Vertrocknete Wiese in Franken
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Bayerns Bauern geht das Viehfutter aus.
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Bayerns Bauern geht das Viehfutter aus.

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Futterknappheit: Landwirte müssen eigene Lösungen finden

Futterknappheit: Landwirte müssen eigene Lösungen finden

Weil es so wenig regnet, wächst das Gras schlecht. Sowohl im Norden als auch im Süden Bayerns wird deshalb das Futter für Rinder und andere Weidetiere knapp. Welche Optionen Landwirte jetzt haben.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Die Weiden sind braun, das Gras wächst kaum. Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Futtersituation auf bayerischen Bauernhöfen verheerend schlecht. Probleme gibt es nicht nur im Norden Bayerns, wo es weniger regnet. Auch sonst niederschlagsreiche Regionen wie das Allgäu sind betroffen.

Andreas Hummel, Milchviehhalter im Oberallgäu, hat seine Kühe in den Stall geholt. Und das, obwohl er als Biolandwirt eigentlich verpflichtet ist, die Tiere auf die Weide zu lassen. Aber bei extremen Wetterbedingungen wie der aktuellen Trockenheit darf – und muss – er eine Ausnahme machen. Denn auf der Weide finden die Kühe schlicht nicht genug Futter. Hummel gibt ihnen jetzt schon Heu, das eigentlich für den Winter gedacht war.

Vielen Bauern geht das Futter aus

Laut einer Umfrage des Bayerischen Bauernverbands (BBV) bewerten 80 Prozent der Tierhalter ihre Grünlandflächen als "mangelhaft" oder noch schlechter. Fast 40 Prozent geben an, dass sie Futter zukaufen müssen. Der BBV weist auf seine Futtermittelbörse hin. Sowohl Betriebe, denen Futter fehlt, als auch solche, die mehr geerntet haben und etwas verkaufen können, sind aufgerufen, die Börse zu nutzen. Schwierig ist allerdings: Die Trockenheit betrifft derzeit viele Gegenden.

Wie gravierend die Situation ist, dokumentiert die Bodenfeuchte-Analyse des Deutschen Wetterdienstes. Eine Karte zeigt, wie sehr die Feuchtigkeit im Boden bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern von den Durchschnittswerten der Jahre 1991 bis 2020 abweicht. Weite Gegenden Süddeutschlands sind im Moment braun gefärbt (externer Link). Das heißt: Hier ist es mindestens um die Hälfte trockener als im Vergleichszeitraum.

Im Audio: Landwirten geht das Viehfutter aus

Vier Kühe auf einer braunen Weide
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Frank Rumpenhorst
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Symbolbild trockene Weide

Katastrophenfall: Bayern lockert Bio-Regelungen

Laut bayerischem Landwirtschaftsministerium ist die Situation für Bio-Betriebe besonders angespannt, weil es auf dem Markt nicht so viel ökologisches Grundfutter gebe. In dieser Situation müsse man pragmatisch handeln, sagte Ministerin Michaela Kaniber (CSU). Bayern habe die Futtermittelknappheit als Katastrophenfall im Sinne des europäischen Öko-Rechts anerkannt. Das gibt Bio-Betrieben die Möglichkeit, unter bestimmten Umständen auch konventionelles Heu oder Silage-Futter zuzukaufen.

Für Bio-Landwirt Hummel macht das die Situation aber nicht einfacher. Die Molkerei, die er mit seiner Milch beliefert, würde diese dann nicht mehr als Bio-Ware weiterverkaufen. Er bekäme also nur den Preis für konventionelle Milch bezahlt. Außerdem müsse er erst nachweisen, dass in einem gewissen Umkreis kein ökologisches Futter zur Verfügung steht.

Schlachtzahlen steigen

Er habe einen Kollegen gefunden, dem er etwas Grünfutter abkaufen könne, sagt Hummel. Das reiche aber nicht aus, um seine 45 Milchkühe und das Jungvieh durch den Winter zu bringen. Er werde den Bestand reduzieren müssen – also einige Tiere verkaufen beziehungsweise zum Schlachten bringen. Als BBV-Kreisobmann hört der Landwirt von vielen Höfen, die in einer ähnlichen Situation sind. Schlachtbetriebe und Transportunternehmen würden bereits berichten, dass die Schlachtzahlen steigen. Es sei nicht nur schmerzhaft, Kühe abgeben zu müssen, sondern bedeute auch wirtschaftliche Einbußen. Insgesamt, schätzt Hummel, verursache die diesjährige Trockenheit für ihn Verluste im niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich.

Keine staatlichen Hilfszahlungen geplant

Auf anderweitige staatliche Unterstützung kann er derzeit nicht hoffen. Das CSU-geführte Bundeslandwirtschaftsministerium plant aktuell keine Hilfszahlungen für Bauern. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, die Situation sei ähnlich zu den vergangenen Jahren und kein neues Problem. Die Regierung beobachte die Lage jedoch und sei "im Austausch mit allen Akteuren."

Kaniber wies darauf hin, dass die staatlich geförderte Mehrgefahrenversicherung für Landwirte auch bei extremer Trockenheit greife. Bei der Hauptalmbegehung in Lenggries rief sie Landwirte dazu auf, sich auf diese Weise zu versichern.

Suche nach Futteralternativen

Unterdessen überlegen Bauern, wie sie mit ihren Wiesen und Äckern anders planen können, um sich auf weitere trockene Jahre vorzubereiten. Ein Teil des Tierfutters kann durch Zwischenkulturen ersetzt werden. Hierfür eignen sich etwa Luzernen, weil sie so tiefe Wurzeln bilden, dass sie auch bei Trockenheit gut wachsen. Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft nennt als alternative Futtermittel außerdem Biertreber oder Kartoffelpresspülpe – Nebenprodukte, die beim Bierbrauen beziehungsweise in der Stärkeindustrie entstehen.

Die Futterknappheit betrifft auch Länder wie Großbritannien oder die Schweiz. In Österreich wurden laut der Arbeitsgemeinschaft Rind in den vergangenen Wochen dreimal so viele Kühe wie sonst geschlachtet, weil Landwirte sie nicht mehr versorgen können.

Karte: So trocken sind die Böden in Deutschland

Wählen Sie in der interaktiven Grafik aus, ob Sie die Werte für den Ober- oder Gesamtboden sehen wollen.

Im Video: Futterknappheit: Hitze macht den Bauern zu schaffen

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