Der Münchner Hauptbahnhof ist einer der frequentiertesten Verkehrsknotenpunkte in Bayern. Rund 450.000 Reisende sind hier an Spitzentagen unterwegs. Doch viele fühlen sich nicht sicher. Immer wieder gibt es Klagen über Gewalt und Drogen, über Dreck und Alkohol. Seit acht Wochen ist deshalb die sogenannte Quattro-Streife am Münchner Hauptbahnhof unterwegs: Viererteams aus je einem Mitarbeiter der Münchner Polizei, der Bundespolizei, der DB Sicherheit und der Münchner U-Bahn-Wache patrouillieren am Freitag- und Samstagabend, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu erhöhen. Kompetenzen und Erfahrungen würden so gebündelt, außerdem könne man im Team schneller und effektiver eingreifen, heißt es von den Dienststellen.
Für alle Anliegen ansprechbar
Am Freitagabend herrscht am Hauptbahnhof in München Hochbetrieb. Die Beamten der Quattro-Streife gehen den Bahnhof ab, schauen ins Untergeschoss, patrouillieren über die Bahnsteige der S- und U-Bahn. Sie wollen für Anliegen aller Art jederzeit ansprechbar sein. Immer wieder fragen Passantinnen und Passanten nach dem Weg zum richtigen Bahnsteig. Ein Mann wendet sich verzweifelt an die Streife. Das Abfahrtsgleis für seinen Zug nach Hannover sei falsch angegeben, und seine Frau mit den drei Kindern hat er auch verloren. Die Beamten beruhigen den Mann und gehen mit ihm auf die Suche im Bahnhofstrubel. "Wir haben mit dem Herrn gemeinsam diverse Gleise abgesucht. Das hat erstmal nicht zum Erfolg geführt", erklärt Maximilian Späth von der Bundespolizei. Erst nachdem die Quattro-Streife eine Lautsprecherdurchsage durch die Deutsche Bahn veranlasst, kommt die Familie schließlich am Bahnsteig wieder zusammen.
Streife kontrolliert auch rund um den Bahnhof
Auch in den Straßen rund um den Bahnhof kontrolliert die Quattro-Streife Personen, überprüft Ausweise und Papiere. Ein Mann schläft neben einem U-Bahn-Abgang auf dem Gehsteig. Er ist vermutlich stark alkoholisiert, vielleicht obdachlos. Die Überprüfung ergibt, dass gegen den Mann aus Bosnien nichts vorliegt, er aber Deutschland verlassen muss. Weil er Hilfe braucht, schicken ihn die Beamten zur Bahnhofsmission. Zwei Minuten später geht es um ein Schließfach, das nicht mehr aufgeht. Dann fragt ein Gruppe junger Pfadfinder - sie reisen ohne Handy - nach dem Weg zum nächsten Supermarkt.
Positive Rückmeldungen
Die Quattro-Streife vereint Wissen und Befugnisse aus vier Dienststellen. Das sehen die Beamtinnen und Beamten als ihren Vorteil. "Wir haben so viel mehr Möglichkeiten, etwas zu unternehmen", sagt Christian Albert von der Münchner U-Bahn-Wache. "Die Leute sind froh, dass die Streife da ist und dass man sie auch gut sieht", erklärt Sina Dietsch, die Sprecherin der Bundespolizeiinspektion München. Die Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern seien durchweg positiv.
Die Quattro-Streife ist nur eine von mehreren Maßnahmen, die am Münchner Hauptbahnhof für mehr Sicherheit sorgen sollen. Nach Angaben der Bundespolizei gab es im Jahr 2024 rund 735 Gewaltdelikte am Hauptbahnhof. 2025 seien es nur noch rund 550 gewesen, sagt ein Behördensprecher. Er führt das auf zahlreiche Maßnahmen zurück, die nun Wirkung zeigen: etwa Schwerpunkteinsätze wie zuletzt Ende Mai. An mehreren bayerischen Bahnhöfen gab es Kontrollen, zudem dürfen Reisende am Wochenende keine Messer, Waffen und gefährlichen Werkzeuge mitführen. Ende 2025 wurde zudem eine Videoüberwachung installiert. Schon länger gilt ein Alkoholverbot.
BR24 auf TikTok: Sicherheit am Hauptbahnhof
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