Eine Pflegekraft wechselt Kompressionsstrümpfe bei einer Patientin
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Pflegerin der Diakonie-Sozialstation Karlshuld bei Patientin: Mehrkosten von 40 Prozent für Sprit
Bildrechte: Hermann Scholz/BR
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Pflegerin der Diakonie-Sozialstation Karlshuld bei Patientin: Mehrkosten von 40 Prozent für Sprit

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Fahrten werden teurer: Spritpreise belasten Pflegedienste

Fahrten werden teurer: Spritpreise belasten Pflegedienste

Im Moment tut ihnen jede Fahrt weh – aber ambulante Pflegedienste auf dem Land müssen zu ihren Patienten, um Verbände zu wechseln und Medikamente zu geben. Auf den Mehrkosten für den teuren Sprit bleiben sie erstmal sitzen.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Nicole Vural ist jeden Tag für den Pflegedienst Isarwinkel aus Lenggries unterwegs. Bis zu den Patienten, die am weitesten weg sind, sind es 15 Kilometer Fahrt. Der Dienst deckt ein großes Gebiet im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ab, zwischen Benediktbeuern, der Jachenau und Bad Tölz. Nicht fahren ist keine Option: Die Patienten warten auf Vural, damit sie Verbände wechselt, Insulin gibt, beim An- oder Ausziehen hilft.

Höhere Spritpreise werden von den Kassen nicht übernommen

Für solche Fahrten bekommt der Pflegedienst von den Kassen eine Pauschale – aber die wurde ausgehandelt, bevor die Benzinpreise durch die Decke gingen. Im Moment, sagt der Inhaber des Pflegedienstes Isarwinkel, Bastian Kadach, habe er durch den teuren Sprit Mehrkosten von knapp 1.000 Euro pro Monat im Vergleich zu vor einem Jahr – Kosten, die an ihm hängen bleiben.

Der Pflegedienst Isarwinkel hat täglich bis zu sechs Autos im Einsatz, 23 Mitarbeiter betreuen rund 120 Patienten. Es gibt zwar Fördergeld vom Landkreis für die Versorgung in der Fläche, aber auch das deckt die gestiegenen Kosten nicht. Und als Unternehmen kann der Dienst die gestiegenen Kosten nicht einfach an die Kunden weitergeben.

Die Konsequenz: Sie überlegen es sich zweimal, ob sie wirklich eine Fahrt zu einem weit entfernten Patienten machen müssen. Vieles müssen dann eben die Angehörigen auffangen. Und was hält Bastian Kadach vom Tankrabatt ab 1. Oktober? "Jetzt kommt kurzzeitig der Tankrabatt, und danach holen sich die Mineralölkonzerne alles wieder zurück. War ja beim letzten Tankrabatt auch so." Er bräuchte eher eine verlässliche, dauerhafte Entlastung.

Problem vor allem auf dem Land

Es ist ein Problem, das vor allem die ländlichen Pflegedienste trifft. Die Diakonie Ingolstadt berichtet von Mehrkosten von 40 Prozent für Energie. In Ingolstadt fahren für die Diakonie teils schon E-Autos – aber auch für die ist der Strom teurer geworden. Und in einer Sozialstation wie Karlshuld im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, wo Patienten schon mal 25 Kilometer weit weg wohnen, fahren die Pflegenden weiter Benziner.

Die Energiekosten machen allerdings nur einen Teil der Sachkosten aus – 80 Prozent der Kosten in der Pflege sind Personalkosten, so die Diakonie.

Kosten zahlen alle

Jürgen Simon Müller, Vorstand der Diakonie Ingolstadt, weist noch auf ein weiteres Problem hin. Auch er hätte gern eine dauerhafte Entlastung durch die Politik. Andernfalls, so Müller, würden bei den nächsten Verhandlungen mit den Kassen über die Erstattungspauschalen eben die gestiegenen Energiekosten mit in Rechnung gestellt. Pflege werde dann zwangsläufig teurer – die Kosten tragen dann alle Bürger.

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