Gut drei Stunden nach dem Ausbruch eines Waldbrandes in Nürnberg kommt am frühen Morgen die gute Nachricht: Die Feuerwehr hat die Lage nach Polizeiangaben unter Kontrolle. "Da brennt nichts mehr. Der richtige Brand ist schon gelöscht", sagte Polizeisprecher Michael Petzold. Hunderte Helfer waren mit schwerem Gerät angerückt, um die Flammen zu bekämpfen. Zwei Einsatzkräfte wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt.
Im Laufe des Samstags erfolgen weitere Brandnachschauen, um ein Wiederaufflammen versteckter Glutnester auszuschließen.
Großbrand mit starker Rauchentwicklung im Nürnberger Südosten
Zuvor war im Nürnberger Stadtteil Langwasser gegen 21.45 Uhr ein Großbrand nahe dem Max-Morlock-Stadion, der Heimstätte des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte an dem Waldgebiet im Südosten der Stadt zwischen der Großen Straße und der Beuthener Straße zeigte sich eine massive Brandentwicklung mit starker Rauchentwicklung.
Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot gefordert. Wie die Feuerwehr Nürnberg mitteilte, mussten mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zeitgleich zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Zusätzlich wurde ein massiver Löschangriff mit mehreren Löschrohren eingeleitet. Aufgrund der großen Brandausdehnung wurden auch Feuerwehren aus den angrenzenden Landkreisen alarmiert.
Im Video: Nürnberg – 3.000 Quadratmeter standen in Flammen
Eine Fläche von rund 3.000 Quadratmetern stand am Freitagabend in Nürnberg Flammen. Drei Stunden später war das Feuer unter Kontrolle.
Rund 450 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz
Zur Brandbekämpfung kamen außerdem große wasserführende Fahrzeuge mit Wasserwerfern zum Einsatz. Das Technische Hilfswerk unterstützte mit einem Radlader und Beleuchtungsgerät die fortlaufenden Maßnahmen. Rund 380 Einsatzkräfte der Feuerwehr, etwa 60 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sowie rund 15 Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort.
Insgesamt seien rund 3.000 Quadratmeter in Flammen gestanden, hieß es. Eine Fläche von der Größe etwa vier kleiner Fußballfelder. Derzeit würden die Einsatzkräfte weiter nach Glutnestern suchen. "Es qualmt noch", so Polizeisprecher Petzold. Ihm zufolge war der Brand vermutlich unweit der Nürnberger Messe im Bereich einer alten Westernstadt ausgebrochen, die seit mindestens zehn Jahren brachliegt. "Außer Wald und einer alten Westernstadt gibt es hier nichts." Die ehemalige hölzerne Westernstadt brannte vollständig nieder.
Campingplatz und Open-Air-Konzert evakuiert
Auch ein angrenzender Campingplatz mit 25 Menschen wurde am Abend vorsorglich geräumt. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Feuerwehr kümmerten sich laut Polizei um die Betroffenen. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.
Im sogenannten Stadionpark in der Nähe des Einsatzortes fand am Abend zudem ein Konzert unter freiem Himmel statt, wie Petzold sagte. Während der Zugabe sei die Veranstaltung wegen des starken Rauchs abgebrochen worden, die Feiernden sollten nach Hause gehen. Wie viele Menschen das betraf, war zunächst unklar. Zudem gingen Funken und Flugfeuer im Randbereich des benachbarten Messegeländes nieder, sodass dort ebenfalls Kontrollmaßnahmen durch die Feuerwehr erforderlich waren.
Generell warnten das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in der Nacht auf Samstag vor starkem Rauch und Brandgeruch im Nürnberger Süden.
Waldbrandgefahr in Teilen Bayerns derzeit hoch
Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens kann die Feuerwehr Nürnberg keine Angaben machen. Nun soll die Kriminalpolizei so schnell wie möglich ihre Arbeit zur Brandursache aufnehmen. Die Waldbrandgefahr ist in Franken wegen der Trockenheit derzeit groß, es gibt Beobachtungsflüge der Behörden. Aber auch in anderen Teilen des Freistaats wird vor hoher Waldbrandgefahr gewarnt.
Erst vor einem Jahr hatte bei Erlangen, gut 20 Kilometer nördlich von Nürnberg, ebenfalls ein Waldgebiet gebrannt. Es dauerte fast einen Monat, bis der Brand vollständig gelöscht war. Das Feuer war Ende April 2025 in dem Forst rund um einen ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebrochen. Rund 40.000 Quadratmeter, verteilt auf mehrere Flächen, waren nach Angaben des Landratsamtes betroffen. Dieses rief zwischenzeitlich den Katastrophenfall aus. Neun Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.
In der Nähe der Messe hat es in der Nacht einen Großbrand gegeben. Rund 300 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz.
Mit Informationen von dpa
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