Wie Galeria bereits Ende Juni angekündigt hat, wird jede der insgesamt 83 Filialen in ganz Deutschland auf ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft. Davon gelten 33 Warenhäuser jetzt schon als Wackelkandidaten und könnten geschlossen werden. Das Unternehmen hat nun mitgeteilt, um welche Standorte es sich dabei handelt.
Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München und Würzburg betroffen
In Bayern sind die Galeria-Filialen in Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz) und Würzburg betroffen. Mit insgesamt sieben Filialen stehen in Nordrhein-Westfalen die meisten der Warenhäuser auf der Kippe.
Galeria will mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet. Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen.
Kriterien für die Auswahl waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. "Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten", sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin von Galeria offen.
Umzug von Filialen auch eine Option
Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Da alle Filialen diesbezüglich Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria auch den Umzug in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen.
160 Millionen Euro Kredit soll Sanierung voranbringen
Die angeschlagene Warenhauskette hatte im Juni von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro erhalten. Der Kredit ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der vorsieht, dass jede Filiale auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und im Zweifel auch geschlossen wird. "Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein", sagte Hellenbock im Juni.
Abgesichert wird der Kredit durch die Ware von Galeria. Die Verhandlungen hatten sich über Wochen hingezogen. Voraussetzung für die Zusage war dem Vernehmen nach ein von der Unternehmensberatung AlixPartners erstelltes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage von Galeria.
Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben.
Drei Insolvenzen innerhalb von vier Jahren
Zudem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen. Zuletzt bemühte sich Galeria mit großen Rabattaktionen darum, die Umsätze anzukurbeln.
Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.
Mit Information von dpa
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