David Matei sitzt auf einem Stuhl vor einer Tafel, in seinen Händen hält er ein Handy.
David Matei sitzt auf einem Stuhl vor einer Tafel, in seinen Händen hält er ein Handy.
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David Matei war bis vor Kurzem Jugendoffizier der Bundeswehr. Er bringt sich mit einem Buch in die Wehrdienst-Debatte ein.
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David Matei war bis vor Kurzem Jugendoffizier der Bundeswehr. Er bringt sich mit einem Buch in die Wehrdienst-Debatte ein.

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"Deutschland ist es wert": Ex-Jugendoffizier zu Wehrdienst

"Deutschland ist es wert": Ex-Jugendoffizier zu Wehrdienst

In die Wehrpflicht-Debatte bringt sich mit David Matei ein profilierter Kopf der Social-Media-Szene ein. Warum junge Menschen dienen sollten? Weil Deutschland es wert sei, lautet die Antwort des Ex-Jugendoffiziers.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ein Social-Media-Video zeigt eine Bühne auf dem Nato-Gipfel. Darauf Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Anzug und Krawatte. Von links nähert sich ein Mann in weiten schwarzen Hosen, weißem Shirt unter schwarzer Jacke und mit einer handtaschenähnlichen Umhängetasche. Er schüttelt die Hand des Generalsekretärs, lacht, stellt eine Frage: Was schwieriger sei, will er auf Englisch wissen, Einigkeit unter 32 Alliierten zu erzielen oder in so einer Gipfel-Woche fünf Minuten Zeit für einen Kaffee zu finden. Beides sei gleich schwer, antwortet Rutte.

Bei dem Fragenden handelt es sich um David Matei, inzwischen bekannt in den sozialen Medien. Auf Instagram und TikTok zusammen versammelt er fast eine halbe Million Follower. Ihnen erklärt er Sicherheitspolitik auf unkonventionelle Weise – etwa mit solchen Videos, wie dem vom Nato-Gipfel. Stets kurz, knapp, jung. Bei der Nato und auch hierzulande ist der Mateis Erfolg nicht unbemerkt geblieben. Er wird deshalb zu solchen Terminen eingeladen.

Vom Klassenzimmer in die sozialen Medien

Nah dran an jungen Menschen war Matei aber bereits in den vergangenen Jahren: Er diente bis vor Kurzem als Jugendoffizier, informierte an Schulen etwa über den Sinn und Zweck der Bundeswehr. Sein Eindruck dabei: Große Begriffe wie Frieden und Freiheit, die "lösen in der letzten Reihe nichts aus im Kopf. Da versteht man nicht, was das bedeutet", erzählt er im BR24-Interview.

"Deutschland ist es wert"

Ihm selbst bedeuten Frieden, Freiheit und Demokratie aber eine ganze Menge. Deshalb mischt er sich in die Debatte rund um Wehrdienst und Wehrpflicht nun ein mit dem Buch "Deutschland ist es wert. Warum ich geschworen habe, für mein Land zu kämpfen" (Herder Verlag).

Matei erzählt darin auch persönliche Geschichten, um die großen Begriffe greifbarer zu machen. Etwa von einem Auslandsjahr in den USA, wo er die zehnte Klasse absolvierte und Kontakt zu Familienangehörigen hatte. Um studieren zu können, mussten seine Cousins Kredite über sechsstellige Summen aufnehmen. Medizinisch wurde nur versorgt, wer auch zahlen konnte. Vor diesem Hintergrund beschreibt der 33-Jährige das deutsche Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die soziale Absicherung allen Problemen zum Trotz als "Mosaiksteine", die Deutschland ausmachen.

Matei erzählt auch die Geschichte seines Vaters. Der stammt aus Rumänien, riskierte sein Leben, um zu Zeiten des Kalten Krieges nach Deutschland zu fliehen. Als gläubiger Christ stand er in der Heimat unter Beobachtung und wünschte sich "Freiheit".

Freiheit ein unterschätzter Wert?

David Matei selbst wuchs dann in der Oberpfalz auf. Zum Bund musste er nicht mehr, die Wehrpflicht war bereits ausgesetzt. Doch nach dem Abitur lockte zunächst das Geld für den Freiwilligen Wehrdienst. Zwar waren es nur etwa 300 statt der heutigen 2600 Euro Sold bei Dienstantritt, doch es klang nach viel für Matei. Er meldete sich, wurde Gebirgsjäger in Bad Reichenhall. Welche Werte er dort zu verteidigen gelobte, begriff er erst, als er Uniform trug. Nicht zu wissen, was Unfreiheit bedeute, sei ein Privileg, sagt Matei. Er verpflichtete sich schließlich aus Überzeugung, wurde Offizier.

Sein 15-jähriger Dienst endete kürzlich mitten in einer Zeit, in der das neue Wehrdienstmodell anläuft und in der das Verteidigungsministerium erste Zahlen nennt: Bis Mitte Juni konnten für 2026 demnach "mehr als 530 Interessierte" eingeplant werden. Verglichen mit den Zielen eine viel zu geringe Zahl, sagt Matei. Er wünscht sich deshalb, dass Menschen erkennen, was das Leben in Deutschland wert ist, und das in ihre Überlegungen einbeziehen. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht ist für ihn keine Option. Für ihn zählen Freiwilligkeit und gute Argumente.

"Sog" erzeugen

Matei wünscht sich, dass der neue Wehrdienst eine Sogwirkung entfaltet, weil er sinnhaft erscheint. Abholen könne man jüngere Menschen dabei vor allem im Dialog und durch Angebote. Matei beobachtet, dass viele junge Menschen ein falsches Bild von der Bundeswehr haben, das durch missverständliche oder schlechte Kommunikation verstärkt wird.

Als Beispiele nennt er das Hin- und Her rund um die Auslandsreise-Genehmigungspflicht und Ängste vor verpflichtenden Reserveübungen durch den Vorschlag für ein Reservestärkungsgesetz. Geht es nach Matei, sollten Maßnahmen nicht als mögliche Pflicht, sondern als attraktives freiwilliges Angebot vermittelt werden, etwa durch die Einladung zu Übungen. Interesse ließe sich so fördern und unnötige Verunsicherung vermeiden.

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