Etwa 40 Menschen fanden sich noch am Abend nach dem Unfall zum gemeinsamen Beten bei einem Gottesdienst zusammen.
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Etwa 40 Menschen fanden sich noch am Abend nach dem Unfall zum gemeinsamen Beten bei einem Gottesdienst zusammen.
Bildrechte: BR / Birgit Grundner
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Große Trauer nach Busunfall - Schwerverletzte außer Lebensgefahr

Große Trauer nach Busunfall - Schwerverletzte außer Lebensgefahr

Einen Tag nach dem Busunfall bei Hebertshausen im Landkreis Dachau mit einem toten Buben und vielen verletzten Schulkindern ist die Betroffenheit groß. Der genaue Unfallhergang wird noch ermittelt, die Schwerverletzen sind nicht mehr in Lebensgefahr.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Nach dem tödlichen Busunfall gestern Mittag im östlichen Landkreis Dachau werden drei Unfallopfer weiterhin intensivmedizinisch versorgt. Lebensgefahr besteht bei ihnen nicht. Ein siebenjähriger Zweitklässler war ums Leben gekommen, fünf Schulkinder und eine Lehrerin erlitten schwere Verletzungen. Knapp 30 weitere Kinder und die beiden Fahrer wurden leichter verletzt. Im Landkreis ist die Trauer groß, zahlreiche Menschen werden von Seelsorgern betreut. Ein Überblick.

Wie werden Betroffene unterstützt?

Etwa 40 Menschen kamen noch am Abend nach dem Unfall zum gemeinsamen Beten in die Kirche St. Nikolaus in Haimhausen - nicht weit von der Grundschule entfernt. Manche hätten geweint, viele hätten still gesessen, sagt die katholische Gemeindereferentin Mandy Adam. Als sie selbst von dem Unfall erfahren hatte, sei es ihr "kalt den Rücken heruntergelaufen", so die Referentin. "Man ist erst einmal ohnmächtig und weiß nicht, was man machen kann. Als der Anruf der Gemeinde kam, konnten wir anfangen, uns um die Menschen zu kümmern", so Adam.

Gemeinsam habe man das Vaterunser gebetet. Weitere Andachten seien laut der Referentin noch geplant. Viele Väter im Ort seien auch bei der Freiwilligen Feuerwehr und wegen des Unfalls im Einsatz gewesen – auch sie lasse das Erlebte nicht so schnell los. Für die betroffen Angehörigen gibt es Hilfsangebote.

Wie geht es den verletzten Kindern?

Zu den Schwerstverletzten meldete die Polizei am Donnerstagmorgen positive Neuigkeiten: Die Lehrerin und zwei Kinder seien nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte noch am Mittwochabend auf der Plattform X seine Anteilnahme ausgedrückt: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und wir beten für die Genesung der Verletzten." Er danke den Rettungskräften und der Polizei, die schnell geholfen hätten. "Das ist alles andere als selbstverständlich. Danke auch allen Ärzten und Pflegekräften in den Krankenhäusern, die jetzt ihr Bestes geben", so Söder.

Was ist bislang über die Unfallursache bekannt?

Zu dem Unfall gebe es aus polizeilicher Sicht derzeit keinen neuen Stand, sagte eine Polizeisprecher heute Früh auf Anfrage. Die genaue Unfallursache soll ein Gutachten klären. Dabei gehe es etwa darum zu klären, ob technische Probleme zu dem Unfall geführt haben könnten. Die Omnibusse werden üblicherweise auch dahingehend untersucht, ob die Reifenprofile zum Unfallzeitpunkt für die nasse Fahrbahn ausreichend waren. Die Ermittlungen würden laut Polizei auch aufgrund der Erstellung des unfallanalytischen Gutachtens noch mehrere Wochen andauern.

Ein Bus mit Zweitklässern und ein Linienbus mit zwei Fahrgästen waren auf der Staatsstraße zwischen Haimhausen und Hebertshausen am Ende einer engen Kurve zusammengestoßen. Die beiden Busfahrer waren nüchtern, wie eine Alkoholkontrolle vor Ort ergab. Laut Polizei war der 31-jährige Fahrer des Linienbusses in der Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten, die Gründe hierfür müssen noch untersucht werden.

Wie laufen die Untersuchungen an der Unfallstelle?

Die Busse sind am Tag nach dem Unglück bereits von der Unfallstelle entfernt worden. Nun werden sie von einem Gutachter untersucht. Spuren der schrecklichen Ereignisse sind geblieben. So etwa umgeknickte Leitpfosten, Warnschilder und Farbmarkierungen an der Fahrbahn. An einigen Stellen haben Trauernde Blumen und Plüschtiere niedergelegt.

Ist die Strecke gefährlich?

Der Bus mit der Schulklasse befand sich auf der Rückfahrt von einem Schulausflug, als er in einer Kurve von einem entgegenkommenden Linienbus, in dem sich zwei Fahrgäste befanden, seitlich gerammt wurde. Rund um den Busunfall wird nun diskutiert, wie gefährlich die scharfe Kurve für Busse ist. Denn die betreffende Kurve auf der Staatsstraße zwischen Haimhausen und dem Hebertshausener Ortsteil Ampermoching ist sehr eng. Hebertshausens Bürgermeister Hans-Jürgen Schreier sagte dem BR, die Straße sei sicherlich etwas scharf und eng rund um die Brücke.

Eine Auswertung der Unfallstatistik ergab, dass die Kurve nicht als Unfallschwerpunkt gilt. Die Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich ist auf 60 Kilometer pro Stunde begrenzt. Momentan lägen auch keine Hinweise vor, wonach überhöhte Geschwindigkeit zum Unfall beigetragen hatte.

"Aber solange es keine Erkenntnisse über den Unfallhergang gibt, gebietet es sich hier keinerlei Spekulationen anzustellen", so Schreier. Die Straße auf der sich der Unfall ereignete ist zudem eine Staatsstraße und somit nicht im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde.

Video: Große Trauer nach tödlichem Busunfall

Ort des Unfalls
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