Die Mauern der JVA Kaisheim
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Handys und Drogen hinter Gittern: Wie kommen sie rein?

Handys und Drogen hinter Gittern: Wie kommen sie rein?

Ein Beamter der JVA-Kaisheim steht vor Gericht. Er soll Drogen- und Handys geschmuggelt haben. Gegen eine weitere Beamtin wird in ähnlicher Sache ermittelt. Doch es gibt offenbar auch andere Wege, um illegale Dinge in die JVA zu bringen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Schon wieder ermittelt die Kripo Dillingen gegen eine Beamtin wegen Schmuggels. Die Frau wird verdächtigt, gegen Geld Mobiltelefone in das Gefängnis geschmuggelt zu haben. Deshalb haben Kripobeamte Anfang Juli die JVA Kaisheim durchsucht. Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass dort auf einen Schlag 35 Handys sichergestellt worden sein sollen. Bemerkenswert ist: Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 60 Handys in der JVA gefunden - mehr als im gesamten Jahr 2025 oder 2024.

Freigestellter Beamte der JVA Kaisheim wegen Schmuggels vor Gericht

Dies ist nicht der einzige Fall: Am Amtsgericht Nördlingen wird jetzt der Prozess gegen einen 38 Jahre alten, inzwischen freigestellten, Beamten verhandelt. Er soll nicht nur Handys, sondern auch Drogen ins Gefängnis geschmuggelt haben. Einen Teil der Drogen soll er sogar selbst verkauft haben und noch dazu im Besitz einer unerlaubten Waffe gewesen sein. Hier geht die Staatsanwaltschaft Augsburg in ihrer Anklage davon aus, dass er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden könnte. Schon im Sommer 2023 gab es einen ähnlichen Prozess am Augsburger Amtsgericht: Damals wurde eine Beamtin der JVA-Kaisheim wegen Handyschmuggels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Wege illegale Dinge ins Gefängnis zu bringen gibt es offenbar viele

Aus Insiderkreisen ist unterdessen zu hören: Es gebe viele Wege, über die Mobiltelefone oder Rauschgift ins Gefängnis gelangten. So würden Handys und Drogen auch in den Lieferungen von Firmen versteckt oder zu vereinbarten Zeiten über die Mauern geworfen. Eine weitere Möglichkeit seien Freigänger oder Gefangene, die außerhalb der Gefängnismauern arbeiteten. Die Gefängnisleitung betont zwar, dass diese beim Wiedereinlass genau durchsucht würden. So genannte Minihandys seien aber so klein, so ein Kripobeamter, dass sie beispielsweise auch im Gesäß transportiert werden könnten.

In der JVA finden regelmäßig Durchsuchungen statt. Dabei, so die Gefängnisleitung, kämen auch sogenannte Handyfinder zum Einsatz, mit denen Handys aufgespürt werden können. Störsender können eine solche Suche allerdings behindern oder unmöglich machen.

Wie läuft der Schmuggel ab?

Wie die Deals mit den Beamten ablaufen, wurde in einem Prozess gegen einen Gefangenen sowie seine Mithelfer Mitte Juni am Amtsgericht Augsburg deutlich. Der am Ende zu einer weiteren Freiheitsstrafe verurteilte Gefangene soll dem Beamten, der jetzt vor dem Nördlinger Amtsgericht steht, Geld geboten haben, wenn dieser ihm Handys ins Gefängnis bringe. Ein Bekannter sowie seine Lebensgefährtin besorgten demnach die Mobiltelefone und übergaben sie an den Beamten. Ein Handy behielt der Gefangene seiner Aussage nach, um die illegalen Drogen- und Handygeschäfte draußen weiter zu organisieren.

Bei den Drogen handelte es sich auch um synthetische Drogen, und zwar synthetische Cannabinoide: Ein Pulver, das mit Wasser vermischt und auf kariertes Papier aufgetragen wird. Bezahlt wird innerhalb der JVA "pro Kästchen". Diese Drogen sind besonders gefährlich, da die Gefangenen nicht wissen können, welche Menge des Suchtstoffes auf das Papier aufgetragen wurde. Diese Drogen können zu Halluzinationen oder sogar zum Herzstillstand führen.

Kein Generalverdacht gegen Beamte

Dennoch gehen die Häftlinge das Risiko des Drogenhandels und -konsums ein: Hinter Mauern kosten Handys und Drogen oft ein Vielfaches des Betrags, den sie außerhalb erbringen würden. Die Bestechungsgelder gehen mitunter in die Tausende. Von Seiten einiger Beamten der JVA ist zu hören: Wie überall gebe es auch unter ihnen schwarze Schafe, sie verwehren sich aber gegen einen Generalverdacht. Solche Taten würden ein sehr schlechtes Licht auf ihre in der Regel engagierte und oft schwierige Arbeit werfen. Bis zum Abschluss der Verfahrens gegen den ehemaligen Beamten, der bei der Kripo bereits eine Aussage gemacht hat, gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt wollte sich vorab nicht äußern. Das Urteil fällt voraussichtlich am 22. Juli.

Im Video: JVA-Beamter wegen Bestechlichkeit vor Gericht

JVA-Beamter wegen Bestechlichkeit vor Gericht
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JVA-Beamter wegen Bestechlichkeit vor Gericht

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