Knapp die Hälfte der 82 Fahrradtoten im letzten Jahr war mit dem Pedelec unterwegs. Das hat bereits die bayerische Verkehrsunfallstatistik vom Februar ergeben. Die heute veröffentlichten bundesweiten Zahlen zeigen die gleiche Tendenz: Die Pedelec-Fahrer sind auch hier für den Anstieg der Todesfälle mit dem Rad insgesamt verantwortlich - 217 von 462. Bundesweit ist die Zahl der Fahrrad-Toten um knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Seitdem Fahrräder mit Elektro-Hilfsmotor boomen, ist auch die Zahl der Radfahrenden generell gestiegen. Rund Zweidrittel der tödlich verletzten Pedelec-Nutzer bundesweit ist über 65 Jahre alt. Ohne Hilfsmotor ist die Todeszahl in dieser Altersgruppe um zehn Prozent geringer.
Pedelec verleitet zu längeren Touren
Laura Ganswindt, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC Bayern, vermutet als Grund zum einen das höhere Verletzungsrisiko älterer Menschen bei Fahrradstürzen. Zum anderen habe das Pedelec mit seinem Hilfsmotor dazu geführt, dass immer mehr Ältere damit auch längere Strecken als sonst zurücklegen würden. Auf einer 30-Kilometer-Strecke könne natürlich mehr passieren als auf einer Kurzstrecke, so Ganswindt zu BR24.
Jedes sechste Verkehrsopfer fuhr Fahrrad
Insgesamt zeigt die Statistik: Jede sechste im Straßenverkehr getötete Person war mit dem Fahrrad unterwegs. Bundesweit starben im vergangenen Jahr 462 Radfahrerinnen und -fahrer bei einem Unfall, darunter 217 mit einem Pedelec - umgangssprachlich auch als E-Bike bezeichnet. Während ein Pedelec per Elektromotor nur das Treten in die Pedale bis zu 25 km/h unterstützt, fährt ein E-Bike auch ohne Pedaltritt - wie ein Mofa.
Jeder vierte Fahrradfahrer schuld an Unfall mit Auto
Knapp ein Drittel aller Fahrradunfälle mit Personenschaden sind Alleinunfälle. Sind andere Verkehrsteilnehmer beteiligt, dann kracht es am häufigsten mit Autos. Schuld sind hier dann meist die Autofahrer. Dennoch: Laut Bundesstatistik ist jeder vierte Radlfahrer am Unfall mit einem Auto selbst schuld.
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