ARCHIV - 02.10.2025, Bayern, Friedberg: Die Polizei ist in der Nähe einer Schule im Einsatz. Im schwäbischen Friedberg hat die Polizei an einer Schule einen Verdächtigen festgenommen. Wie eine Polizeisprecherin berichtet, wurden die Beamten wegen einer Körperverletzung alarmiert.  (zu dpa: «Jugendlicher wegen Hammerattacke auf Schulhof vor Gericht») Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 02.10.2025, Bayern, Friedberg: Die Polizei ist in der Nähe einer Schule im Einsatz. Im schwäbischen Friedberg hat die Polizei an einer Schule einen Verdächtigen festgenommen. Wie eine Polizeisprecherin berichtet, wurden die Beamten wegen einer Körperverletzung alarmiert.  (zu dpa: «Jugendlicher wegen Hammerattacke auf Schulhof vor Gericht») Foto: Jason Tschepljakow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Hammer-Attacke an Schule: Angeklagter 15-Jähriger äußert sich

Hammer-Attacke an Schule: Angeklagter 15-Jähriger äußert sich

Ein 15-Jähriger soll zwei Jungen auf einem Schulhof in Schwaben mit einem Hammer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem rassistischen Motiv aus. Zum Prozessauftakt hat sich der Angeklagte vor Gericht zu den Vorwürfen geäußert.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Ein 15-Jähriger, der aus rassistischen Motiven auf einem Schulhof zwei Schüler mit einem Hammer attackiert haben soll, hat sich vor dem Landgericht Augsburg zur Anklage geäußert. "Der Angeklagte hat sich über seinen Verteidiger zum Vorwurf erklärt", schilderte ein Gerichtssprecher aus der nicht öffentlichen Verhandlung. Zudem seien die beiden Geschädigten als Zeugen befragt worden. Zum jeweiligen Inhalt könne er aber aus Rücksicht auf das Alter des Angeklagten nichts sagen. 

Der auch bei der Tat im vergangenen Oktober 15 Jahre alte Schüler ist wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor der Jugendkammer angeklagt. Wegen seines Alters findet das gesamte Verfahren aufgrund des Jugendgerichtsgesetzes hinter verschlossenen Türen statt. Ein Urteil könnte es im Juni geben. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

15-Jähriger wollte laut Anklage Muslime töten

Der 15-Jährige soll am 2. Oktober 2025 morgens das Gelände der Mittelschule in Friedberg nahe Augsburg betreten haben, um dort Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit und mit ausländischer Herkunft zu töten, so der Vorwurf der Anklage. Der Jugendliche soll sich dafür mit einem uniformähnlichen Anzug und einem militärisch wirkenden Helm ausgestattet haben, darüber hinaus soll er zwei erlaubnisfreie Softair-Pistolen dabeigehabt haben.

Auf dem Pausenhof soll er dann einen irakischstämmigen Schüler und einen Schüler mit kosovarischen Wurzeln mit dem Hammer auf den Kopf beziehungsweise gegen den Körper geschlagen haben. Der 15-Jährige, der ehemals Schüler der Mittelschule war, wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Seine Opfer wurden leicht bis mittelschwer verletzt; die beiden heute ebenfalls 15-Jährigen treten im Prozess als Nebenkläger auf. 

Jugendstrafe bis zu zehn Jahre möglich

Da die Ermittlungen Hinweise auf ein extremistisches Motiv ergaben, hatte die Generalstaatsanwaltschaft München das Verfahren bereits kurz nach der Tat übernommen. Die Ermittlungsbehörde in der Landeshauptstadt ist die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus.

Für den Gerichtsprozess wurden zunächst elf Verhandlungstage bis zum 23. Juni terminiert; es könnte allerdings sein, dass das Verfahren etwas früher endet. Dem Gerichtssprecher zufolge sind derzeit 55 Zeugen und zwei Sachverständige eingeplant.

Dem Jugendlichen droht im Falle einer Verurteilung wegen versuchten Mordes eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren. "Es ist hier allerdings maßgeblich, welcher erzieherischer Bedarf bei dem Jugendlichen besteht, und dieser bestimmt letzten Endes, welche Sanktion gegen ihn verhängt wird", erläuterte der Gerichtssprecher.

Mit Informationen von dpa

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