Genau 80 Jahre und neun Tage, nachdem die Urteile in den Nürnberger Prozessen verkündet wurden, hat die südafrikanische Juristin und Menschenrechtlerin Navanethem Pillay am Freitag im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes erfahren, dass sie den Friedensnobelpreis erhalten hat.
Höchste Ehre für Friedensnobelpreisträgerin Pillay
Sie habe viele Preise und Ehrungen in ihren Leben erhalten, sagte Pillay bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz am historischen Ort der Urteilsverkündung. Aber das sei die höchste Ehre, die sie je erfahren habe.
"Erste Woman of Colour als Richterin" in Südafrika
Sie widme den Preis allen Opfern von Verstößen gegen Menschenrechte. Der Preis stehe für eine unabhängige Justiz, die auf internationalen Regeln basiere. Auf die Frage, worauf sie besonders stolz sei, sagte sie, sie sei stolz, dass Präsident Nelson Mandela sie einst "als erste Woman of Colour als Richterin" ernannt habe und dass das Leid von Frauen und Kindern durch den internationalen Strafgerichtshof für Ruanda aufgearbeitet worden sei, dessen Präsidentin sie war.
Navanethem "Navi" Pillay wurde für ihren mutigen Einsatz für das Völkerrecht und ihren Einsatz gegen Kriegsverbrechen und Genozid gewürdigt, begründete das Nobelkomitee in Oslo die Vergabe.
Nobelkomitee: "Persönlichkeit mit außergewöhnlichem Mut"
Das Komitee nannte sie eine "Persönlichkeit, die mit außergewöhnlichem Mut und Integrität den Weg zu einer umfassenderen globalen Rechtsordnung geebnet hat". Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden. Ihr Engagement für universelle Rechtsprinzipien und ihr fester moralischer Kompass ziehe sich wie ein roter Faden durch ihre lange Laufbahn.
Die 85-Jährige zählt zu den ältesten Personen, die jemals einen Friedensnobelpreis erhalten haben. Sie wurde in Durban in eine indisch-tamilische Familie geboren. Durban am Indischen Ozean hat eine bedeutende indische Gemeinschaft. Auch Mahatma Gandhi lebte einst dort.
Verteidigerin von Nobelpreisträger Nelson Mandela
Während der Apartheid erlebten indische Einwanderer ebenfalls Diskriminierungen. Pillay stellte sich, so das Nobelpreiskomitee, früh gegen tief verwurzelte strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung. Auch verteidigte sie Nelson Mandela, Südafrikas späteren Präsidenten, der 1993 den Friedensnobelpreis bekommen hatte.
Mit Informationen von KNA
Zum Audio: Pillay erfährt in Nürnberg von Friedensnobelpreis
Die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay spricht in Nürnberg nach der Bekanntgabe, dass sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird.
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