Am Dienstagmittag wurde der Flughafen Nürnberg für rund zwei Stunden von der Polizei abgesperrt und der Flugbetrieb eingestellt. Grund war eine vermeintliche "Luftnotlage" einer aus Korfu kommenden Maschine der Fluggesellschaft Corendon Airlines.
Offenbar technischer Defekt: Flugzeug meldete Entführungsfall
Wie die Polizei Mittelfranken mitteilte, war aus dem Cockpit der Code "7500" (Entführungsfall) gesendet worden. Nach Angaben der Ermittler deutet bisher einiges auf ein kaputtes Funkgerät hin, auch weil die Piloten nach dem Absenden des Notfallcodes nicht mehr per Funk erreichbar gewesen seien. Die Ermittlungen zur Ursache für den Alarm laufen aber noch. Die Fluggesellschaft Corendon äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 737-800, die je nach Ausführung bis zu 189 Plätze bietet.
"Da wir daraufhin das Cockpit nicht mehr erreichen konnten, beziehungsweise der Tower das Cockpit nicht mehr erreichen konnte, mussten wir eben vom Schlimmsten ausgehen, eben dass es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handeln könnte", erläuterte ein Polizeisprecher die Lage kurz vor Mittag.
Gegen 13.20 Uhr erfolgte die offizielle Entwarnung. Kurz darauf wurde der Betrieb wieder aufgenommen.
Passagiere und Piloten wohlauf
Die Passagiere des Flugzeugs mussten sich nach der Landung zunächst noch länger im Flugzeug aufhalten, durften es nach rund einer Stunde aber verlassen und wurden mit Bussen in die Ankunftshalle gebracht und dort von einem Notfallteam betreut. Alle Beteiligten sind laut Polizei wohlauf.
Zuvor waren laut Flughafensprecher auch Eurofighter im Einsatz gewesen, um die Maschine zu begleiten. Sie hätten inzwischen aber wieder abgedreht. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung hatten die Kampfjets des taktischen Luftwaffengeschwaders 74 im bayerischen Neuburg an der Donau das Flugzeug im deutschen Luftraum begleitet. Dort stehen rund um die Uhr täglich zwei Eurofighter als sogenannte Alarmrotte bereit.
Bereits im kroatischen Luftraum hatten Militärflugzeuge die Maschine nach Informationen der Deutschen Presseagentur begleitet. Auch Abfangjäger des österreichischen Bundesheeres wurden alarmiert.
Rafale neben Verkehrsjet auf dem Weg nach Nürnberg
Wegen des Einsatzes kam es auch zu Einschränkungen im Bus- und U-Bahn-Verkehr in Nürnberg in Richtung Flughafen.
Am frühen Morgen hatte es bereits eine mögliche Drohnensichtung am Flughafen Nürnberg gegeben. Drei Piloten hatten unabhängig voneinander beim Start- oder Landevorgang ein Objekt gemeldet, bei dem es sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben könnte, wie die Polizei mitteilte.
Mutmaßlich Drohnen über Airport Nürnberg in der Nacht
Die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen leitete in Abstimmung mit dem Albrecht-Dürer-Airport und der Deutschen Flugsicherung umgehend Such- und Detektionsmaßnahmen ein. Dabei kam unter anderem ein Polizeihubschrauber zum Einsatz; allerdings konnte keine Drohne gefunden werden.
Während des ersten Einsatzes kam es zeitweise zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Nach Angaben eines Flughafensprechers waren sechs Flüge verspätet – zwei Ankünfte und vier Abflüge. Zudem mussten zwei ankommende Maschinen vorsorglich nach Köln und Prag ausweichen, konnten ihren Flug nach Nürnberg danach jedoch fortsetzen. Ob die beiden Vorfälle in Zusammenhang stehen, war zunächst unklar.
Mit Informationen von dpa
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

