Der Marktplatz mit Willibaldsbrunnen in Eichstätt. Blick auf das Rathaus.
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Archivbild: Nach einem Cyberangriff auf die Stadt Eichstätt sind das Rathaus und seine Außenstellen bis auf Weiteres geschlossen.
Bildrechte: BR/Raphael Kast
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Hackerangriff auf Eichstätt: Große Datenmengen abgeflossen

Hackerangriff auf Eichstätt: Große Datenmengen abgeflossen

Bei einem Cyberangriff am Wochenende haben unbekannte Täter wohl erhebliche Datenmengen von den lokalen Servern des Eichstätter Rathauses kopiert. Die Server sind abgeschaltet, die Ermittlungen laufen. Wie es jetzt weitergeht.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Bei einem Cyberangriff auf die Stadt Eichstätt ist wohl "ein Großteil der Daten der Stadtverwaltung" abgeflossen. Das teilte die Stadt Eichstätt am Dienstagabend auf ihrer Homepage mit. Die Server des Rathauses sind derzeit abgeschaltet. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und das Landeskriminalamt (LKA) haben die Ermittlungen übernommen.

Angriff wohl am Wochenende erfolgt

Der Angriff erfolgte wohl am Wochenende und fiel am Montagmorgen auf, als die Mitarbeitenden IT-Probleme meldeten. Die EDV-Abteilung bemerkte daraufhin den Angriff von außen und nahm vorsorglich die lokalen Server vom Netz. Zur Klärung arbeitet die Stadt nun eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Die Datensicherung der Stadtverwaltung habe funktioniert, teilte die Stadt am Dienstagabend mit: Nach aktuellem Informationsstand könnten die Daten deshalb wiederhergestellt werden.

Ermittler gehen von Erpresser-Software aus

Die Ermittler gehen derzeit von einem sogenannten Ransomware-Angriff aus. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nutzen Täter dabei Schadsoftware, die Computersysteme blockiert und Daten verschlüsselt. Für die Freigabe fordern sie dann ein Lösegeld (englisch: ransom). Derartige Forderungen liegen der Stadtverwaltung Eichstätt allerdings bislang nicht vor.

Ermittlungen bei Ransomware-Angriffen schwierig

Allgemein teilt die Zentralstelle Cybercrime mit: Ermittlungen bei Ransomware-Angriffen seien oft aufwändig und schwierig. Denn es müsse eine Vielzahl von digitalen Spuren ausgewertet werden, die fast immer auch ins Ausland führen würden. Die Täter arbeiten demnach hochprofessionell und international: Sie würden weltweit nach Sicherheitslücken oder Schwachstellen in IT-Systemen suchen, die sie ausnutzen können. Die Auswahl der einzelnen Geschädigten erfolge dann oft beliebig: Nicht nur größere, finanzstarke Unternehmen, sondern auch kleine Firmen, Arztpraxen und öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser und Gemeinden werden angegriffen.

Viele offene Fragen in Eichstätt

Zum Fall Eichstätt ist noch vieles nicht geklärt: Herkunft und Vorgehen der Täter sind unbekannt – ebenso ist unklar, welche Daten genau abgeflossen sind. Die Stadt hat zu Vorsicht geraten, falls man in den nächsten Tagen vermeintlich städtische Mitteilungen oder sogar Rechnungen erhält.

Auch in Cham Cyberangriff – allerdings anderer Art

Auch auf das Landratsamt in Cham hat es am vergangenen Donnerstag einen Cyberangriff gegeben. Nach dpa-Informationen handelte es sich dabei allerdings um einen sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS): Ziel sei dabei nicht das Ausspähen von Daten, sondern die Überlastung der Systeme und Dienste durch eine extrem hohe Anzahl gleichzeitiger Anfragen. Die interne IT-Abteilung, eine Fachfirma und der Internetprovider haben die Ursache ausmachen und den Angriff abwehren können. Er soll zur weiteren Verfolgung bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt werden.

Auch Hackerangriffe auf die LMU, den Onlinehändler Asos, eine französische Supermarktkette und den Berliner Senat sorgten zuletzt für Schlagzeilen.

Stadtverwaltung will am Mittwoch wieder erreichbar sein

Seit dem Abend veröffentlicht die Stadt Eichstätt mehr Informationen auf ihrer Homepage (externer Link). Dort ist detailliert aufgelistet, welche Stellen wie erreichbar sind. Auch die am Dienstag eingerichtete Notfall-Telefonhotline bleibt am Mittwoch bestehen.

Mit Informationen von dpa

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