Bei einem Feuer auf einem Bauernhof in der Nähe von Augsburg sind etwa 1.600 Schweine verendet. Die Tiere seien nicht verbrannt, sondern am Rauchgas erstickt, teilte der Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, Marc Sturm (FW), mit. Die Tiere liegen laut Sturm wie eingeschlafen an der Brandstelle. Die Löscharbeiten zogen sich durch die ganze Nacht, inzwischen ist der Brand unter Kontrolle, es finden aber noch Nachlöscharbeiten an einzelnen Glutnestern statt. Gefahr für Anwohner besteht nicht. Die Feuerwehr rechnet damit, ihren Einsatz im Laufe des Freitagnachmittags beenden zu können.
Feuer breitete sich schnell aus
Der Brand war am Donnerstagabend auf dem zwischen Ried und Hörmannsberg gelegenen Betrieb ausgebrochen. Laut Carsten Weber von der Feuerwehr Hörmannsberg hat sich das Feuer in der Nacht sehr schnell ausgebreitet. Es sei so schnell und so groß gewesen, dass eine Lagerhalle mit Getreide nicht gelöscht werden konnte und vom Feuer zerstört wurde. Den Feuerwehrleuten gelang es aber, zu verhindern, dass sich die Flammen noch weiter ausbreiten. Unter anderem sollen ein Heizöltank sowie eine Getreidetrocknungsanlage nahe den beiden Gebäuden gestanden haben.
Landwirte unterstützen Löscharbeiten
Nach Angaben der Feuerwehr waren in der Nacht und bis jetzt rund 250 Feuerwehrleute im Einsatz. Da Landwirte aus der Umgebung mit Güllefässern voller Wasser angerückt seien, habe sehr schnell genügend Wasser für die Löscharbeiten zur Verfügung gestanden. Auch das THW und das Rote Kreuz haben die Feuerwehr unterstützt. Teile der Wände rissen die Einsatzkräfte mit einem Bagger ein, um auch an die dahinterliegenden Glutnester zu gelangen.
Carsten Weber betonte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Feuerwehren aus den Gemeinden und der überörtlich angeforderten Kräfte. Es habe sich gezeigt, dass das Zusammenspiel der Hilfsorganisationen funktioniere und das Ehrenamt trage, so Weber.
Technischer Defekt löst wohl Brand aus
Die Polizei geht bei der Brandursache von einem technischen Defekt aus. Nach Polizeiangaben hat die Kripo Augsburg die Ermittlungen übernommen. Der Sachschaden wird im Moment auf einen siebenstelligen Betrag geschätzt.
Kein Tier überlebte das Feuer
Die Überreste des Stalls können nach Angaben des Kreisbrandrats noch nicht betreten werden. Es sei jedoch davon auszugehen, dass kein Tier den Brand überlebt habe. Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, wie viele Tiere im Stall waren. Nach Angaben des Landwirts waren es rund 1.600 Schweine, die Feuerwehr nannte 1.200 bis 1.300 Tiere. Menschen kamen nicht zu Schaden.
SPD fordert mehr Brandschutz auf Höfen
Unterdessen forderte die SPD-Landtagsfraktion Verbesserungen bei Brandschutz und Löschtechnik auf Bayerns Bauernhöfen. Trockenheit und Hitze begünstigten zunehmend die Ausbreitung von Feuer, darauf müssten die Behörden reagieren. Automatische Brandmeldeanlagen, Rauch- oder Wärmemelder, Alarmierungssysteme sowie Sprinkler- und andere automatische Löschanlagen könnten auch in Ställen gute Dienste leisten, betonte die SPD-Tierschutzexpertin Anna Rasehorn. Im Fall der Fälle könnten eine gute Löschwasserversorgung, großzügige Feuerwehrzufahrten oder die Bildung von Brandabschnitten die Arbeit der Feuerwehr erleichtern.
Mit Informationen der dpa
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