Ein Angeklagter spricht im Gerichtssaal mit seinem Anwalt.
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Vor dem Landgericht Bamberg hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im vergangenen Jahr mehrere Geldautomaten gesprengt haben sollen.
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Vor dem Landgericht Bamberg hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im vergangenen Jahr mehrere Geldautomaten gesprengt haben sollen.

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Große Beute, hoher Schaden: Geldautomatensprenger vor Gericht

Große Beute, hoher Schaden: Geldautomatensprenger vor Gericht

Sie sollen zahlreiche Geldautomaten in Bayern gesprengt haben. Bei spektakulären Fluchten wurden auch Polizeiautos zerstört. Der Sachschaden geht in die Millionen. Nun müssen sich zwei Männer aus den Niederlanden vor Gericht verantworten.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Vor dem Landgericht Bamberg hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die laut Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr mehrere Geldautomaten an vielen Orten in Bayern und in Deutschland gesprengt haben sollen. Sie müssen sich wegen schweren Bandendiebstahls in Verbindung mit dem Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen und der Zerstörung von Bauwerken verantworten.

Mehrere Geldautomaten im Bundesgebiet gesprengt

Unter anderem sollen die 26- und 28-Jährigen mit weiteren unbekannten Tätern im vergangenen Jahr für die Sprengung von Geldautomaten in Forchheim, Lauf an der Pegnitz, Eckental, Küps, Amorbach, Friolzheim, Stadtlauringen und Zwickau verantwortlich sein. Zum Prozessauftakt schwiegen die beiden Angeklagten.

Flucht mit schnellen Autos in die Niederlande

Nach den Geldautomatensprengungen sollen die Männer mit hochmotorisierten Autos in die Niederlande geflüchtet sein. Bei der letzten Tat in Zwickau am 2. August 2025 wurden beide Angeklagte von Einsatzkräften der Polizei festgenommen.

Bei der Flucht wurden zwei Polizeifahrzeuge und ein weiteres Auto schwer beschädigt. Die Männer sollen insgesamt rund 120.000 Euro erbeutet haben. Der Sachschaden liegt im siebenstelligen Bereich.

Niederländische Banden haben Deutschland im Visier

2025 gab es im gesamten Freistaat rund 20 Sprengungen, im Jahr davor waren es 22. Präventionsmaßnahmen in den Niederlanden führten dazu, dass sich die niederländischen Banden in den vergangenen Jahren vermehrt auf Deutschland konzentriert haben. Im Nachbarland werden Einfärbe- und Verklumpungssysteme von Geldscheinen bei Sprengungen eingesetzt und der Zugang zu Bankfilialen ist nachts gesperrt.

Strafrecht wurde verschärft

Seit Anfang des Jahres können nach einer Verschärfung des Strafrechts in Deutschland bei Geldautomatensprengungen längere Haftstrafen verhängt werden, außerdem haben Ermittler zusätzliche Befugnisse bekommen.

Die Vorgehensweise der Täter sei laut dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) oft ähnlich. Die Zahl der Geldautomatensprengungen sowie verstärkte Überwachungsmaßnahmen der Polizei hätten zu einem leichten Rückgang der Taten geführt. Die Täter aus den Niederlanden seien laut BDK sehr gut organisiert, weshalb die Sprengungen trotz höherer Strafen weiterhin lukrativ seien.

Spektakulärer Prozess 2024 in einer Turnhalle

Der größte Fahndungserfolg gelang der Polizei 2024, als 16 Männer aus den Niederlanden und Belgien, festgenommen wurden. Der Prozess wurde damals aufgrund der vielen Angeklagten und Verteidiger in eine Turnhalle der Bundespolizei in Bamberg verlegt.

Die Strafen, die das Landgericht Bamberg verhängt hatte, lagen für die Verurteilten zwischen einem Jahr und neun Monaten und fünf Jahren und elf Monaten.

Im Video: Geldautomatensprenger vor Gericht

Weitwinkelaufnahme aus einem Gerichtssaal: Zwei Angeklagte sitzen mit ihren Verteidigern an einem Tisch.
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Vor dem Landgericht Bamberg hat der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die im vergangenen Jahr mehrere Geldautomaten gesprengt haben sollen.

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