Aus dem Bayerischen Landtag in die neue rheinland-pfälzische Landesregierung: Die CSU-Abgeordnete Ute Eiling-Hütig wird überraschend Bildungsministerin in Mainz. "Wir holen damit bewusst bildungspolitische Erfahrung aus einem der erfolgreichsten Bildungssysteme Deutschlands nach Rheinland-Pfalz", sagte der designierte Ministerpräsident, Gordon Schnieder (CDU), in Mainz. "Unser Ziel ist klar: bessere Bildungschancen für alle Kinder, mehr Verlässlichkeit für Eltern und bessere Rahmenbedingungen für unsere Lehrerinnen und Lehrer."
Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag
Eiling-Hütig vertritt im Landtag den Stimmkreis Starnberg und ist seit 2023 Vorsitzende des Bildungsausschusses. Die 58-Jährige ist promovierte Historikerin und stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Sie arbeitete als Leiterin einer Bibliothek an der Ludwig-Maximilians-Universität München und war persönliche Referentin der CSU-Landtagsabgeordneten Ursula Männle (CSU), ehe sie 2013 selbst in den Landtag einzog. Seit 2022 ist sie Präsidentin des Bayerischen Volkshochschulverbandes und Vorsitzende des Bayerischen Bibliotheksverbands.
Eiling-Hütig betonte in Mainz, Bildungspolitik sei in einem Punkt überall gleich: Es gelte, das Beste für die Kinder und Jugendlichen herauszuholen, "sie ausbildungsfähig zu machen, sie lebensfähig zu machen". Dies sei in Bayern nicht anders als in Rheinland-Pfalz. "Und das ist das Herzensanliegen, das ich habe."
Söder: "Gute bayerische Bildungspolitik"
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gratulierte Eiling-Hütig zur Berufung: "Freue mich sehr für sie", schrieb er in den sozialen Medien (externer Link). "Rheinland-Pfalz bekommt eine sehr kompetente Bildungspolitikerin an der Spitze des Ministeriums." Das sei auch ein Zeichen, dass die "gute bayerische Bildungspolitik" deutschlandweit beachtet werde.
Ähnlich äußert sich auch die bayerische Kultusministerin Anna Stolz von den Freien Wählern: "Für Bayern ein Verlust, für Rheinland-Pfalz ein Gewinn – aus dem besten System Deutschlands kommt da jetzt die Kultusministerin, nämlich aus Bayern."
Lob über Parteigrenzen hinweg
Im Landtag wird Eiling-Hütig über Parteigrenzen hinweg geschätzt. "Sie ist eine sehr aufgeschlossene Person, die versucht, sich in andere Positionen hinein zu denken - was auch für eine Ministerin wichtig ist", sagte der Grünen-Abgeordnete Benjamin Adjei, der ebenfalls dem Bildungsausschuss angehört. Trotz unterschiedlicher Positionen in der Bildungspolitik schätze er sie persönlich. SPD-Bildungssprecherin Nicole Bäumler sagt, sie habe mit Eiling-Hütig "so manchen bildungspolitischen Strauß" ausgefochten, "aber immer mit dem aufrichtigen Interesse an der Sache".
CSU-Kollege Kristan von Waldenfels bezeichnet sie als "äußerst kundige Bildungspolitikerin", die ein "klassisches Bildungsideal" vertrete. Laut CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek zeigt Eiling-Hütigs Berufung, welche Qualität in seiner Landtagsfraktion stecke. "Bildungspolitik auf bayerischem Niveau kann nirgends in Deutschland schaden." Für die Abgeordnete rückt der Münchner Andreas Lorenz (CSU) nach, der bereits mehrere Jahre im Landtag saß.
Lehrer: "Offenes Ohr"
Laut dem Vorsitzenden des Bayerischer Realschullehrerverbands (brlv), Ulrich Babl, wird die bayerische Bildungslandschaft Ute Eiling-Hütig sehr vermissen: "Mit großer Überzeugung und klarer Haltung hat sie sich stets für das differenzierte und durchlässige Schulsystem in Bayern eingesetzt und dieses entschieden verteidigt." Sie habe stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Realschulen gehabt.
Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, lobt insbesondere Eiling-Hütigs Nahbarkeit und Dialogbereitschaft. Zu Veranstaltungen des BLLV sei sie immer gekommen - obwohl sie gewusst habe, "dass es mit so manch unserer Fragen zu bildungspolitischen Themen nicht einfach für sie werden würde".
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
