Mehr Bäume in der Innenstadt, das war eines der zentralen Themen im Wahlkampf um das Würzburger Oberbürgermeisteramt im Mai 2025. Vor allem der Untere Markt wurde wiederholt als Negativbeispiel genannt. Der Platz ist gepflastert, Bäume gibt es nicht – und damit wenig Schatten an heißen Tagen. Verschiedene Stadtratsfraktionen forderten Maßnahmen.
Im Juli 2025 präsentierte das Baureferat eine Lösung: Baumkübel, verteilt über den Platz. Am Ende des Hitzesommers 2026 fehlen die aber immer noch. Dabei wollte die Stadtverwaltung die ersten eigentlich in diesem Jahr aufstellen.
Viel Asphalt, wenig Grün
Der Würzburger Markt gilt als eine Hitzeinsel. Forscher der TU München und der Uni Würzburg stellten an einem heißen Tag 2019 schon mal einen Temperaturunterschied von acht Grad fest – im Vergleich zum Umland. Bäume zu pflanzen sei schwierig, heißt es aus der Stadtverwaltung. Unter dem Platz befindet sich eine Tiefgarage. Deshalb die Kübel. Etwa sechs Meter hoch sollen Bäume darin wachsen können. 32 Stück waren in einer Projektskizze eingezeichnet. Bis zu 14 davon sollten in diesem Jahr stehen, hoffte das Baureferat. Doch daraus wurde nichts.
Bäume – oder Bühnen und Buden
Die Pressestelle des Würzburger Rathauses nennt nun zusätzliche Abstimmungen als Ursache für den Aufschub. Marktkaufleute, Gewerbetreibende und Veranstalter hätten Bedenken geäußert. Ihr Hinweis: Die Baumkübel könnten es erschweren, Buden und Bühnen aufzubauen – etwa für den Weihnachtsmarkt, die Weinparade oder das Stadtfest.
Deshalb gab es zwei Gespräche im Rathaus: eines im April, eines im Juli. Am Ende der Gespräche stehe ein Kompromiss: Die Bäume sollen kommen, aber weniger als angedacht. Die Planung aus dem vergangenen Jahr werde überarbeitet, so die Pressestelle weiter.
Aufbau für Veranstaltungen erschwert
An den Gesprächen teilgenommen hat unter anderem Ralf Duggen, Vorstand im Förderverein des Straßenmusikfestivals "Stramu". Mehr Bäume findet er "total notwendig und sinnvoll". Wenn die Baumkübel aber nicht bewegbar seien, sei der Aufbau für Veranstaltungen schwierig. Den Austausch habe er begrüßt. Ähnlich äußert sich Kurt Schubert, bis vor kurzem Stadtrat der CSU und im Vorstand des Vereins Würzburger Festwirte. Neue Impulse für den Markt seien wichtig. Es müsse aber möglich bleiben, "dass jeder seine Hütten aufbauen kann".
Bäume erneut im Stadtrat
Wie viele Bäume es nun genau werden sollen, dazu will sich die Stadtverwaltung auf Anfrage nicht äußern. Nur so viel: Im Mai war noch von 17 Bäumen in Kübeln und einem im Boden die Rede. Diese Planung sei nicht mehr aktuell. Es sollen nun weniger Bäume in Kübeln werden, dafür mehr fest gepflanzte.
Die neuen Pläne sollen im Herbst dem Stadtrat vorgelegt werden. Dieser hatte schon vor einem Jahr dazu beraten. Sofern der Stadtrat zustimmt, könnten die Baumkübel 2027 stehen. Die Verwaltung hofft dafür auf eine Städtebauförderung. Im Haushalt 2026 stand für erste Schritte eine halbe Million Euro zur Verfügung.
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