Ein Kind im verschneiten Fürther Stadtpark
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So viel Schnee lag schon lange nicht mehr in Fürth: Vor allem Kindern genießen das ungewohnte Weiß.
Bildrechte: NEWS5 / David Oßwald
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So viel Schnee lag schon lange nicht mehr in Fürth: Vor allem Kindern genießen das ungewohnte Weiß.

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Geschlossene Schneedecke: Franken leiser gestellt

Geschlossene Schneedecke: Franken leiser gestellt

Alle Menschen sind langsam und vor allem vorsichtig unterwegs: Quasi ganz Franken ist von 20 Zentimetern Schnee und mehr bedeckt. Das öffentliche Leben ist nicht zum Erliegen gekommen. Aber beim Blick durch die Region fühlt sich alles ruhiger an.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Mit mehr als 30 Kilometern pro Stunde ist im morgendlichen Berufsverkehr in Nürnberg kaum jemand gefahren. Stellenweise ging es auch nur im Schritttempo vorwärts. Nach den Schneefällen der vergangenen Nacht waren viele Straßen noch schneebedeckt. Wo bereits geräumt worden war, begrenzten große Schneehaufen die Fahrbahnen. Rund um Nürnberg war nicht nur der Räumdienst, sondern auch das THW im Einsatz. Die Polizei musste seit dem vergangenen Abend in ganz Franken rund 550 Mal wegen des Wetters ausrücken. Nicht immer waren Verkehrsunfälle der Grund. Unter anderem mussten festgefahrene Lkws wieder zum Laufen gebracht werden.

Autobahnen teilweise voll gesperrt

Gekracht hat es aber auch: In den drei fränkischen Regierungsbezirken zählte die Polizei insgesamt mehr als 250 Unfälle. Meist kamen die beteiligten Autofahrer aber mit Blechschäden davon. Wegen verunfallter oder querstehender Lkws mussten etwa die Autobahnen A9 und A72 noch in der Nacht zum Teil voll gesperrt werden.

ÖPNV nur eingeschränkt

Besonders schwer hatten es allerdings Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen waren. Während die U-Bahnen in Nürnberg vom Wetter naturgemäß überhaupt nicht beeinträchtigt wurden, kamen die Linienbusse – wie auch alle anderen Autofahrer – nur langsam voran. Im Zweifel mussten die Busfahrer entscheiden, ob sie einzelne Haltestellen anfahren konnten oder auf eine besser geräumte Straße auswichen.

Trotz der Bemühungen der Verkehrs-Aktiengesellschaft VAG fuhren die Nürnberger Straßenbahnen auch am Mittag noch nicht, weil die Schienen nicht dauerhaft vom Schnee freigehalten werden konnten. In Kitzingen und Schweinfurt in Unterfranken sowie im oberfränkischen Forchheim wurde der ÖPNV gar gänzlich eingestellt.

Öffentliches Leben heruntergefahren

In vielen fränkischen Städten und Gemeinden bleiben die Mülltonnen heute ungeleert. Betroffen sind davon sind unter anderem Nürnberg, die Landkreise Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt sowie viele Orte in Unterfranken. In Nürnberg blieb der Tiergarten geschlossen und der Post-SV, der größte Sportverein der Frankenmetropole, hat sämtliche Sportangebote und Kurse für den Nachmittag abgesagt. In Bayreuth wurde die Dreifachturnhalle wegen der Schneelast auf dem Dach vorsorglich gesperrt.

Schöne Seiten des Winters für Kinder und Familien

Trotz allem freuen sich viele Franken über die Schneemassen. In ganz Mittel- und Unterfranken blieben die Schulen geschlossen oder wurden auf Distanzunterricht umgestellt. In Oberfranken geschah dies in Stadt und Landkreis Bamberg sowie im Landkreis Forchheim. Spätestens am Nachmittag waren viele Kinder und Familien mit Schlitten unterwegs. In vielen öffentlichen Parks stehen Schneemänner. So mancher ältere Nürnberger fühlte sich an die eigenen Kindheitstage auf den Schlittenhügeln im Marienbergpark oder dem Rechenberg erinnert. Andere Franken verabredeten sich zum Langlaufen auf Loipen, die zuletzt vor 15 Jahren ausreichend Schnee gesehen hatten. Und die oberfränkischen Wintersportler freuen sich auf eine präparierte Südabfahrt am Ochsenkopf, die in "normalen" Jahren wegen Schneemangels allzu oft geschlossen bleiben muss.

"Ungewöhnliche Wetterlage"

Tim Staeger vom ARD-Wetterkompetenzzentrum sprach bei BR24 von einer „ungewöhnlichen Wetterlage“. Auch wenn es im Rahmen der natürlichen Schwankungsbreite liege, Neuschnee von verbreitet über 20 Zentimetern gebe es nicht in jedem Winter so. Solche Ereignisse seien zudem im Rahmen des Klimawandels seltener geworden. In den 1940er bis Mitte der 1970er Jahre seien in Bayern 50 Schneetage normal gewesen, so Staeger, mittlerweile sei man bei der Hälfte, also etwa 25 Schneetagen angelangt.

Niederschläge auch in den nächsten Tagen

Im Lauf des Abends sollen die Schneefälle in weiten Teilen Frankens nachlassen. Vor allem in den Mittelgebirgen von der Rhön über den Frankenwald bis in den Bayerischen Wald kann es noch bis zum Dienstagmorgen weiter schneien. Die Temperatur wird aber in der Nacht laut ARD-Meteorologe Tim Staeger unter den Gefrierpunkt absinken, das bedeute „überfrierende Nässe“, vor allem in Nordbayern – aber es sei landesweit damit zu rechnen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kämen neue Niederschläge auf, zum Teil Regen, der in Schnee übergehe, zum Teil auch gefrierender Regen. Es bleibe turbulent und winterlich – auch in den nächsten Tagen.

Im Video: BR24live: Schnee in Franken

Verschneite Straße mit Verkehrsschild "Glatteis"
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Videobeitrag

Glätte und Schnee in Franken

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