein werde.
Kardinal Marx fordert gemeinsames Narrativ für Europa
Kardinal Reinhard Marx verwies in Sachen gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Sendung jedoch auch auf größere Fragen. Es brauche wieder ein neues, gemeinsames Narrativ für Europa, sagte der Erzbischof von München und Freising in der Münchner Runde. "Wir als Christen können natürlich die große Geschichte der Freiheit erzählen." Die Geschichte, dass wir nicht allein seien, dass wir eine Hoffnung hätten, die keiner zerstören könne. Der Kardinal gab ein Beispiel: "Die Botschaft von Weihnachten bedeutet: Alle Menschen sind Brüder und Schwestern, nicht nur einer Nation."
Schauspielerin Jutta Speidel fordert Zusammenhalt in Europa
Für mehr Zusammenhalt in Europa warb auch die Schauspielerin Jutta Speidel. "Wir sind an einem Punkt angekommen, dass es um Krieg oder Frieden geht", appellierte Speidel in Richtung Politik. Ihr bereite die Position Europas im Verhältnis zu großen Mächten wie den USA, China oder Russland große Sorgen. Die Kritik der Schauspielerin: "Ich verstehe nicht, warum man sich nicht wirklich (…) an einen riesigen Tisch setzt, sich Spezialisten holt und sagt: 'Wie können wir Europa fit kriegen?'"
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