Viel wird derzeit geschrieben und gesprochen über Nacht- und Nebelaktionen, über wilde und spannende Maibaum-Diebstähle. Mit am meisten Aufmerksamkeit hat in den vergangenen Wochen ein Maibaum gekriegt: der, den Kardinal Reinhard Marx beim Verein "Moosmotor Schwaig" für seine Begegnungsstätte in Rom bestellt hat.
Nach dem Testbaum ist jetzt auch noch der echte gestohlen worden
In einer aufwändigen Aktion haben die Inninger Burschen den Baum aus Schwaig gestohlen. Doch dann hat sich herausgestellt: Das war gar nicht der echte Baum für Rom, sondern nur ein Testbaum. Ungewöhnlich, doch er war nötig, damit die Schwaiger üben konnten für die speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen in Rom. Dieser Baum, das ist mittlerweile ausgehandelt, wird in Inning aufgestellt. Er kriegt dort einen "Gnadenhof", haben die Inninger Burschen beschlossen.
Der echte Baum für Rom ist nach einem großen Maibaumfest am Wochenende verladen worden. Die Schwaiger waren froh, dass ihr Baum jetzt sicher und wohlbehalten auf dem Weg nach Rom ist. Dachten sie zumindest. Am 9. Mai soll er dort im Garten von Casa Santa Maria, dem Begegnungszentrum der Erzdiözese München-Freising, im Rahmen einer Maiandacht aufgestellt werden.
Pfiffige Disponenten bei Nußdorfer Spedition
Doch: Der Weg bis Rom ist weit und der Trachtenverein aus Nußdorf am Inn hatte natürlich auch schon gelesen und gehört von diesem speziellen Maibaum. Da bei einer Spedition in Nußdorf pfiffige Disponenten arbeiten, ist den Nußdorfern das geglückt, was die Inninger auch schon probiert hatten: Sie haben jetzt den echten Baum für Rom gestohlen. Das ging sogar relativ einfach. Denn es war ein Transporter einer Nußdorfer Spedition, in den der Baum in Schwaig verladen wurde, erzählt Simon Dettendorfer vom Nußdorfer Trachtenverein.
Fahrer war in der Dusche, da haben sie zugeschlagen
Der Fahrer hat auf dem Weg nach Italien in Nußdorf Zwischenstopp gemacht. Er war gerade beim Duschen, als die Mitglieder des Trachtenvereins Nußdorf am Inn zugeschlagen haben: 13,7 Meter lang sei die Fracht, wussten die Disponenten, direkt aus Schwaig gekommen. Da haben sie die Planen gelupft – und den Maibaum gesehen. Hübsch inszeniert ist das alles in den Sozialen Medien zu bewundern. Burschen und Mädel in Tracht feiern ihren erfolgreichen Diebstahl auf der Ladefläche des LKW mit dem für den Transport eingewickelten Maibaum.
Doch den kompletten Ablauf durcheinander bringen, das wollte der Nußdorfer Trachtenverein natürlich nicht, so Simon Dettendorfer im Gespräch mit BR24. Da für Mittwochfrüh in Rom ein Kran bestellt ist, um den Baum vom LKW abzuladen, haben sie den Transporter nach einer anständigen Feier dann doch gleich weiterfahren lassen nach Rom. Ungefähr im Trentino ist er mittlerweile.
Auslöse ist noch nicht besprochen
Jetzt muss der Maibaum aber natürlich ausgelöst werden. Entweder solle doch Papst Leo nach Nußdorf kommen und die Messe beim Gaufest im Sommer halten, ist ein Vorschlag. "Oder sie laden uns ein zum Maibaumaufstellen" – in Rom natürlich. Das ist noch nicht geklärt. Bis Dienstagnachmittag hatten sich die Schwaiger noch gar nicht gemeldet in Nußdorf. Dort warten sie auf einen Anruf. Denn die Geschichte dieses speziellen Maibaums scheint noch immer nicht ganz zu Ende zu sein.
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