Der rote Schnellzug steht bei einer Testfahrt auf einem Gleis.
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Der italienische Schnellzug Frecciarossa 1000 wird derzeit für den Einsatz im deutschen Schienennetz erprobt.
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Der italienische Schnellzug Frecciarossa 1000 wird derzeit für den Einsatz im deutschen Schienennetz erprobt.

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Mit dem Frecciarossa nach Italien: Das müssen Fahrgäste wissen

Mit dem Frecciarossa nach Italien: Das müssen Fahrgäste wissen

Momentan laufen Testfahrten mit dem roten Schnellzug Frecciarossa, der schon bald die Fahrtzeit zwischen München und Mailand und München und Rom verkürzen soll. Was fehlt noch, was sind die Pläne für den Zugverkehr zwischen Bayern und Italien?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Um der steigenden Nachfrage nach Auslandsverbindungen gerecht zu werden, verstärkt die Deutsche Bahn in Zusammenarbeit mit ausländischen Bahnen das Angebot. So soll ab nächstem Sommer der Frecciarossa, deutsch: roter Pfeil – mit teilweise Tempo 300 der Paradeschnellzug der italienischen Staatsbahn Trenitalia – Direktverbindungen bieten zwischen München und Mailand und zwischen Mailand und Rom. Insgesamt fünf Verbindungen sind geplant. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Welche Städte erreicht der Frecciarossa ohne Umsteigen?

Beliebte Urlaubsziele entlang der Strecke sind mit den neuen Verbindungen direkt zu erreichen, sagt die Bahn. Der Zug fährt von München über Kufstein, Innsbruck, Bozen, Trento, Rovereto, Verona und Brescia nach Mailand. Der Zweig, der nach Rom fährt, hält auch in Bologna und Florenz. Im Jahr 2028 soll der Frecciarossa im Süden bis nach Neapel verlängert werden, im Norden bis nach Berlin. Dann bekäme auch Nürnberg nach Jahrzehnten wieder eine direkte Fahrmöglichkeit ohne Umsteigen nach Italien.

Was bedeutet das für die Fahrzeit nach Italien?

Die Fahrzeit nach Italien verkürzt sich. So soll Mailand in sechseinhalb Stunden erreicht werden. Die Fahrt München – Rom wird im Frecciarossa achteinhalb Stunden dauern. Wenn der Brennerbasistunnel Anfang der 2030er Jahre eröffnet wird, verkürzt sich die Fahrzeit um eine Stunde. Dann soll es auch mehr Direktverbindungen geben.

Warum sind derzeit so viele Testfahrten nötig?

Es geht darum, dass dieser Frecciarossa 1000 die modernisierte Version eines bereits länger erprobten Hochgeschwindigkeitszuges ist. Seit 2015 wird der Frecciarossa bereits in Italien, Frankreich und Spanien eingesetzt. Für diesen Zug benötigen die Herstellerfirmen Hitachi Rail und Alstom Technik, wie sie in Deutschland und Österreich nötig ist. Mit dieser Technik zusätzlich ausgestattete Frecciarossa brauchen eine Zulassung vom Eisenbahnbundesamt und der europäischen Aufsichtsbehörde, um grenzüberschreitend fahren zu können. Dafür sind umfangreiche Tests an rund 300 Testtagen vorgesehen.

Was wird da getestet, welche Technik ist nötig?

Antriebstechnik, Bremsen und Stromabnehmer müssen angepasst werden. So ist in Deutschland eine Magnetschienenbremse vorgeschrieben, für das Bahnstromnetz mit 15.000 Volt werden zusätzlich zwei Stromabnehmer benötigt. Die werden nach der Grenze ausgefahren. Es braucht neue Trafos an Bord und neue Technik im Führerstand für die verschiedenen Signal- und Zugleitsysteme in Deutschland.

Der Bahnexperte und langjährige Lehrstuhlinhaber für Bahntechnik an der FU Berlin, Markus Hecht, weist im Interview mit BR24 darauf hin, dass die umgerüsteten Frecchiarossa-Züge dadurch erheblich schwerer werden. Deshalb brauchen sie für Italien ebenfalls eine neue Zulassung.

Was bietet der Frecciarossa den Fahrgästen?

Der Frecciarossa hat 450 Sitzplätze in einer Garnitur. Die sind nicht wie in Deutschland in erste und zweite Klasse unterteilt, sondern in Italien in vier Klassen – Executive, Business, Premium und Standard. In Deutschland sollen in den obersten Klassen nur drei bzw. zwei bequeme Sessel in einer Reihe stehen, statt vier Sitze, wie in der Standardklasse oder in Deutschland generell. Die Traktion, also der Antrieb, ist auf den ganzen Zug verteilt. Das sorgt für ruhiges Fahren und optimale Ausnutzung der Bremsenergie, die rückgespeist wird.

Welchen zusätzlichen Service gibt es für Fahrgäste?

Auch im Service wollen die Italiener punkten. So wird es nicht nur im Bistro Speisen und Getränke geben, sagt Karsten Specht von DB Systemtechnik auf der Testfahrt: "Das heißt, in der Executive Class werden Essen und Getränke serviert, in der Business Class werden Essen und Getränke serviert, natürlich dann nicht so wie in der First Class. Genau wie im Flugzeug gibt es etwas weniger und ich glaube, selbst in der Economy Class gibt es noch ein Wasser und irgendeine Kleinigkeit noch dazu." Das genaue Angebot wird noch erstellt.

Gibt es eine Reservierungspflicht im Frecchiarossa?

Für die grenzüberschreitenden Verbindungen, also südlich von München, werde es eine Reservierungspflicht geben, erklärte die DB-Sprecherin auf Anfrage. Vorteil: "Die Sitzplatzreservierung ist bereits im Preis der Fahrkarte enthalten." Das heißt, wer eine Fahrkarte kauft, hat auch garantiert einen Sitzplatz. In Italien ist das schon heute so üblich.

Was wird die Fahrt mit dem Frecciarossa kosten?

Die genauen Einstiegspreise stehen noch nicht fest, heißt es dazu von der Deutschen Bahn. Für die Direktverbindungen München – Mailand bzw. München – Rom soll das Preissystem der DB gelten, inkl. Super-Spar- und Sparpreisen, so eine DB-Sprecherin auf Anfrage von BR24. "Hier gilt wie üblich: Wer frühzeitig bucht, kann am meisten sparen." Die Tickets gibt es auch bei der DB.

Im Video: Der "Frecciarossa" im Testbetrieb

Frecchiarossa bei der Abfahrt in Kinding. Auf dem Streckenabschnitt kann der Schnellzug Tempo 300 fahren.
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Frecchiarossa bei der Abfahrt in Kinding. Auf dem Streckenabschnitt kann der Schnellzug Tempo 300 fahren.

Dieser Artikel ist erstmals am 6. September 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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